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Neues rund um Linux

28.02.2013

Alan Cox verlässt die Kernelentwicklung

Der britische Kernelentwickler Alan Cox zieht sich von der Arbeit am Linux-Kernel zurück und verlässt seinen Arbeitgeber Intel. In einem Posting bei Google+ (http://tinyurl.com/lu0313-cox) gibt er dafür familiäre Gründe an. Auch wenn er in der Vergangenheit gelegentlich mit Linus Torvalds aneinander geraten sei, habe der Kernel-Chef nichts mit seiner Entscheidung zu tun, schreibt er dort. Auch mit Intel habe er sich nicht überworfen, der Job habe ihm Spaß gemacht. Cox verlässt die Kernel-Community nach über 20 Jahren entscheidender Arbeit. Der Entwickler war unter anderem Betreuer der Version 2.2 und pflegte Subsysteme. In Diskussionen auf der Kernel-Mailingliste meldete sich der bärtige Programmierer unverblümt mit klaren Positionen zu Wort. 2003 verlieh ihm die Free Software Foundation ihren Award for the Advancement of Free Software, 2005 erhielt er den Lifetime Achievement Award der Linux World. (mhu)

Prototyp des Kernel-Hackers: Alan Cox zieht sich überraschend aus der Szene zurück.

Neuer Gnome-Fork: Consort Desktop Environment

Die Entwickler der Distribution SolusOS haben mit dem Consort Desktop Environment einen eigenen Gnome-Fork ins Leben gerufen, der Anwendern den klassischen Desktop-Look bieten soll. Dabei gibt es zwar ein Gnome-Panel, das jetzt Consort-Panel heißt, nicht aber die ungeliebte Gnome-Shell. Die Entwickler arbeiten derzeit an einem Wrapper, der Python-Applets aus Gnome 2 in das Panel einbinden soll. Der Dateimanager Nautilus wird zu Athena, der Windowmanager Metacity 2.34 zu Consortium, das die Entwickler auf GTK 3 portieren wollen. Insgesamt sieht neue Desktop-Umgebung aus wie Gnome 2 oder der Fallback-Modus von Gnome 3. Dabei soll sie die Kompatibilität zu Mainline-Gnome und seinen Anwendungen wahren. Mit SolusOS 2 Alpha 7 liegt inzwischen die erste Veröffentlichung mit einer Testversion von Consort vor. Informationen, Screenshots und weiterführende Links gibt es im SolusOS-Blog (http://solusos.com/blog/). (mhu)

Sieht aus wie Gnome 2: Das Consort Desktop Environment in einer virtuellen Maschine.

10,1-Zoll-Tablet "Nibbio" mit Android oder Ubuntu

Der italienische Hersteller DaVinci Mobile Technology (http://store.davincimt.com) hat ein Android-4.0-Tablet konstruiert, auf dem wahlweise auch Ubuntu 12.04 laufen kann. Der 10,1-Zöller hört auf den Namen Nibbio, soll ab März lieferbar sein und kostet 370 Euro. als Herz des Geräts versieht ein Samsung-Exynos-Prozessor mit vier Kernen und 1,4 GHz Taktrate seinen Dienst. Als Display spendierten die Italiener ihrem Tablet einen in HD auflösenden Bildschirm (1920x1200 Pixel). An Arbeitsspeicher bringt der Nibbio 2 GByte RAM mit, die ein 32 GByte großer interner Speicher ergänzt. Dazu gibt es eine VGA-Frontkamera und eine 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Das mit einem Mini-USB-Anschlüssen versehene Gerät besitzt auch einen HDMI-Ausgang sowie einen MicroSD-Kartenleser. Verbindung mit der Außenwelt hält der Nibbio via 802.11b/g/n-WLAN und Bluetooth. Mit einem 5400-mAh-Akku versehen, wiegt das 9,5 Millimeter dünne Tablet gerade einmal 540 Gramm. (azi)

UEFI: Massive Probleme mit Linux auf Notebooks

Bei der Implementation von UEFI patzen offenbar zahlreiche Notebook-Hersteller und testen nur ungenügend oder gar nicht unter Linux. Den Vogel schoss dabei jetzt Samsung ab: Der Samsung-Laptop-Treiber des Kernels bringt bei einigen Modellen beim Booten im UEFI-Modus die fehlerhafte Firmware derart aus dem Tritt, dass die Geräte anschließend gar nicht mehr starten (http://heise.de/-1793592). Doch Samsungs Geräte sind nicht die einzigen Rechner mit UEFI, die unter Linux zicken. Auch andere Hersteller zeigen bei der Implementierung "niederschmetternde Inkompetenz", berichtet Kernel-Entwickler Matt Garrett in seinem Blog (http://mjg59.dreamwidth.org/22028.html). So hat Toshiba teilweise schlicht vergessen, die richtigen Secure-Boot-Schlüssel einzubauen; einige Lenovos booten ausschließlich Windows oder Red Hat Enterprise Linux. In etlichen der von Matt Garrett beschriebenen Fällen zeigen sich die Probleme erst nach einer gelungenen Installation – Tests vor dem Kauf mit einer Live-Distribution bringen also keine Gewissheit. Von daher lässt sich im Moment nur dazu raten, ausschließlich Notebooks mit vorinstalliertem Linux zu kaufen. (jlu)

Buchhaltung Lin-Habu 13.1 ist E-Bilanz-fähig

Das Buchhaltungsprogramm Lin-Habu samt seinen Mac- und Windows-Ausgaben ist in Version 13.1 mit neuen Features erhältlich. Der Hersteller MC Richter GbR (http://mcrichter.macbay.de) hat die kostenpflichtige Software an die elektronische Steuererklärung Elster für das Jahr 2013 angepasst. Daneben kann die neue Version auch Bilanzdaten an die Finanzverwaltung übergeben. Dazu exportiert sie die Daten im passenden Format für das Portal https://ebilanzonline.de. Daneben bringt die neue Version etliche Bugfixes und Optimierungen mit. Eine Einzelplatzlizenz der Finanzbuchhaltung kostet 40 Euro, daneben gibt es mehrere Abstufungen bis hin zur servergestützten Mehrplatzinstallation. Eine 60-Tage-Testversion von Lin-Habu steht auf der Hersteller-Website zum Download bereit. (mhu)

Amarok 2.7 unterstützt Nepomuk und Last.fm

Das Ende Januar erschienene Amarok 2.7 mit dem Codenamen "A Minor Tune" (http://amarok.kde.org/de/node/875) bringt erstmals Unterstützung für das Metadaten-Framework Nepomuk, das Audio-Dateien unabhängig vom Speicherort auf dem lokalen Rechner findet. Daneben kann der Media-Player nun Statistiken zwischen den lokalen Musiksammlungen und dem Online-Musikdienst Last.fm synchronisieren. Daneben gibt es Verbesserungen am Dateibrowser, und das Abspielen von Audio-CDs funktioniert wieder – zumindest mit aktuellen Versionen von Phonon-Gstreamer. Insgesamt hat das Amarok-Projekt für das neue Release über 470 Bugreports geschlossen und 17 Feature-Anfragen umgesetzt. (mhu)

KURZ NOTIERT

Die nächste Version des beliebten Ubuntu-Ablegers Linux Mint soll nach derzeitiger Planung Ende Mai erscheinen (http://blog.linuxmint.com/?p=2299). Das auf Ubuntu 13.04 basierende Mint 15 "Olivia" wird es in Editionen mit Cinnamon, Maté, KDE und XFCE als Desktop geben.

Das A-Modell des Raspberry Pi ist seit Anfang Februar offiziell in Europa verfügbar (http://www.raspberrypi.org/archives/3215). Die Light-Variante des SBC hat nur 256 MByte RAM, lediglich einen USB- und keinen Ethernet-Port. Dafür braucht sie zwei Drittel weniger Strom als das Modell B und kostet nur 25 US-Dollar.

Die deutsche Ubuntu-Community hat mit den Vorbereitungen zu ihrem traditionellen Jahrestreffen begonnen. Die Ubucon 2013 (http://ubucon.de) soll diesmal in Heidelberg statt in Berlin stattfinden, als Datum ist Mitte Oktober angepeilt.

Das neueste Release XBMC 12 des beliebten Media-Centers unterstützt nun auch HD-Audio sowie LiveTV mit EPG und eignet sich als Personal Video Recorder (http://tinyurl.com/lu0313-xbmc). "Frodo", so der Spitzname der Version, läuft nun auch auf dem Raspberry Pi.

Die neueste Ausgabe der System Rescue CD, SysRescCD 3.3.0 (http://www.sysresccd.org), bringt neben einem neuen Kernel und zahlreichen aktualisierten Programmen auch die brandneue Version 1.0 des Fuse-Moduls für den Zugriff auf Microsofts ExFAT-Dateisystem mit.

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