Online-Bereich

An den Kern von Jolicloud gelangen Sie aber erst durch den Aufruf der blauen Herzchenwolke Get Started im Menü Favoriten. Wer sich mit einem frei wählbaren Benutzernamen und einer gültigen Mailadresse anmeldet (Abbildung 3) und anschließend den per E-Mail zugesendeten Freischaltcode eingibt, dem beweist eine nun blaue Herzchenwolke im Nachrichten-Bereich der Startleiste die Verbundenheit mit der neuen Community. Parallel öffnet sich die Cloud-Applikation My Jolicloud.

Abbildung 3: Das Anmelden für die Jolicloud-"Community" erfordert lediglich einen Benutzernamen und eine gültige Mailadresse.

Dort gibt das Dashboard einen Überblick über Ihre letzten Aktionen und erlaubt das Systemupdate. Der Bereich App Directory enthält ordentlich sortiert die nachinstallierbaren Programme und Webapplikationen (Abbildung 4). Damit suggeriert Jolicloud, dass Sie erst der Community beitreten müssten, um Skype oder Gimp nachzuinstallieren. Selbst das Systemupdate haben die Entwickler in den anmeldepflichtigen Bereich verschoben.

Abbildung 4: Bestenfalls Cirrostratus:

Das ist jedoch völlig unnötig, wie der Paketmanager beweist: Die gesamte zusätzliche Software und auch die Prism-Webanwendungen wie etwa Dropbox liegen als normale DEB-Pakete im Repository. Sie installieren sie auch ganz ohne Cloud über Synaptic oder gleich per Konsole (sudo apt-get install Paket) nach.

Der Begriff Cloud oder SocialOS, wie ihn die Projektseite propagiert, trifft auf den derzeitigen Pre-Final-Stand des Betriebssystems ebenso wenig zu. Im Prinzip bietet das Anmelden an der Jolicloud-Community keinerlei Vorteile oder gar Speicherplatz für seine Benutzer. Lediglich die Möglichkeit anderen Benutzern zu "folgen" erlaubt den (recht nutzlosen) Einblick, welche Geräte andere einsetzen und welche Applikationen sie zuletzt installiert haben.

In Kontakt mit Ihren Online-Freunden bleiben Sie nach wie vor über Facebook, Pidgin und Twitter (wozu Jolicloud entsprechende Webanwendungen liefert), wofür Sie natürlich jeweils einen eigenen Account brauchen. Für Backups benötigen Sie Dropbox (Abbildung 5) – und dürfen sich schon wieder einen neuen Account zulegen. Die Sinnhaftigkeit, Jolicloud zu benutzen, um der Community beizuwohnen, erschließt sich daher nicht.

Abbildung 5: Backups laufen nicht direkt über Jolicloud, sondern bedürfen eines externen Anbieters – im Beispiel die Webapp für Dropbox.

Der letzte Bereich, Settings ordnet Ihre benutzten Computer (falls Sie mehr als ein Netbook verwenden) und sortiert Ihre "Verfolgungen". Im Unterpunkt Profile dürfen Sie sich der Community vorstellen oder gleich die preisgegebenen Informationen Ihres Facebook-Accounts importieren.

Fazit

Jolicloud fußt auf der durchdachten Oberfläche von Ubuntu Netbook Remix und profitiert davon. Der anmeldepflichtige Bereich glänzt mit einer sehr übersichtlichen One-Click-Install-Lösung für Software, punktet darüber hinaus aber noch nicht. Es bleibt abzuwarten, wie Jolicloud seine Community-Mitglieder in Zukunft sinnvoll untereinander vernetzen möchte. 

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