Gtranslator

Gtranslator, das inoffizielle Übersetzungsprogramm des Gnome-Desktops [3], liegt derzeit in Version 2.90.7 in den Software-Beständen der meisten aktuellen Distributionen zur Installation bereit. Beim ersten Start begrüßt Sie ein Assistent, der Ihnen beim Einrichten hilft. Hier geben Sie Ihren Namen, Ihre Mailadresse sowie einige weitere Daten an, die später in die entsprechenden Kopfzeilen der Dateien landen.

Dabei zeigt sich bereits ein sehr markantes und praktisches Feature: Sie haben die Möglichkeit, Profile für verschiedene Projekte einzurichten. Insbesondere die E-Mail-Adresse des Übersetzerteams wechselt dabei. Sollten Sie neben Englisch noch weitere Fremdsprachen beherrschen, sind Ihnen hier keinerlei Grenzen bei den Angaben gesetzt.

Das Hauptfenster von Gtranslator (Abbildung 2) wirkt aufgeräumt und informativ. Die Gliederung ähnelt der von Poedit, wobei den Beispielen aus dem Speicher der Übersetzungen ein eigener Platz zukommt. Der Arbeitsablauf präsentiert sich logisch und übersichtlich – selbst für das sonst oft übergangene Bearbeiten der Kopfzeilen der Datei öffnet Gtranslator ein eigenes Fenster.

Abbildung 2: Trotz vieler nützlicher Features erscheint die aktuelle Version von Gtranslator nicht immer ausgereift.

Im Gegensatz zu Poedit bringt Gtranslator eine Funktion für Undo/Redo sowie eine leistungsfähige Suche mit. Auch ein Online-Handbuch hat der Übersetzer mit an Bord, das zwar nicht mehr ganz aktuell ist,t jedoch recht nützliche Hinweise biete. Bei Bedarf binden Sie die Übersetzungsdatenbank sogar an die Online-Datenbank Open-tran.eu an. Mehrere Dateien öffnen Sie gleichzeitig in Reitern, was das Vergleichen verschiedener Varianten erleichtert.

Die Geschichte von Gtranslator verzeichnet allerdings einige unrühmliche Meilensteine: So zum Beispiel das lange Zeit als stabile Version gekennzeichnete Release 1.1.7, das die eigentlich nur als Orientierungshilfe in den Strings angezeigten Steuerzeichen kurzerhand beim Speichern als reale Zeichen mit in die Po-Datei schob. Das war keineswegs im Sinne des Erfinders und führte aufgrund der falschen Syntax gelegentlich sogar zu Verzögerungen beim Veröffentlichen.

Bis heute kämpft die Software mit einigen schwerwiegenden Bugs. So lässt sich etwa in aktuellen Versionen die interne Datenbank für Übersetzungen nicht erstellen, jeder entsprechende Versuch führt unweigerlich zum Absturz. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler das Problem möglichst bald aus der Welt schaffen. Ansonsten ermöglicht Gtranslator einen sehr angenehmen und flüssigen Arbeitsfluss, wie die Beliebtheit älterer Versionen bei den Übersetzern beweist.

Lokalize

Natürlich darf in einer integrierten Arbeitsumgebung wie KDE ein spezielles Werkzeug zum Übersetzen nicht fehlen. Lokalize [4] ähnelt vom Aufbau des Hauptfensters her den anderen bereits erwähnten Programmen, wobei lediglich die Anordnung der einzelnen Ansichten etwas anders ausfällt. Das Layout lässt sich nicht frei konfigurieren, doch das ist nicht weiter tragisch und nur eine Frage der Gewöhnung. Die üblichen Features wie Suchfunktion und Übersetzungsspeicher hat Lokalize selbstverständlich an Bord.

Öffnen Sie Lokalize, ohne einen Dateinamen als Parameter anzugeben, fällt sofort die Projektverwaltung ins Auge (Abbildung 3): Hier definieren Sie wie in Gtranslator eigene Identitäten und erstellen darüber hinaus bei Bedarf ein autarkes Projekt mit spezifischen Einstellungen für Sprache, Mailingliste des Übersetzungsteams und noch einiges mehr. In der Übersicht finden Sie Statistiken zu den einzelnen Dateien, wie man sie von den Online-Statusseiten diverser Teams kennt.

Abbildung 3: Die Projektverwaltung in Lokalize bietet einen Überblick über alle laufenden Arbeiten.

Insbesondere die Schreibweise zum Eintragen der Zugriffstasten für Menüs stellen Sie an dieser Stelle ein (Abbildung 4). Während Gtk-Programme einen vorangestellten Unterstrich verwenden, um die später unterstrichen dargestellten Buchstaben für Tastenkürzel zu kennzeichnen, benutzen KDE-Programme in aller Regel hierfür ein Kaufmanns-Und (&). Solche Feineinstellungen beherrschen andere Werkzeuge nicht.

Abbildung 4: Lokalize verfügt über ungeahnte Möglichkeiten zum Feintuning.

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Kommentare
pootle
foobar (unangemeldet), Mittwoch, 22. Februar 2012 22:21:46
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Pootle ist auch ein nettes Tool für die Onlineübersetzung


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Re: pootle
mariobl (unangemeldet), Dienstag, 28. Februar 2012 22:36:59
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Stimmt, es ist auch eine Online-Plattform wie Transifex oder Launchpad. Es ist aber nicht so universell, da es keine globale Webpräsenz gibt, sondern einzelne Projekte (auch größere wie LXDE) sich eine eigene Impementation des Pootle-Frameworks ins Netz stellen.

Der Artikel erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er sollte einige Offline-Werkzeuge und Online-Plattformen vorstellen und einem Einsteiger eine erste Orientierung in diesem Metier ermöglichen.


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