Unter der Haube

Durch den neuen Kernel 2.6.34 unterstützt OpenSuse 11.3 mehr Hardware denn je und zeigt sich fit für einige kommende Prozessoren und Chipsätze von Intel. Einzig Nutzer eines Broadcom-WLAN-Chipsatzes müssen sich – je nach Hardware – auf einen Kernelbug in just dieser Kernelversion bereit machen. Das System kann dadurch bereits bei der Installation oder später während des Bootvorgangs zum Stehen kommen. Abhilfe soll der Bootparameter brokenmodules=ssb schaffen. Falls Sie von diesem Problem betroffen sind, verwenden Sie anstelle des freien Broadcom-Treibers aus der Distribution besser die Version von Packman (broadcom-wl).

Das Sound-System aktualisierten die Entwickler auf Alsa 1.0.23, Probleme mit Pulseaudio sollten damit der Vergangenheit angehören. In Sachen Bootmanager hat sich das OpenSuse-Team gegen einen Wechsel zu Grub2 entschlossen. Die fraglichen Pakete finden sich aber für alle Fälle in den Repositories. Auch dem von Ubuntu initiierten Bootsystem Upstart erteilen die OpenSuse-Entwickler eine Abfuhr und planen für die Zukunft mit dem neuen Init-System Systemd [7] von Lennart Poettering. Falls Sie Upstart trotzdem ausprobieren möchten, finden Sie auch dafür ein passendes Paket in den OpenSuse-Repos.

Nach Ubuntu, Fedora und Mandriva setzt nun auch OpenSuse 11.3 auf KMS-Support (Kernel Mode Setting) bei Grafikkarten von ATI und Nvidia und setzt dazu die aktuellen Treiber radeon und nouveau ein. Während die meisten Nvidia-Nutzer für eine taugliche 3D-Beschleunigung weiterhin auf den proprietären Treiber von Nvidia angewiesen sind, funktioniert bei den ATI-Karten der 3D-Support bei erstaunlich vielen Geräten schon im Lieferzustand. Leichte Verbesserungen gibt es dank X.org 7.5 auch bei den Desktop-Effekten unter KDE und Gnome.

Kleinigkeiten

Neben KDE, Gnome, OpenOffice und Firefox haben auch weitere Programme wichtige Aktualisierungen erfahren. So unterstützen die Torrent-Clients KTorrent und Transmission nun verteilte Hash-Tabellen (DHT), zudem klappt in Rhythmbox dank neuer Bibliotheken der Zugriff aufs iPhone und den iPod Touch. Bei Gnome entfernte das OpenSuse-Team zudem HAL komplett aus der Distribution. Lediglich beim KDE-Desktop werkelt der Hardware Abstraction Layer noch im Hintergrund: Einige KDE-Anwendungen, darunter das Brennprogramm K3b, kommen noch nicht ohne HAL klar.

Novell warf in OpenSuse 11.3 seine eigene Desktopsuchmaschine Beagle zugunsten der Upstream-Version Tracker über Bord. Weiterhin Standard bleibt unter Gnome hingegen das Mono-Flaggschiff Banshee, auch Tomboy kann seinen Platz gegenüber GNote behaupten. An beiden Programmen feilten die Entwickler massiv: So startet Tomboy nun deutlich schneller, Banshee beherrscht die fortlaufende Wiedergabe ("gapless playback"). Durch das neue GTK-Theme oxygen-molecule wirken Gnome-Anwendungen unter KDE keineswegs als Fremdkörper.

Wie bei den meisten Distributionen üblich, bringt auch OpenSuse 11.3 eine Vorschau auf Gnome 3.0 und die Gnome-Shell mit [8]. So richtig zu begeistern weiß diese aber nicht.

Auf der KDE-Seite haben die OpenSuse-Entwickler mit KSuseInstall ein Framework auf die Beine gestellt, das die Installation von Codecs und weiteren zusätzlichen Komponenten vereinfachen soll. So schlägt Dolphin beim Klick auf ein Dateityp eine Anwendung zur Installation vor, falls mit dem entsprechenden Dateityp bislang keine Anwendung verknüpft war. Amarok zeigt beim Start einen Hinweis auf fehlende Codecs an. Allerdings bringt KSuseInstall hier nicht wirklich eine Erleichterung, da Sie zur Installation der Codecs zusätzlich noch Packman als Paketquelle einrichten müssen – Anfänger sind spätestens hier überfordert. Her zusätzliche Hilfe zu bieten, etwa in Form eines automatischen Repository-Setups, liegt laut Novells Anwälten nicht drin.

Setzen Sie den KDE-Desktop auf einem Notebook ein, dürften Sie sich über das Touchpad-Setuptool Synaptiks freuen, das Suse-eigene Update-Applet unterstützt auch die Distributionsaktualisierung. Nach einigem Hin und Her hat sich das KDE-Team zudem dazu entschlossen, die Suchmaschine Strigi und den semantischen Desktop Nepomuk in der Grundeinstellung auszuschalten, da das Paar auch unter KDE SC 4.4 immer noch durch einen erklecklichen Ressourcenverbrauch unangenehm auffällt. Hier verspricht erst KDE SC 4.5 Besserung. Möchten Sie Nepomuk oder Strigi gern verwenden, aktivieren Sie die beiden Dienste problemlos über die KDE-Systemeinstellungen.

Eine kleine aber feine Änderung spendierten die Entwickler auch Samba: Da CIFS inzwischen das veraltete SMBFS komplett abgelöst hat, heißt die zugehörige Konfigurationsdatei nun /etc/samba/cifstab anstelle /etc/samba/smbfstab. Das zugehörige Mountskript mount.cifs arbeitet allerdings aus Sicherheitsgründen nicht mehr per Suid-Bit, sodass zum Beispiel smb4k unter OpenSuse 11.3 nicht mehr korrekt funktioniert.

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