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© Paul Maydikov, 123RF

Fedora 18 "Spherical Cow" im Überblick

Boxenstopp

Zehn Wochen später als geplant geht Fedora 18 ins Rennen. Der Test zeigt, dass einige Schrauben beim Start noch nicht richtig fest saßen.

Red-Hat-Entwickler haben ihre Finger in viele wichtigen Open-Source-Projekten, wie dem Kernel, dem Gnome-Projekt oder KVM. Aus diesem Grund ist Fedora 18 [1] nicht nur für die eigene Community interessant, hier integrierte Technologien finden sich mittelfristig oft in anderen Distributionen wieder.

Das zeigt sich unter anderem an der Entwicklung rund um UEFI Secure Boot. Der aktuelle Ansatz sieht vor, dass das System einen mit Zertifikaten von Microsoft signierten Bootloader benutzt [2]. Das ist die Voraussetzung dafür, auf PCs mit Windows 8 Fedora bei aktiviertem Secure-Boot zu starten. Bei Fedora lädt der Microsoft-signierte Bootloader (Shim) via Grub 2 standardmäßig ausschließlich den signierten Kernel und die zu diesem Kernel gehörende Module. Das sichert den kompletten Boot-Prozess, Ausnahmen erfordern unter Umständen viel Handarbeit (siehe Kasten "Grafiktreiber")

Grafiktreiber

Möchten Sie proprietäre Grafiktreiber mit Fedora 18 einsetzen, müssen Sie Secure Boot in der UEFI-Firmware deaktivieren. Eine weitere Alternative bestünde allenfalls darin, den Kernel mit selbst erzeugten Signaturen auszustatten und im Setup als vertrauenswürdig bekannt machen. Mehr Einzelheiten zu Thema UEFI Secure Boot und Fedora finden Sie im "UEFI Secure Boot Guide" des Fedora-Projekts [12] sowie im Blog des Kernel-Entwicklers Josh Boyer [13].

Aus dem Netz

Das Projekt stellt die Distribution in verschiedenen Formen mit unterschiedlicher Lokalisation bereit. In diesem Beitrag kommt die klassische, Version als installierbare Live-CD mit Gnome-Desktop zum Einsatz. Diese Version finden Sie auch auf der Media-Edition dieser Ausgabe oder auf der offiziellen Download-Seite [3] in Varianten für x86- und AMD64-Architekturen.

Das ISO passt übrigens (genauso wie die meisten anderen Varianten mit Ausnahme des XFCE-Spins) mit einer Größe von knapp 916 GByte nicht mehr auf eine CD. Möchten Sie Fedora also zum Installieren zunächst auf einen optischen Datenträger brennen, brauchen Sie einen DVD-Rohling.

Neben der Standard-Gnome-Version finden Sie den KDE-Spin der Live-CD ebenfalls auf der Download-Seite, sowie sämtliche verfügbaren Spins auf der einer separaten Homepage [4]. Ferner gibt es Fedora in Form verschiedener Netinst- oder USB-Stick-Images und in etlichen Spezial-Varianten.

Anaconda runderneuert

Einer der wesentlichen Gründe für die enorme Verzögerung von mehr als zwei Monaten gegenüber dem ursprünglichen Termin bestand in der kompletten Neuimplementation des Installationsprogramms Anaconda [5]. Der Installer wirkt jetzt viel moderner und führt schneller zum Ziel (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der neue Anaconda-Installer brachte die Entwickler ins Schwitzen und sorgt für eine Verzögerung des Releases um mehr als zwei Monate.

Übernehmen Sie die Voreinstellung Automatische Partitionierung gewählt, dann erledigen Sie die komplette Installation mit wenigen Mausklicks, denn Anaconda beginnt nach einem Klick auf Installation starten im Hintergrund direkt mit dem Einrichten der Festplatte und den Kopieren von Dateien. Dabei weist der Installer zwischendurch mit kleinen Abfragen auf fehlende beziehungsweise optionale Angaben hin. So fragt er etwa nach dem Root-Passwort und ermöglicht die Eingabe von Zeitzone und Tastaturbelegung.

Nach dem Kopieren der Daten weist Anaconda darauf hin, dass es noch einige Konfigurationen vornehmen muss. Dazu klicken Sie auf Konfiguration fertigstellen. Sekunden später haben Sie die Möglichkeit, den Installer über Quit zu verlassen und Fedora 18 neu zu booten.

Im Anschluss an den ersten Neustart gilt es, die Lizenzinformationen zu bestätigen, einen Benutzer zu erstellen und einen NTP-Server aus der angebotenen Liste auszuwählen. Aufgrund des Zeitdrucks haben die Fedora-Entwickler nicht alle im alten Anaconda enthaltenen Funktionen in die neue Oberfläche eingebaut. Einige der Neuerungen in Anaconda wirken zudem weniger gelungen, etwa das manuelle Partitionieren. Zudem scheint das Programm allgemein noch Fehler zu enthalten.

Temporär zum Opfer fiel etwa die Funktion, die es ermöglichte, beim Installieren zusätzliche Paketquellen einzubinden. Die Funktion half bislang, wenn Sie das System von einem Datenträger installierten, der Release-Zyklus schon weit fortgeschritten war oder der Wechsel auf ein neues Release kurz bevorstand. Die Entwickler planen aber, die Funktion in Fedora 19 wieder zu integrieren.

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