Kleine Unterschiede

Da die getesteten Festplatten mit Ausnahme der Trekstor-Harddisk eine ähnliche Performance bieten, kann neben dem Preis auch auch der Formfaktor und die Ausstattung einen Entscheidungsgrund darstellen. Hier fiel bei der Seagate-Platte negativ auf, dass sie sich nur vertikal und mit Standfuß stabil aufstellen lässt, da lediglich der Fuß gummiert ist – das Gehäuse hingegen besteht aus hartem Kunststoff. Zudem ist die Halterung des Standfußes nicht über alle Zweifel erhaben.

Vom gleichen Fehler betroffen ist die Ethernet Disk von Lacie. Hier lässt sich allerdings der aus massivem Gusseisen gefertigte Fuß mit einem Inbus-Schlüssel fest an der Festplatte montieren. Kein langes Leben prognostizieren wir auch dem billigen Plastik-Fuß der Trekstor-Platte. Diese lässt sich jedoch problemlos liegend lagern, da die sehr guten, gummierten Füße ein Rutschen verhindern. Elegant gelöst hat das Problem Maxtor: Bei der One Touch III bestehen Ober- und Unterteil des Gehäuses aus einem rutschfesten, weichen Kunststoff. Die Platte stehend zu benutzen, ist ebenfalls möglich. Der One Touch II liegen neben dem Standfuß auch vier Gumminoppen bei, die Sie einfach auf die Platte aufkleben, falls Sie die Harddisk liegend benutzen möchten.

So haben wir getestet

Zur Geschwindigkeitsmessung legten wir auf den Laufwerken jeweils eine Partition an und kopierten eine rund 1 GByte große MP3-Sammlung (durchschnittliche Größe 5 MByte) auf die und von der Festplatte. Sämtliche Tests wiederholten wir fünf Mal. Der beste und der schlechteste Wert wurden gestrichen, den Durchschnitt aus den verbleibenden drei Werten haben wir dann in die Übersichtstabelle übernommen.

Für den einfacheren Vergleich zeigt die Übersichtstabelle bei allen Geräten die Transferraten über die USB-Schnittstelle an. Die Werte sind also nicht als absolute Werte zu verstehen, sondern bilden eine Vergleichsbasis. Die größtmögliche Durchsatzrate hängt in erster Linie von der durchschnittlichen Dateigröße der kopierten Daten ab, teilweise auch vom Dateisystem. So erreichten sämtliche Festplatten mit Dateigrößen von mehreren hundert Megabyte einen um 10 bis 15 Prozent höheren Durchsatz. Mit kleinen Dateien unter 100 Kilobyte sinkt die Transferrate hingegen bis zu einem Viertel der angegebenen Richtwerte. Abbildung 2 verdeutlicht dies am Beispiel der Firewire-800-Platte.

Für die Tests über Firewire benutzten wir eine PCI- und eine PCMCIA-Firewire-Karte von Hama mit zwei Firewire-800- und einem Firewire-400-Anschluss. Die PCI-Karte funktionierte mit den allerneuesten Kerneln problemlos. Bei Kernelversionen vor 2.6.13 musste das Firewire-Gerät beim Booten bereits angeschlossen sein, damit Linux die Platten erkannte. Die PCMCIA-Karte funktionierte nur mit Kernel 2.6.15; allerdings gelang es uns nicht, beim Schreiben eine höhere Datenrate als 3 MByte/s zu erreichen. Die Lese-Werte waren mit durchschnittlichen 30 MByte/s in Ordnung.

Für die Tests mit Firewire 800 kam zusätzlich eine PCI-Karte von Belkin mit drei Firewire-800-Ports zum Einsatz. Die Karte benutzt den gleichen TI-Chip wie die Hama-Karte und lieferte praktisch identische Transferraten.

Abbildung 2: Je größer die Dateien, desto schneller arbeiten die externen Festplatten. Das Beispiel zeigt die Ergebnisse der Maxtor One Touch II über Firewire 800. Andere Harddisks zeigen aber ein ähnliches Bild.

Performance

Die schnellste Platte in unseren Tests war die One Touch II von Maxtor über die Firewire-800-Schnittstelle. Beim Kopieren der MP3-Sammlung arbeitete sie mit einer durchschnittlichen Schreibgeschwindigkeit von 26,3 MByte/s. Beim Lesen kam die Harddisk sogar auf Transferrate von 30,2 MByte/s. Die Bestwerte der Platte liegen allerdings rund 10 Megabyte höher: Beim Kopieren einer rund 650 MByte großen ISO-Abbilddatei erreichte die Harddisk über die Firewire 800-Schnittstelle eine durchschnittliche Leserate von 41,2 MByte pro Sekunde und schrieb mit einer Geschwindigkeit von 38,4 MByte pro Sekunde (Abbildung 1). Sie gewann auch das Rennen um die schnellste USB 2.0-Platte mit durchschnittlichen Transferraten von 23,1 MByte/s (Schreiben) und 23,2 MByte/s (Lesen) beim Kopieren der MP3-Sammlung (siehe Kasten "So haben wir getestet").

Die One Touch III und die Seagate Barracuda liegen mit etwas langsameren Schreibgeschwindigkeiten allerdings nur leicht zurück. Nicht mit den Transferraten dieser Festplatten mithalten konnte die Trekstor-Harddisk, die beim Lesen nur knapp über 20 MByte pro Sekunde kam und beim Schreiben mit 16,7 MByte/s deutlich langsamer arbeitete, als das übrige Testfeld.

Die USB-Performance der Ethernet-Mini-Disk von Lacie konnten wir nicht messen, da sich diese Festplatte unter Linux nicht direkt mounten lässt. Über ein proprietäres Verfahren hängt Lacie die eigentliche Datenpartition erst nach einer erfolgreichen Authentifizierung ein. Die dazu nötige Software befindet sich auf der Partition /dev/sda1 – allerdings nur für Windows und Mac OS X. Schade, da sich auf der Festplatte ein Mini-Linux mit Kernel 2.4 befindet, das den für die Netzwerkfunktion benötigten HTTP- und Samba-Server bereitstellt. Im Netzwerk funktioniert die Platte hingegen problemlos mit Linux. Falls vorhanden, bezieht sie ihre IP-Adresse automatisch von einem DHCP-Server; sonst benutzt die Disk die IP-Adresse 192.168.1.100. Ein schwacher Trost für Linux-Benutzer: Wählen Sie als Dateisystem das von Lacie empfohlene Ext3, dann lässt sich die Festplatte auch unter Windows und Mac OS X nicht mehr lokal mounten.

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