Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit mit zwei Seagate-Barracuda-Disks (siehe Kasten "Testumgebung") im RAID-1-Betrieb entspricht der im JBOD-Modus als unabhängige Volumes und auch der beim direkten Anbinden der Platten per SATA. Im RAID-0-Modus zeigt sich das Gespann zwar nicht doppelt so schnell, erreicht aber dennoch sehr ordentliche 157 MByte/s – ebenso schnell wie eine Intel-SSD an USB 3.0. Möglicherweise könnte das Stripe-RAID noch schneller, und USB 3.0 stellt den Flaschenhals dar – mangels eines eSATA-Anschlusses können wir das jedoch nicht überprüfen.

Das Icy-Dock IB-110StU3 (Preisempfehlung: 50 Euro) fasst einzelne SATA-Festplatten im 3,5- oder 2,5-Zoll-Formfaktor, die Sie einfach von oben in eine Klappe stecken (Abbildung 6). Das praktische Festplattendock erweist sich als ebenso schnell wie die Icy-Box.

Abbildung 6: Raidsonics bekanntes Icy-Dock gibt es nun auch in einer USB-3.0-Version.

Als Manko empfinden wir bei beiden Raidsonic-Geräten das Fehlen eines eSATA-Anschlusses, obwohl Raidsonic einen Port dafür im Gehäuse des Icy-Docks bereits ausspart. Insbesondere bei schnellen RAID-0-Konfigurationen in der Icy-Box mit zwei teuren, großen Platten wäre es sehr ärgerlich, müsste man bei einem älteren System ohne USB 3.0, aber mit eSATA bei einem 3 bis 4 TByte großen Plattenverbund auf das quälend langsame USB 2.0 zurückgreifen. Aufgrund der momentanen Schallmauer von 160 MByte/s für USB 3.0 lässt sich auch nur über eSATA die Geschwindigkeit von RAID-0-Arrays oder SSDs voll ausreizen.

Fazit

Suchen Sie den Einstieg in USB 3.0 und nennen einen Laptop mit Expresscard-Slot Ihr Eigen nennt, fahren Sie mit Buffalos erschwinglicher IFC-EC2U3UC sehr gut. Leichte Abzüge gibt es allerdings für den unsicheren Halt in Expresscard/54-Slots und den recht hohen empfohlenen Verkaufspreis. Freecoms PCI-Express-Karte für USB 3.0 stellt eine günstige Option dar, um ältere Desktops mit PCI-Express-Slot für das schnelle USB tauglich zu machen.

Buffalos HD-HXU3 präsentiert sich als optisch ansprechende, kühl bleibende Festplatte, die den Schlafmodus beherrscht und gute Geschwindigkeit bietet. Zwar liegt der empfohlene Verkaufspreis recht hoch, doch im freien Handel erhält man das Gerät deutlich günstiger. Freecoms Hard Drive XS 3.0 überzeugt durch die kompakten Abmessungen, den günstigen Preis, die praktische Gummihülle und fast vollkommene Geräuschlosigkeit, auch die Geschwindigkeit erscheint akzeptabel. Ein zusätzlicher eSATA-Anschluss wäre im Sinne der universellen Einsetzbarkeit bei beiden Platten äußerst wünschenswert.

Raidsonics USB-RAID-Gehäuse spricht alle Anwender an, die die Sicherheit von RAID 1, viel Platz (JBOD-Modus) oder SSD-ähnliche Geschwindigkeit (jedoch mit höherem Ausfallrisiko als RAID 0) benötigen. Das Icy-Dock eignet sich für alle, die viel mit nackten Festplatten hantieren. Beide Geräte sind nicht günstig, aber ihr Geld wert; auch für ein Plattengehäuse mit eSATA, Firewire 400/800 und USB 2.0 wandern schnell 60 Euro oder mehr über den Ladentisch.

In Sachen Geschwindigkeit hat sich seit dem USB-3.0-Prototypen von Asus [2] einiges getan: Das Durchsatzmaximum liegt (für die Intel-SSD im Icy-Dock am Gigabyte-Board) nun bei 159 MByte/s, immerhin 24 MByte/s über den im früheren Test gemessenen Werten (Intel-SSD im Asus-Gehäuse am Gigabyte-Board). Positiv fällt auch auf, dass sich bei langsameren Platten um die 100 MByte/s Lesegeschwindigkeit nun kein Geschwindigkeitsverlust mehr im Vergleich zum nativen Betrieb per SATA messen lässt (vorher: 18 MByte/s weniger).

Dessen ungeachtet bleiben derzeit auch die finalen USB-3.0-Geräte noch meilenweit entfernt von der beworbenen zehnfachen USB-2.0-Geschwindigkeit von 400 MByte/s, SSDs werden immer noch ausgebremst. Als limitierender Faktor tritt der USB-3.0-Chip von NEC in Erscheinung – was auch kaum verwundert, denn erfahrungsgemäß bleibt die erste Chip-Generation für eine neue Technik stets weit vom Performance-Optimum entfernt. eSATA positioniert sich also für schnelle SATA-Geräte weiter als flottestes Interface, auch für Laptops – aber der Vorsprung bröckelt. 

Infos

[1] Buffalo Technology: http://www.buffalo-technology.com

[2] USB 3.0 unter Linux: Daniel Kottmair, "Entfesselt", LU 02/2010, S. 70, http://www.linux-community.de/artikel/19634

[3] Freecom: http://www.freecom.de

[4] Raidsonic: http://www.raidsonic.de

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