Filter mit Vergangenheit

Die Software baut auf dem Klassiker Junkbuster [5] auf: Privoxy wird – im Gegensatz zu anderen, hier vorgestellten Programmen – weiter aktiv entwickelt. So finden sich der Privoxy-Website auch für viele Distributionen fertige Pakete. Der Standard ist dabei die systemweite Installation als Administrator, auch wenn sich Privoxy prinzipiell unter einem normalen User-Account installieren lässt – doch das erfordert etwas mehr Handarbeit.

Nach der Installation unter Red Hat startet das Betriebssystem den Filter wie andere Serverprogramme beim Booten. Von Hand machen Sie das mit /etc/rc.d/init.d/privoxy start. Sämtliche Konfigurationsdateien finden sich im Verzeichnis /etc/privoxy, darunter die Hauptkonfigurationsdatei /etc/privoxy/config. Hier stellen Sie alle Feinheiten ein, aber Privoxy verrichtet schon in der mitgelieferten Grundkonfiguration seinen Dienst.

Sobald Sie den voreingestellten Port 8118, wie oben beschrieben, im Webbrowser eingestellt haben, filtert Privoxy die Werbung aus angeforderten Webseiten. Praktischerweise markiert die Software Stellen, an denen sie Werbebanner entfernt, und zeigt auf Wunsch das gefilterte Bild und die zutreffende Filterregel. Damit sehen Sie, ob die eingestellten Regeln auch wirklich nur Werbung entfernen oder auch andere Bilder, die Sie eigentlich gerne sehen würden. Unter der speziellen Adresse http://p.p lässt sich Privoxy direkt im Webbrowser einstellen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Privoxy-Konfigurationsseite im Browser. Die Filterfunktion lässt sich mit einem Mausklick ein- und ausschalten.

Reingewaschen

Für private Nutzer gibt es den Webwasher [4] von der gleichnamigen Firma – einem Siemens-Ableger – umsonst. Diese Version ist auf zwei Nutzer oder maximal 20 gleichzeitige Verbindungen beschränkt, spezielle Filter für Javascript bleiben der kommerziellen Version vorbehalten. Webwasher benötigt zur Installation Administratorrechte, und es gibt auch keine einfache Möglichkeit, das zu umgehen. Die Firma bietet zwei Paketformate an, ein RPM und ein gezipptes Tar-File, das ein Installationsskript enthält. Damit reduziert sich das Einspielen der Software darauf, als Administrator einen einzigen Befehl einzugeben.

Die Software startet auch gleich selbst und wartet auf Port 9090 auf Anfragen. Die Konfigurationsdateien finden Sie in /etc/wwwasher, die Logdateien in /var/log/wwasher. Letztere sind zunächst abgeschaltet, lassen sich aber über das Web-Frontend aktivieren, das sich unter der speziellen Adresse http://-web.washer-/ findet. Ab Werk lautet der Benutzername admin, das Passwort webwasher.

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