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© JohnReynolds

Erleuchtet

Enlightenment E17 im Ubuntu-Derivat Bodhi Linux

22.02.2012
Der legendäre Desktop Enlightenment E17 bringt reichlich Glamour auf den Monitor und geht dabei auch noch wieselflink an die Arbeit.

Ubuntu gilt als eine der beliebtesten Linux-Distributionen. Doch während die Entwickler sich bemühen, mit jedem neuen Release die jeweils aktuellste Hardware zu unterstützen, bleiben ältere Rechner oft auf der Strecke. Dieses Mankos hat sich das Ubuntu-Derivat Bodhi Linux angenommen, das mit dem legendären Enlightenment-E17-Desktop reichlich Glamour auf den Monitor bringt und dabei auch noch wieselflink an die Arbeit geht.

Der Desktop

Enlightenment E17 [1] war lange Zeit aufgrund seines schicken Designs optisch den gängigen Arbeitsoberflächen wie Gnome oder KDE weit überlegen und machte mit seinen ästhetischen visuellen Effekten Furore. Dem Desktop mangelte es jedoch an einer größeren aktiven Entwicklergemeinde, sodass er nur in wenige Distributionen als Standardoberfläche Eingang fand. Erst mit dem Einstieg des südkoreanischen Mischkonzerns Samsung [2] beim Enlightenment-Projekt im Jahr 2009 kam erneut Bewegung in die Entwicklung: Die Oberfläche hat sich vom ewigen Alpha-Status gelöst und kommt mittlerweile sogar in High-Tech-Kühlschränken des schwedischen Konzerns Electrolux zum Einsatz.

Dabei hat Enlightenment E17 nichts von seinen Vorzügen verloren: Nach wie vor bietet der Desktop eine farblich in sich stimmige, optisch ansprechende Oberfläche mit visuellen Effekten, die bei anderen Arbeitsumgebungen viel Hardware-Ressourcen beanspruchen. Aufgrund des schlanken Designs, das mit eigenen Funktionsbibliotheken aufwartet, agiert Enlightenment daher auch auf älterer Hardware wieselflink. Dabei müssen Sie bei optischen Effekten auch dann keine Abstriche machen, wenn Ihre Hardware keine 3D-Techniken unterstützt.

Entwicklungsziel

Auf den ersten Blick wirkt das Entwicklungsparadigma des Enlightenment-Projekts antiquiert: Während gängige Oberflächen wie Gnome 3 oder Canonicals Unity dem Anwender möglichst alle Arbeit abnehmen möchten und sich daher kaum noch vernünftig konfigurieren lassen, gibt es bei Enlightenment nahezu nichts, was Sie als Nutzer nicht anpassten könnten.

Dazu müssen Sie sich nicht einmal von alten Gewohnheiten trennen: Enlightenment ist bei den meisten Distributionen bereits so vorkonfiguriert, dass Sie die Einstellungsdialoge in einem entsprechenden Menübaum zusammengefasst vorfinden. Geänderte Optionen werden dabei meist sofort umgesetzt, sodass lästige und zeitaufwendige Neustarts von Fenstermanager und Desktop entfallen. Gadgets, Module, Dockbars sowie Transparenz, Schatten und Animationen – es gibt nichts an innovativen Techniken auf dem Desktop, was Enlightenment nicht bieten könnte.

Die ersten Versionen von Enlightenment waren noch als reiner Fenstermanager ohne nennenswerte eigene Funktionalität im Bereich des Desktops konzipiert. Inzwischen hat sich E17 dank neu entwickelter Bibliotheken zur grafischen Gestaltung der Benutzerschnittstelle und unterschiedlicher integrierter Programme zur vollwertigen Arbeitsumgebung gemausert. Eng mit E17 verzahnt arbeiten unter anderem der Netzwerkmanager Exalt, das Präsentationstool Eyelight, der Fotomanager Enki sowie der Dateimanager EFM. Viele weitere kleine Applikationen sind in Entwicklung und nähern das Funktionsspektrum des E17-Desktops immer mehr den beiden Platzhirschen Gnome und KDE an.

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