Zusatz-Dokumentation

Ein weiterer Anlaufpunkt für Dokumentation ist das Verzeichnis /usr/share/doc. Dort finden Sie nicht nur die Dokumentation zu allen installierten Software-Paketen, sondern auch weitere installierte Dokumentationspakete. Davon gibt es reichlich: Suchen Sie in Yast, mit apt-cache search oder einem anderen Paketmanager ihrer Wahl nach Begriffen wie documentation, doc, manual, man, help, howto, faq und reference (siehe Tabelle "Kleine Auswahl an Dokumentationspaketen"). Aktivieren Sie bei Yast gegebenenfalls die Suche in den Paket-Beschreibungen, die bei apt-cache search standardmäßig aktiv ist.

Bei deutschsprachigen Paket-Beschreibungen, wie Sie in Suse Linux vorkommen, macht es Sinn, auch nach Begriffen wie hilfe und dokumentation zu forschen. Suchen Sie Dokumentation zu einem bestimmten Programm, kombinieren Sie jeweils einen dieser Begriffe mit dem Programmnamen. In Yast gelingt das nur nur über die Wildcard-Suche mit Sternchen. Mit apache*doc suchen Sie zum Beispiel die Dokumentation für den Web-Server Apache.

Kleine Auswahl an Dokumentationspaketen

Thema Debian Suse
Distribution Debian-Referenz (debian-reference-de, debian-reference-de), Installationsanleitung (zum Beispiel installation-guide-i386), Apt-Howto (apt-howto-de, apt-howto) Suse-Hilfe (susehelp_de, susehelp), Suse-Handbuch (suselinux-manual_de, suselinux-manual_en)
Linux Howtos (doc-linux-de, doc-linux-html, doc-linux-txt), Linux-Kernel (linux-doc, bis Version 2.6.10 kernel-doc, auch Kernel-Source-Pakete), Selflinux (selflinux) Howtos (howto, howtoenh), Kernel-Sourcen, Linux-Kernel (kernel-docs, auch Kernel-Source-Pakete), Selflinux (selflinux)
Sonstiges SelfHTML (selfhtml), SelfPHP (selfphp) SelfHTML (selfhtml)

Wollen Sie wissen, wo die Dokumentation nach der Installation gelandet ist, verwenden Sie je nach Paketformat dpkg -L Paketname | less oder rpm -ql Paketname | less, um die Liste der installierten Dateien anzuschauen. Der Befehl Find [1] hilft ebenfalls, die gesuchte Dokumentationsdatei zu lokalisieren.

Verwenden Sie Programme wie Less für Text-Dokumente, Zless für gepackte Text-Dateien [2], Lynx, W3m [3] oder einen anderen Browser ihrer Wahl für HTML-Seiten sowie Xpdf, Kpdf, Evince oder Gpdf für PDF-Dateien.

Der Befehl Grep [4] eignet sich hervorragend zur Volltextsuche. So sucht grep -r -i "vesa" /usr/src/linux-2.6.14/Documentation/ in der Kernel-Dokumentation nach Informationen zum Thema VESA.

Mit den passenden Suchbegriffen bewaffnet, stellt auch das Internet eine gute Informationsquelle dar. Verwenden Sie Begriffe wie bei der Paketsuche, geben Sie die zentralen Begriffe Ihrer Fragestellung ein oder suchen Sie nach dem allgemeinen Teil einer Fehlermeldung. Viele Homepages freier Software-Projekte bieten Dokumentationen, Howtos, Wikis und Fehlerdatenbanken (siehe Tabelle "Kleine Auswahl an Internetressourcen") an.

Kleine Auswahl an Internetressourcen

Was? Wo?
The Linux Documentation Project http://www.tldp.org/
Debian (mit vielen Verweisen auf Dokumentation zu Linux und freier Software allgemein) http://www.debian.de/doc/index.de.html
OpenSUSE (meist englischsprachig) http://www.opensuse.org/Documentation
Suchmaschinen-FAQ http://www.ososo.de/suchmaschinen-faq/
Suchmaschinen-Liste http://www.ub.uni-konstanz.de/dt-suchm.htm

Glossar

Manpages

Dokumentationsseiten, die in Unix und verwandten Betriebssystemen wie Linux verbreitet sind.

Bibliotheken

(engl. Libraries) Enthalten Standardfunktionen, die in vielen Programmen zum Einsatz kommen, zum Beispiel für die Bildschirmausgabe.

Infos

[2] Less & Co.: Heike Jurzik, "Nachgelesen", LinuxUser 01/2006, S. 94, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/01/094-moreless

[3] Lynx, Links, W3m: Heike Jurzik, "Surfen in der Shell", LinuxUser 03/2005, S. 88, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/03/088-zubefehl

[1] Find und Locate: Christian Baun, "Spürnasen", LinuxUser 05/2005, S. 88, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/05/088-find/

[4] Suche mit Grep: Heike Jurzik, "Text im Heuhaufen", LinuxUser 05/2004, S. 76, http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/05/076-zubefehl

Der Autor

Martin Steigerwald arbeitet als Trainer und Systems Engineer bei der Teamix GmbH in Nürnberg. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Second Level Support für Linux als Business-Desktop. Er hat Linux schon vor Jahren auf seinem Amiga 4000 installiert und verwendet auch privat Linux (vorzugsweise Debian) auf einem IBM Thinkpad. Er schreibt auch für das Amiga-Magazin.

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