In die Ferne schweifen

Der Instant Messenger Empathy [6] setzt auf dem Kommunikationsframework Telepathy auf und besticht in der neuen Version durch ein verbessertes Kontaktlistenfenster (Abbildung 2). Audio- und Video-Anrufe beherrschte bisher im Gnome-Umfeld nur Ekiga [7]. Mit dem neuen Empathy benötigen Sie Ekiga nicht mehr zwangsläufig, sondern nutzen die entsprechenden Funktionen aus Empathy. Bei DSL-Verbindungen bietet sich der Vollbildmodus an.

Abbildung 2: Der Chat-Client Empathy unterstützt zahlreiche gängige Kommunikationsprotokolle und integriert andere Gnome-Anwendungen zu einem sinnvollen Ganzen.

Falls die Software keine Videodaten erhält, zeigt sie den Avatar des Kontakts an. Auch die Funktion zum einfachen Wiederverbinden haben die Entwickler hinzugefügt. Das Umorganisieren von Kontakten in der Kontaktliste per Drag & Drop funktioniert jetzt besser als in älteren Versionen. Der Konversationsdialog bietet die Möglichkeit, die Dialoge mit verschiedenen Themes an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Taucht Ihr Nickname in einer der Chat-Konversationen auf, zeigt die Software das mit einem optischen Signal im Karteireiter des entsprechenden Kanals an.

Mit der neuen Version halten auch Geolocation-Features Einzug in Gnome: So können Sie nun Ihre gegenwärtige Position einem XMPP-Kontakt (Jabber, Google Talk) gegenüber veröffentlichen. Zum Schutz der Privatsphäre verfälscht das System den genauen Standort jedoch ein wenig. Um den Standort eines anderen Benutzers zu ermitteln, fahren Sie einfach mit der Mauspfeil über dessen Namen.

Zu den weiteren Highlights zählt die Integration von Vinagre [8] und Vino, dem Remote-Desktop-Client beziehungsweise -Server von Gnome: Möchten Sie Ihren Desktop mit einem anderen Benutzer teilen, wählen Sie einfach den entsprechenden Kontakt aus der Kontaktliste. Der Benutzer auf der anderen Seite erhält eine Einladung. Nimmt er diese an, öffnet sich Vinagre automatisch und verbindet sich mit dem Server des Einladenden – das mühselige Suchen nach IP-Adressen und Ports entfällt damit.

Epiphany

Beim Webbrowser Epiphany [9] wechselten die Entwickler nach langen Vorarbeiten in der aktuellen Version die Engine zum Darstellen von Internetseiten aus: Mozillas Gecko [10] musste weichen, dafür hielt Webkit [11] Einzug. Es benötigt in der Regel weniger Speicher und entspricht mehr den Anforderungen von Entwicklern. Zudem ist das maßgeblich von Apple voran getriebene Webkit schneller beim Anzeigen von Seiten. Der Wechsel behebt auch viele Probleme, die auf der Gecko-Engine beruhten. Momentan speichert Epiphany noch keine Passwörter und Anmeldedaten – ein Webkit-Schwachpunkt, der in der nächsten Version behoben wird. Das Epiphany-Team bittet ausdrücklich darum, den Browser ausgiebig zu testen und etwaige Fehler im Gnome-Bugzilla zu melden.

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