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Texteditoren Marave und PyRoom im Vergleich

Vollkommen ungestört

Die Editoren Marave und PyRoom verstecken alle GUI-Elemente während der Arbeit. Damit lenkt Sie beim Schreiben nichts von Ihren Gedankengängen ab.

Für Windows und Mac OS/iPhone gibt es sie schon länger – die Distraction Free Editors ([1],[2]): Texteditoren, Sie während der Arbeit nicht vom Text ablenken, indem sie alle Oberflächenelemente ausblenden, die zum Schreiben nicht notwendig sind. Die Projekte PyRoom [3] und Marave [4] liefern zwei in Python implementierte Editoren für Linux mit gleichem Fokus.

PyRoom

Als Grundlage für diesen Test diente die Version 0.4.1. Trotz des frühen Projektstadiums funktionierte das Programm problemlos. Abstürze gab es nicht, auch das Setup (siehe Kasten "PyRoom installieren") verlief ohne größere Hürden. PyRoom setzt das Konzept des minimalistischen Editors konsequent um. Nach dem Programmstart sehen Sie ein Textfeld auf dem Bildschirm, der Hintergrund ist schwarz, die Schrift grün. Bedienelemente finden sich keine (Abbildung 1).

Abbildung 1: Nach dem ersten Start zeigt der Bildschirm bei der Arbeit mit PyRoom nur den schwarzen Hintergrund mit dem grünen Text.

PyRoom installieren

PyRoom steht für Ubuntu ("Hardy", "Jaunty" und "Intrepid") als Launchpad-Repository bereit, Fedora bringt seit der Version Core 8 eigene Pakete mit und für Gentoo gibt es ein Overlay, das Sie mit dem Kommando layman -a tante && emerge pyroom nutzen. Außerdem finden sich auf der Homepage ein sogenannter Release-Tarball (aktuell: pyroom-0.4.1.tar.gz).

Wollen Sie das Programm aus dem Quelltext übersetzen, laden Sie diesen von der Homepage des Editors herunter und entpacken ihn mit dem Befehl tar -xzvf pyroom-Version.tar.gz. Danach wechseln Sie in das Verzeichnis pyroom-Version/pyroom und geben mit administrativen Rechten den Befehl python setup.py install ein. Er richtet das Programm ein. Anschließend rufen Sie es mit dem Befehl pyroom & in einem Terminal auf.

Mit PyRoom erstellen Sie im wesentlichen unformatierte Texte, deren Daten UTF-8-kodiert auf der Festplatte landen. Funktionen zum Erleichtern der Arbeit wie Syntax-Highlighting, eine Rechtschreibprüfung oder komfortables Suchen und Ersetzen gibt es nicht. Auch bietet die Software keine Möglichkeit, die Texte auszudrucken.

PyRoom verfügt über eine deutsch lokalisierte Benutzeroberfläche. Sie steuern es vollständig über Tastenkombinationen (siehe Tabelle "Tastenkürzel"). Es gibt schlicht keine Oberflächenelemente, die Sie mit der Maus bedienen könnten. Statusmeldungen, die das Programm unterhalb des Textfeldes ausgibt, blenden sich nach kurzer Zeit wieder aus, so dass Ihr Fokus stets auf dem Text bleibt.

Tastenkürzel

[Strg]+[H] Hilfe zum Programm in einem eigenen Textfenster anzeigen
[Strg]+[P] Dialog für die Programmeinstellungen aufrufen
[Strg]+[N] Neuen Text beginnen
[Strg]+[O] Text in neuem Fenster öffnen
[Strg]+[S] Text speichern
[Strg]+[Umschalt]+[S] Text unter anderem Namen speichern
[Strg]+[W] Aktuellen Text schließen
[Strg]+[I] Informationen über den aktuellen Text einblenden
[Strg]+[Q] Programm beenden
[Strg]+[Z] Letzten Bearbeitungsschritt rückgängig machen
[Strg]+[Y] Letztes Rückgängig korrigieren
[Strg]+[Bild auf] Zum vorherigen Text wechseln
[Strg]+[Bild ab] Zum nächsten Text wechseln

Über [Strg]+[H] blendet die Applikation einen Hilfetext in einem neuen Textfenster ein, der das Bedienkonzept des Programms in wenigen Worten erläutert. Das Programm verfügt nur über wenige Optionen. Über [Strg]+[P] erreichen Sie einen Dialog, in dem Sie einige Einstellungen vornehmen, wie zum Beispiel das Intervall zwischen zwei automatischen Sicherungen, ob ein Rahmen um den Text erscheint oder welchen Font die Software für den Text verwendet (Abbildung 2). Die Option Neue Absätze einrücken sorgt dafür, dass die erste Zeile eines jeden Absatzes um etwa drei Zeichen nach rechts eingerückt erscheint.

Abbildung 2: PyRoom bietet nur wenige Optionen zum Anpassen des Programms.

Wenn Ihnen der Retro-Look von PyRoom mit grünem Text auf schwarzem Hintergrund nicht zusagt, stellen Sie unter Theme eine neue Farbkombination für Text und Hintergrund ein (Abbildung 3). Das Programm bringt eine Reihe von Themes mit; Sie haben aber zusätzlich die Möglichkeit, die Farben von Text und Hintergrund sowie die Breite und Höhe des Textfeldes relativ zur Bildschirmfläche noch anzupassen.

Abbildung 3: Mittels sogenannter Themes passen Sie PyRoom an Ihre Sehgewohnheiten an.

Marave

Marave verfügt wie PyRoom über eine aufgeräumte deutschsprachige Oberfläche, lässt sich aber im Gegensatz zu PyRoom mehr an die eigenen Vorlieben anpassen. Darüber hinaus verfügt es über Eingabehilfen wie eine Rechtschreibprüfung und ein experimentelles Syntax-Highlighting für viele Skript- und Programmiersprachen. Auch Marave speichert die Texte UTF-8-kodiert. Auf Wunsch untermalt es die Arbeit mit Musik von Internet-Radiostationen. Als Grundlage für diesen Artikel diente Version 0.7 des Programms.

Marave installieren

Die Installation von Marave gestaltet sich recht einfach. Sie benötigen neben Python in einer aktuellen Version noch PyQt 4.5. Falls Sie die automatische Rechtschreibprüfung benutzen möchten, ist darüber hinaus PyEnchant erforderlich,

Nach dem Download des Quelltextarchivs marave-Version.tar.gz (aktuell: 0.7) von der Homepage [2] entpacken Sie das Paket mit dem Befehl tar -xzvf marave-Version.tar.gz. Nun wechseln Sie in das neu entstandene Verzeichnis marave-Version und installieren mit Root-Rechten das Programm mittels des Befehls python setup.py install. Durch Eingabe von marave & in einer Terminalemulation starten Sie das Programm.

Marave kommt mit einer ebenso spartanischen Oberfläche daher wie PyRoom. Nach dem Start sehen Sie rechts neben dem Texteingabefeld noch acht Schaltflächen, über die Sie verschiedene Programmfunktionen erreichen. Während des Schreibens blenden sich diese Schaltflächen aus, erscheinen aber wieder, sobald Sie die Maus über den Bereich bewegen. Statusmeldungen erscheinen unterhalb des Textfeldes und verschwinden nach kurzer Zeit wieder (Abbildung 4). Marave zeigt alle Dialoge unterhalb des Textes im Textfenster an, es gibt keine Fenster außerhalb des Programmfensters.

Abbildung 4: Marave zeigt die Werkzeugleiste beim Bewegen der Maus

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