Kaltstart-Zeit

Wir messen die Zeit, die ein Browser zum Start benötigt, direkt nach einem Rechner-Neustart – so kann er keine schon geladenen Komponenten im Speicher vorhalten. Am schnellsten startet Epiphany in 2 Sekunden, kurz darauf folgt Chrome mit 2,2 Sekunden. Firefox lässt sich mit 4 Sekunden schon etwas mehr Zeit, das Schlusslicht bilden Opera mit 5 und Konqueror mit 5,3 Sekunden. Auf KDE-basierten Desktops starten die Qt-basierten Browser Konqueror und Opera jedoch schneller.

Chrome, der Multicore-Browser

Beim Thema Geschwindigkeit und Speicherverbrauch darf eine Besonderheit von Chrome auf keinen Fall unerwähnt bleiben: Der Browser legt für jedes Tab und jedes neue Fenster einen eigenen Prozess an. Der Nachteil dabei ist der höhere Speicherverbrauch, da jede Browser-Komponente mehrfach in den Speicher geladen werden muss. Der immense Vorteil: Ein Absturz oder ein Einfrieren wirkt sich nur auf die verursachende Seite aus statt auf den ganzen Browser. Zudem läuft jedes Tab in seiner eigenen Sandbox, sodass mögliche Exploits sich nur auf dieses eine Tab beziehen. Auch eine Speicher-Fragmentierung, wegen der bei längerem Betrieb eines Browsers ohne Neustart zwangsläufig immer mehr Speicher verbraucht wird, tritt mit Chromes Prozess-Ansatz nicht auf.

Obendrein können Multicore-CPUs mit Chrome ihre Fähigkeiten voll ausspielen, denn bei vielen offenen Seiten verteilt sich die CPU-Last gleichmäßig auf alle Kerne. Herkömmliche Browser lasten dagegen maximal einen Kern voll aus, bei vielen offenen Seiten fängt der Browser also selbst auf einer Quadcore-CPU schnell an zu ruckeln. Mittels Chromes Task-Manager können Sie sich übrigens genau ansehen, welches Fenster oder Plugin wieviel Speicher, CPU oder Bandbreite braucht.

Die Frage, ob in Sachen Java oder Flash Leistungsunterschiede zwischen den Browsern herrschen – wie das etwa bei anderen Plattformen der Fall ist – können wir übrigens verneinen. Die Messergebnisse variieren hier über alle Browser nur minimal.

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