Programmzeitschrift

Der nächste Punkt Videoquelle führt ziemlich in die Irre: Über ihn legen Sie lediglich fest, woher MythTV die Informationen für seinen elektronischen Programm-Guide bekommt. Wechseln Sie also im Hauptmenü zum Punkt Videoquellen und wählen dort (Neue Videoquelle) (Abbildung 5). Vergeben Sie zunächst einen Namen und wählen Sie anschließend unter Listings grabber, auf welche Weise MythTV an die Programminformationen gelangt. Transmitted guide only (EIT) sammelt sie direkt aus den Zusatzdaten, die jede DVB-Variante mitsendet. Haben Sie XMLTV installiert, dürfen Sie hier auch diese Anwendung bemühen, wobei ihre Einrichtung im Terminalfenster geschieht wohin Sie per [ALT]+[Tab] wechseln.

Abbildung 5: Bei der Einrichtung der "Videoquelle" stimmen genau diese Werte. MythTV angelt sich damit die elektronischen Programminfos direkt aus dem Programmstrom.

Damit haben Sie eine Quelle für die Daten des elektronischen Programmführers. MythTV weiß aber noch nicht, zu welcher TV-Karte diese Informationen gehören. Dies ändert der Punkt Verknüpfungen im Hauptmenü. Er führt zu einer Liste mit allen TV-Karten. Wählen Sie dort eine aus und stellen Sie im neuen Schirm unter Videoquelle die gerade erstellte ein (Abbildung 6). Starten Sie anschließend den Sendersuchlauf. Belassen Sie die angezeigten Vorgaben und klicken Sie auf Weiter >. Der Sendersuchlauf dauert nun eine Weile, wobei MythTV immer mal wieder Denkpausen einlegt (Abbildung 7). Das Ergebnis: eine komplette Senderliste für die zugehörige TV-Karte. Zweimal Fertig und einmal [Esc] führen wieder zum Hauptmenü, wo Sie unter Sender bearbeiten die Liste noch einmal nachbearbeiten.

Abbildung 6: Die Verknüpfung zwischen der Videoquelle mit dem Namen DVB-T und der TV-Karte.
Abbildung 7: Der Sendersuchlauf wirkt ab und an, als wäre MythTV abgestürzt. Im Hintergrund laufen die erkannten Kanäle durch.

Oberflächlich

Schließen Sie nun das Setup-Programm per [Esc] und öffnen Sie anschließend zwei Terminalfenster. Im ersten starten Sie mit Root-Rechten das Backend via mythbackend – unter Ubuntu 7.10 funktioniert der Befehl sudo /etc/init.d/mythbackend restart nicht. Im anderen Fenster rufen Sie das Frontend über mythfrontend auf. Dies ist die Oberfläche, die Sie später auch auf dem Wohnzimmer-PC zu Gesicht bekommen (Abbildung 8). Aktivieren Sie hier zu Testzwecken den Punkt Fernsehen. Es sollte nun wie in Abbildung 9 ein Fernsehbild erscheinen. Mit den Pfeiltasten navigieren Sie durch die Sender, per [Eingabe] schalten Sie um. Beenden Sie nach dem kleinen Funktionstest das Frontend, indem Sie zweimal [Esc] drücken und die Abfrage bestätigen. Damit funktioniert bereits der Server. Auf ihm müssen Sie nur noch sicherstellen, dass mythbackend automatisch beim Booten startet. Das Frontend brauchen Sie im Folgenden nicht.

Abbildung 8: Das Hauptmenü des Frontends bildet gleichzeitig die Kommandozentrale für das Backend.
Abbildung 9: Dass Backend und Frontend funktionieren, beweist das laufende Fernsehprogramm. Die Programminformationen erscheinen nur kurzzeitig beim Umschalten.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Großes Kino
    Mit flexiblen Suchregeln pickt der Software-Videorekorder MythTV die Rosinen aus dem oft drögen Fernsehprogramm. Eine Streamingfunktion kommt dank der Backend-/Frontend-Architektur der Anwendung frei Haus dazu.
  • Fernsehen aus der Tüte
    Wem die Installation von MythTV zu kompliziert erscheint, der weicht auf Knoppmyth oder Mythbuntu aus und setzt mit wenigen Mausklicks einen Videoserver auf.
  • Digitaler Videorecorder MythTV
    Natürlich läuft die Lieblingssendung immer dann, wenn man nicht zu Hause ist. Wer sie komfortabel aufnehmen möchte, sollte zum digitalen Videorecorder MythTV greifen. Er lässt sich einfach programmieren und entfernt störende Werbeblocks.
  • Harddisk-Recording mit MythTV
    Fernsehen, wann Sie wollen, und lästige Werbung einfach überspringen – das geht mit jedem Videorecorder. Wer jedoch kein Freund von Bandsalat oder mäßiger VHS-Qualität ist, sollte seine Spielfilme digital aufzeichnen.
  • MythTV installieren und verwenden
    MythTV bietet weitaus mehr als nur einen digitaler Videorekorder: Mit cleveren Plugins mausert es sich zur kompletten Medienzentrale für das Wohnzimmer.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2017: SICHER IM NETZ

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Samba-Server für Win-Daten & Linux-Dateirechte
Gerd Grundmann, 12.01.2017 18:25, 0 Antworten
Hallo Gemeinde, ich habe ewig gegooo.. aber nicht wirklich gefunden, was ich suche. Auf mei...
LM Cinnamon 18.1Serena 64 bit
Herwig Ameisbichler, 11.01.2017 13:02, 6 Antworten
Hallo an alle. Bin Linux Neuling.Habe auf meiner SSD neben W10 (finde ich nicht mehr)LM17.2 auch...
Bilder in E-Mail einbinden?
Werner Hahn, 23.12.2016 12:18, 4 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.04, Mozilla Firefox Ich bitte um eine leicht verständliche Anle...
Linux Mint 17.2
Herwig Ameisbichler, 17.12.2016 11:19, 4 Antworten
Wer kann mir helfen? Hab seit gestern Linux am Pc.Wie kann ich diese Miniaturschrift im Menü,Lei...
Linux 17.2 Treiber f. PC Drucker installieren
Ernst Malitzki, 11.12.2016 13:04, 7 Antworten
Habe einen PC Drucker von HP. Möchte diesen PC Drucker an meinen PC anschließen. Hierzu benötige...