Ereignisse

Firestarter zeichnet alle blockierten Verbindungen in einer Ereignisliste auf. Sie protokolliert die Uhrzeit, die Richtung der Verbindungsaufnahme, den Port, die Ursprungsadresse, den Protokolltyp und – falls bekannt – den angesprochenen Dienst. Abbildung 5 zeigt einige aufgezeichnete Ereignisse.

Das Ereignisprotokoll verwendet verschiedene Farben, um besondere Ereignisse zu markieren. Schwarz zeigt es die Verbindungsversuche, die Firestarter als minder bedrohlich einordnet. Rot markiert es Verbindungsversuche zu Diensten, die eigentlich nicht allgemein zugänglich sein sollten. Diese Einträge sollte man auf jeden Fall im Auge behalten. Ein Eintrag in Grau kennzeichnet als harmlos eingestufte Verbindungsversuche, wie zum Beispiel Broadcasts an alle lokalen Netzteilnehmer.

Abbildung 7: Das Ereignisprotokoll führt Details zu allen blockierten Verbindungsversuchen auf.

Mit der rechten Maustaste kann man ein Ereignis direkt bearbeiten. Auf diese Weise legitimieren Sie Verbindungsaufnahmen (Erlauben von Verbindungen von Quelle) oder geben Dienste auf dem Firewallrechner nachträglich frei (Eingehenden Dienst erlauben für Quelle oder Eingehenden Dienst für jeden erlauben). Auch lässt sich die Protokollierung für Ereignisse zu bestimmten Absendern (Deaktivieren der Ereignisse von Quelle) oder Diensten (Deaktivieren der Ereignisse an Port) unterbinden.

In der Ereignisliste in Abbildung 5 taucht immer wieder die gleiche Meldung auf: Offensichtlich versucht der Firewallrechner seine Uhr per NTP abzugleichen und eine Verbindung zum Zeitserver aufzubauen, wird aber von der Firewall daran gehindert. Soll der Zeitabgleich per NTP tatsächlich stattfinden, lässt sich eine solche Regel nicht über einen Klick mit der rechten Maustaste anlegen: Auf diese Weise können Sie nur Regeln für eingehende Verbindungen erzeugt werden.

Sie richten trotzdem sehr schnell eine neue Richtlinie für den NTP-Dienst ein. Dazu navigieren Sie zur Bearbeitung der Richtlinien, wählen die Richtlinie für ausgehenden Verkehr und fügen per Rechtsklick im Bereich für die erlaubten Dienste eine neue Regel ein. Sie gestatten den Dienst NTP auf Port 123 von der Quelle Firewall-Rechner und fügen eventuell einen Kommentar der Art Internet-Zeitdienst ein. Nach einem Mausklick auf Richtlinien anwenden in der Symbolleiste ist die neue Richtlinie sofort aktiv.

Tipps für Fortgeschrittene

Auf Basis der Grundkonfiguration fügen Sie je nach Bedarf weitere Regeln hinzu. Kennen Sie dazu notwendige Portnummern nicht, probieren Sie den Dienst einfach aus und beobachten das Ereignisprotokoll. Den so identifizierten Dienst trägt man dann im Regelwerk ein.

Nimmt ein DSL-Router die Einwahl ins Internet vor, findet auf diesem Gerät eine Adressumsetzung zwischen dem externen und internen Netz statt. Eine beliebige Verbindungsaufnahme aus dem Internet kommt dann gar nicht mehr bis zum PC, da dieser eine interne private Adresse hat. In dieser Konstellation können Sie sich ganz auf die Regeln zum Verbindungsaufbau nach draußen konzentrieren.

Die Regeln der Firewall bleiben auch nach dem Beenden von Firestarter erhalten. Ob sie nach einem Neustart des PCs wieder geladen werden, hängt von der Installation ab. Die meisten Distributionen richten bei der Installation von Firestarter ein Startskript für den Bootvorgang ein. Ziehen Sie eine manuelle Installation aus den Quellen vor, entnehmen Sie das entsprechende Vorgehen dem (englischsprachigen) Handbuch [2].

Später können Sie in der Konfiguration von Firestarter den Start respektive Neustart der Firewall mit bestimmten Ereignissen verbinden: So legen Sie fest, ob die Firewall mit dem Programmstart von Firestarter neu geladen werden soll, wenn eine Modemverbindung hergestellt wurde oder der PC per DHCP eine neue IP-Adresse erhalten hat.

Das schon in der Grundkonfiguration recht umfangreiche Firewallskript legt Firestarter im Verzeichnis /etc/firestarter ab. Dort liegen alle Dateien, die Firestarter als Schnittstelle zu Iptables benötigt. Da es sich bei den Dateien um Shellskripte handeln, eignen sie sich bestens als Studienobjekt für den an der Funktionsweise von Firestarter interessierten Anwender. Spezielle benutzerspezifische Regeln kann man zum Beispiel in den Dateien user-post und user-pre ablegen – die erforderliche Syntax beschreibt das Handbuch.

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