Chrome Developer Build 3.0b & Chromium 3.0.198.0

Von Google Chrome für Linux (Abbildung 3) gibt es bislang lediglich ein Developer Preview, Google hat noch nicht einmal die Public Beta Phase erreicht. Obwohl Chrome ursprünglich "Mitte 2009" für Linux und Mac herauskommen sollte, weigert sich Google inzwischen standhaft, einen konkreten Release-Termin zu nennen. Doch die Entwicklung schreitet stetig voran: Inzwischen beherrscht der Browser beispielsweise auch den Umgang mit Plugins (Option --enable-plugins), und auch im Optionen-Fenster findet sich kein einziges TODO mehr, wie das bei der ersten Developer Preview noch der Fall war. Auch Chromium, die aus den von Google veröffentlichten Quelltexten gebaute Community-Version von Chrome, lässt sich inzwischen gut benutzen – dort arbeitet Javascript sogar noch etwas flotter.

Abbildung 3: Chrome, der neue Herausforderer.

Chromes Versionsgeschichte beginnt unter Linux bei der zu Redaktionsschluss noch aktuellen Version 3, kurz vor Druckabgabe erschien die Developer Release 4.0.202.2. Google hat sich bei der Linux-Version für Gtk+ als Toolkit entschieden. Das Benutzerinterface von Chrome unterscheidet sich grundlegend von jenem anderer Browsern. Es gibt oben keine Menüleiste, und die Tabs sitzen ganz oben, statt wie bei anderen Browsern unter der Navigationsleiste. Ganz rechts in der Navigationsleiste finden sich zwei Knöpfe, die Pulldownmenüs öffnen. Der erste erlaubt laut die Kontrolle der Seite, der zweite die von Google Chrome selbst.

Chrome erlaubt es, über das Menü ganz rechts sogenannte Incognito-Fenster zu öffnen. Beim Surfen in diesen Fenstern, die ein kleines Spion-Logo links oben kennzeichnet, hinterlässt der Anwender keine Spuren auf dem Rechner. Auf Wunsch kann Chrome jedoch auch mit Private Daten löschen ... bei normalen Fenstern alle Spuren beseitigen.

Beim Öffnen eines neuen Fensters zeigt Chrome die meistbesuchten Webseiten als Vorschaugrafik an, ein sehr praktisches Feature, das andere Browserhersteller (beispielsweise Apple mit Safari 4) inzwischen auch umsetzen. Der über das Entwickler-Menü erreichbare Quelltexteditor beherrscht das Ausklappen von Code-Blöcken, Highlighting sowie die Live-Anzeige des editierten Quelltexts und integriert einen Inspector, mit dem man die Eigenschaften aller Seitenelemente überprüfen kann. Ebenfalls mit an Bord sind ein Javascript-Editor und ein Profiling-Werkzeug, das dem CPU-Zeit und Speicherverbrauch aller Einzelelemente einer Seite detailliert grafisch dargestellt werden (Abbildung 4).

Abbildung 4: Chromes Profiling-Werkzeug hilft Web-Entwicklern beim Optimieren von Webseiten.

Chrome warnt vor Phishing/Malware-Seiten und erlaubt in den Optionen auch, dass datenbewusste Anwender nahezu sämtliche Features abstellen, für die Chrome auf Google zurückgreift. Lediglich die Google-eigene User-ID, mit der Google die Aktivitäten seiner Nutzer anonym per Cookie verfolgt, geht dann noch an Google – das passiert allerdings auch bei der Nutzung von anderen Browsern.

Das Aussehen des Browsers passen Sie über herunterladbare Themes an, die Chrome allerdings nicht speichert, sondern nur bis zu einem Wechsel beibehält. Dauerhaft bleiben nur das Chrome-Standard-Theme und ein Theme im GTK-Look erhalten. Als Plugin-Schnittstelle fungiert Javascript, auf einer Chrome-Plugins-Seite [2] finden sich eine Handvoll Erweiterungen für Googles Browser. Gerüchteweise soll Google planen, die Firefox-Plugin-Schnittstelle XUL zu integrieren, was Chrome Zugriff auf den gigantischen Addon-Fundus von Firefox ermöglichen würde.

Konqueror 4.2.2

Der KDE-eigene Browser ist der einzige im Test, der ähnlich wie Microsofts Internet Explorer auch als Dateibrowser dienen kann. Die Grenzen zwischen Dateimanager und Browser gestalten sich fließend: Das Nutzen einer Webseiten-Engine erlaubt es Konqueror beispielsweise, Bilder direkt im Dateimanager anzuzeigen. Als Browser gibt sich Konqueror eher spartanisch, jedoch äußerst flexibel in Sachen Fenster-Layout: Man kann die Fenster nach Belieben aufteilen, um darin unterschiedliche Seiten zu öffnen (Abbildung 5) und außerdem die Navigationsleiste beliebig herumbewegen. Links lässt sich obendrein ein Dateibrowser-ähnliches Navigationsmenü mit Bookmarks, Chronik oder auch dem Verzeichnisbaum des eigenen Rechners einblenden. Das bevorzugte Layout speichert man dann als Ansichtsprofil und schaltet so später mit zwei Klicks zwischen unterschiedlichen Layouts um.

Abbildung 5: Konqueror im Split-Modus mit Navigationsmenü.

Den Qt-basierte Konqueror erweitern Sie mittels Extensions, von denen es jedoch deutlich weniger gibt als für Firefox. Als zentrale Anlaufstelle dient die Webseite KDE-Look [3]. Tastaturkürzel lassen sich wie bei Opera frei ändern, es gibt eine integrierte Rechtschreibprüfung und eine praktische Suchkürzel-Definition wie unter Firefox oder Opera (Konqueror verlangt jedoch einen Doppelpunkt nach dem Suchkürzel). Über den Punkt Öffnen mit ... im Kontextmenü übergeben Sie eine mit Konqueror inkompatible Seite schnell an einen anderen Browser.

Konqueror hat keine Option, um Passwörter zu speichern. Ansicht | Quelltext anzeigen öffnet den Quellcode im jeweils definierten primären Texteditor, per Rechtsklick übergeben Sie den Quelltext auch an die integrierte Erweiterte Editorkomponente – Änderungen stellt Konqueror jedoch nicht gleich dar.

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