Sofakartoffel

Wer im Wohnzimmer den Datenbestand des MythTV-Backends anzapfen möchte, benötigt dort einen möglichst leisen PC – schließlich trübt jegliches Lüftersummen den Kinospaß. Dummerweise verbrät ein potenter Prozessor recht viel Leistung, die ein schneller und somit deutlich hörbarer Lüfter aus dem Gehäuse befördern muss. Die Zusammenstellung eines Wohnzimmer-PCs ist nicht ganz einfach. Der Elektronikhandel bietet deshalb unter der Bezeichnung Media-Center-PCs kleine, leise, auf diesen Einsatz zugeschnittene Computer an.

Egal ob von der Stange oder selbst gebaut: Neben der Linux-tauglichkeit sollten Sie darauf achten, dass der PC zumindest DVDs ohne Ruckler wiedergibt. Das hochauflösende Fernsehen HDTV ist derzeit allerdings nur mit Prozessoren der oberen Leistungsklasse zu haben. Am besten testen Sie den Media-PC noch im Laden mit einer der bereits angesprochenen MythTV-Live-CDs ([4],[5]). Wer selbst einen flüsterleisen Media-Center-PC basteln möchte, sollte einen Blick in die LinuxUser-Ausgabe 12/2007 [7] werfen.

Achten Sie beim Zusammenbau oder Kauf auch darauf, dass sich der PC an den vorhandenen Fernseher klemmen lässt: Für ein altes Röhrengerät ist entweder ein (unter Linux funktionierender) TV-Ausgang an der Grafikkarte notwendig, oder aber ein externer VGA-nach-TV-Konverter, wie ihn verschiedene Elektronikversender anbieten.

Sobald der Media-Center-PC bereitsteht, bestücken Sie ihn wieder mit MythTV. Dies geschieht genau so, wie auf dem Server, nur fällt diesmal die umständliche Einrichtung über mythtv-setup aus. Stattdessen starten Sie direkt mythtvfrontend und wechseln dort im Hauptmenü zum Punkt Zubehör / Konfiguration.

Drücken Sie noch einmal [Eingabe] und wählen Sie Grundeinstellungen. Unter localhost tippen Sie den Rechnernamen oder die IP-Adresse des Servers im Keller ein. Die anderen Werte bleiben auf ihren Vorgaben. Lediglich das vorhandene Passwort ersetzen Sie noch durch das anfangs notierte Kennwort für die Datenbank des Backends im Wohnzimmer. Klicken Sie nun so lange auf Weiter, bis Sie auf Fertig stoßen. Das Frontend versucht dann den Server zu kontaktieren. Klappt dies reibungslos, landen Sie wieder im Untermenü. Dort dürfen Sie unter Erscheinungsbild noch das Aussehen der Oberfläche ändern.

TIPP

Erhält das Backend eine neue IP-Adresse, müssen Sie auf allen Rechnern mit Back- und Frontends in der Datei $HOME/.mythtv/mysql.txt die jeweilige IP-Adresse ersetzen. Dann starten Sie auf dem Rechner im Keller erneut mythtv-setup und ändern auch hier die IP-Adresse. Anschließend klappt wieder alles: Im Dauerbetrieb empfiehlt es sich aber, den Rechner im Keller mit einer festen IP-Adresse zu versehen.

Keine Zeit

Über den Punkt Aufnahmen verwalten setzen Sie über das Frontend im Wohnzimmer das Backend im Keller auf eine Fernsehsendung an. Am einfachsten geht dies mit der Programmübersicht. Sie liefert eine Liste mit den in den nächsten Stunden anstehenden Sendungen (Abbildung 10). Dort wählen Sie die gewünschte per [Eingabe] aus und legen dann im neuen Schirm die Eckdaten der Aufnahme fest: Mit [Pfeil-links] und [Pfeil-rechts] ändern Sie den Wert, [Pfeil-oben] und [Pfeil-unten] wechseln zwischen den Optionen. Der Klick auf Einstellungen speichern versetzt das Backend im Keller schließlich in Aufnahmebereitschaft.

Eine Alternative bietet die manuelle Aufnahme. Hier geben Sie wie vom Videorecorder gewohnt die Start- und Stoppzeiten vor; Aufnahmeoptionen führt dann schon zum bekannten Bildschirm mit den weiteren Einstellungen.

Abbildung 10: Die Programmierung einer Aufnahme erfolgt bequem in der Ansicht des elektronischen TV-Guides.
Abbildung 11: Über so genannte Themes verändern Sie das Aussehen des Frontends. Zusätzliche Themes finden Sie auf der MythTV-Homepage [2].

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