Exotische Wurzeln

Da Sabayon zu den Ablegern des quellenbasierten Gentoo-Linux gehört, müssen Sie sich umgewöhnen, falls Sie bereits mit RPM- oder APT-basierten Distributionen gearbeitet haben. Als grafischer Installer für das Gentoo-Paketsystem Portage fungiert bei Sabayon Sulfur, der auch das Verwalten der Repositories übernimmt.

Sulfur ist der grafische Bestandteil des bei Sabayon Entropy genannten Paketverwaltungssystems. Den textbasierten Client dazu bildet Equo, der das Administrieren der Pakete auf der Kommandozeile ermöglicht. Beim ersten Start von Sulfur gilt es zunächst das aktuell verfügbare Official Repository aus dem Internet zu laden, was Sie per Mausklick erledigen. Danach stellt Sabayon mit Sulfur eine ähnlich komfortable grafische Paketverwaltung bereit wie Ubuntu, Mandriva, OpenSuse und deren Derivate (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Paketmanagement-Frontend Sulfur ermöglicht die komfortable Softwareinstallationen unter Sabayon.

Ein Bewertungssystem mit Sternchen-Kategorien hilft ungeübten Anwendern besonders empfohlene Software zu finden. Da die Installation neuer Programme das Herunterladen der Pakete erfordert, ist eine funktionierende Internet-Verbindung hierzu zwingend erforderlich. Sofern die Software beim Download voreingestellte Spiegelserver nicht erreicht, wählt Sabayon automatisch einen anderen Mirror, um die Installationen nicht wegen fehlender Pakete abzubrechen.

Das Official Repository listet knapp 10 000 Dateien, was selbst ausgefallene Wünsche in den meisten Fällen befriedigen dürfte. Sollten von Ihnen präferierte Programme nicht dabei sein, so besteht die Option, diese online [2] zu suchen.

Treibende Kraft

Die Fähigkeiten einer multimedial ausgerichteten Linux-Distribution stehen und fallen mit der entsprechenden Treiberunterstützung für Hardwarekomponenten. Sabayon hat dabei keinerlei Berührungsängste vor proprietären Treibern und integriert in der Standardinstallation unfreie Module. Da insbesondere bei den Grafikkarten von Nvidia und AMD/ATI die freien Treiber noch nicht die für viele anspruchsvolle Multimedia-Anwendungen nötige Leistungsfähigkeit erreichen, ist der Einsatz der proprietären Treiber unumgänglich.

So war es im Test auf einem Lenovo Thinkpad R500 mit einer schnellen Core-2-Duo-CPU und einer leistungsfähigen ATI-Grafikkarte nicht möglich, mit freien Treibern flüssig mit dem Mediacenter XBMC zu arbeiten. Da Sabayon jedoch nach der Hardware-Analyse automatisch den proprietären ATI-Treiber nutzt, spielte das Mediacenter einen Mausklick später seine volle Leistung im Vollbild-Modus bei einer Auflösung von 1680x1050 Punkten aus.

Auch proprietäre Codecs bringen die Distribution nicht in Verlegenheit: Während diese bei vielen anderen Distributionen erst nachgezogen werden müssen, bringt Sabayon-Linux bereits von Haus eine "handelsübliche" Grundausstattung mit. Davon profitieren selbstverständlich alle multimedialen Anwendungen, sodass die Inhalte auf leistungsschwächeren Maschinen einfach per Totem & Co. laufen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Kurztest: Sabayon Linux 5.3 Gnome
    Als Gentoo-Derivat glänzt Sabayon Linux laut Distrowatch noch deutlich vor dem Original. Wir haben für Sie das neue Release 5.3 mit Gnome-Desktop unter die Lupe genommen.
  • Sabayon 5.0 ist fertig
    Ein bisschen Gentoo, gezuckert mit KDE und Gnome, dem aktuellen Kernel und ein paar proprietären Treibern: fertig ist die italienische Distro namens Sabayon.
  • Linux vom Feinsten
    Man nehme 3 GByte Gentoo, drei verschiedene Desktops und eine breite Software-Auswahl und rühre das ganze schön schaumig. Die fertige Masse kommt in den Brenner und wird kurz überbacken. Das Resultat heißt Sabayon und schmeckt herrlich italienisch.
  • Sabayon 4 Lite Media Center Edition
    Das neue Sabayon 4 Lite MCE setzt auf Gnome mit einer Mediacenter-Oberfläche als Desktop und Kernel 2.6.27 unter der Haube.
  • Mein Linux:Sabayon
    Sabayon sieht sich selbst als das hübscheste Linux-Betriebssystem überhaupt, einfach zu bedienen ist die Distribution ebenfalls. Was Sie sonst noch über Sabayon wissen müssen, erklärt dieser Artikel.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...