Linux – echt einfach

Anders als die meisten anderen Publikationen scheint der Autor dieses Einsteigerbuchs aus dem Franzis-Verlag von einem schon installierten Linux-System auszugehen, wird doch die Beschreibung der Installation der beigelegten SuSE-Evaluationsversion auf das neunte Kapitel verschoben. Man kann natürlich dort mit dem Lesen beginnen und dann am Anfang fortfahren, wo die Benutzung des KDE-Desktops und dessen mitgelieferte Anwendungen im Vordergrund stehen. Es folgen fünfzehn Seiten zu Benutzerrechten und Dateisystem, ein paar Tipps und Tricks und wieder ein Kapitel zur Konfiguration des K-Desktops. Nun folgt besagte Installationsanleitung, anschliessend Informationen zu kleineren Netzwerken, die Vorstellung von Samba, die Beschreibung des Internetzugangs mit Hilfe von KDE-Software sowie die Möglichkeit, die SuSE-Distribution über das Internet zu erweitern bzw. upzudaten. Der Stoff wird dabei durchgängig in überaus kompakter Form präsentiert. Auch in diesem Buch werden viele Screenshots als Möglichkeit betrachtet, Arbeitsabläufe zu visualisieren.

Das Postscriptum auf dem Buchrücken – "Was hier nicht drin steht, müssen Sie wirklich nicht wissen." – klingt angesichts der Tatsache, dass man z.B. Informationen zu ISDN vergeblich sucht, etwas überheblich. Zu loben sind dagegen die übersichtliche und einfach nachvollziehbare Darstellung. Ähnlich wie beim vorherigen Buch finde ich auch hier das eine oder andere Bild völlig überflüssig, da nichtssagend. Bei diesem Werk dürfte auch der Preis für den einen oder anderen die Motivation verstärken, das Buch in die engere Wahl zu ziehen.

Ellen Siever

Linux in a Nutshell

Wir haben in dieser Zusammenfassung nur deutschsprachige Bücher aufgeführt, und auch dieses Werk soll trotz des englischen Titels keine Ausnahme sein. Es handelt sich nämlich um die gerade neu erschienene deutsche Übersetzung aus der erfolgreichen Nutshell-Reihe von O'Reilly. Das Buch passt auch nicht ganz in den Rahmen, liegt ihm doch keine SuSE-Evaluationsversion noch irgendeine andere Distribution bei. Es bietet auch keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation an. Aber es rundet hervorragend die Vorstellungen ab und sollte beim nächsten Einkauf zumindestens in die Hand genommen werden. Denn bei Linux – und darüber besteht ja im Prinzip kein Zweifel – handelt es sich um ein weitaus komplexeres System als z.B. Windows. Neben der eigentlichen Verwaltung und Pflege erwartet den Benutzer eine kaum überschaubare Menge an Tools und Utilities, was einen früher oder später nach einer Referenz schreien lässt: Welche Syntax hat dieses Kommando, welche Optionen verlangt jenes Programm usw. Natürlich liefert Linux zu fast allem eine Manpage oder ein HOWTO – doch viele Anfänger tun sich schwer mit englischer, noch dazu sehr technischer Dokumentation. In diesem Buch nun findet der Leser Erklärungen zu den wichtigsten Kommandos, den gebräuchlichsten Shells und Editoren. Dazu Kurzreferenzen zu sed und gawk, Compilern, RCS/CVS und Perl. Den Abschluss bilden zwei Kapitel zur System- und Netzwerkverwaltung sowie ein Kapitel zu Boot-Verfahren. Insgesamt erfüllt das Buch die Aufgabe, die es hat, nämlich als Nachschlagewerk (in möglichst greifbarer Nähe) zu dienen, recht gut. Es stellt aber keine Einführung da und ist daher für Anfänger nur in Kombination mit einem der anderen aufgeführten Bücher sinnvoll.

Bei der wirklich grossen Zahl an Einsteigerbüchern erhebt diese Übersicht keinesfalls den Anspruch, vollständig zu sein. Allerdings kann ich doch behaupten, dass die hier vorgestellten Exemplare überwiegend der Klasse als der Masse angehören und keines von mir den Stempel "Ungenügend" erhält. Preislich interessant finde ich das Taschenbuch "Linux" von Marc Andre Selig und "Linux - echt einfach" von Stefan Fellner. Wer ISDN unter Linux benutzen möchte, sollte allerdings auf ein anderes als das Fellner-Buch zurückgreifen. Im Mittelfeld würde ich "Jetzt lerne ich Linux" von Stefanie Teufel präferieren, und wer die Nobelklasse liebt und vor dicken, nicht ganz billigen Büchern nicht zurückschreckt, dem empfehle ich Michael Koflers "Linux".

Marcel Prevost hat einmal gesagt: "Die Bekanntschaft mit einem einzigen guten Buch kann ein Leben ändern." Wann ein Buch gut ist und wann nicht, entscheidet allerdings der Leser. Ein Schmökernachmittag in der Buchhandlung ist also wärmstens zu empfehlen!

Buchtipps

Titel Autor(en) Erscheinungsjahr, Auflage Verlag Seiten Preis ISBN
Linux Marc André Selig 1999, 2.+3. Aufl. Markt&Technik 477 19,95 DM 2. Aufl.: 3-8272-5538-4 (bei Heyne: 3-453-15738-9), 3. Aufl.: 3-8272-5627-5
Jetzt lerne ich Linux Stefanie Teufel 1998, 1999 Markt&Technik 388 49,95 DM 1. Aufl.: 3-8272-5433-7, 2. Aufl.: 3-8272-5615-1
Linux Michael Kofler 1999, 4. Aufl. Addison-Wesley 895 99,90 DM 3-8273-1475-5
Linux-Anwenderhandbuch Sebastian Hetze, Dirk Hohndel, Martin Müller, Olaf Kirch 1997, 7. Aufl. LunetIX 640 59,00 DM 3-929764-06-7
Linux für Anwender Andreas Tikart, Jens Kühnel, Lars Gentara 1999 MITP Verlag 452 49,90 DM 3-8266-0419-9
Linux - der rote Faden David Herminghaus 1999 SYBEX 329 39,95 DM 3-8155-7030-1
Linux - echt einfach Stefan Fellner 1999 Franzis' 256 29,95 DM 3-7723-6114-5
Linux in a Nutshell Ellen Siever 1999, 2. Aufl. O'Reilly Verlag 625 59,- DM 3-89721-116-5

Glossar

Shell-Programmierung

Die gebräuchlichen Shells (z.B. die Bash) verfügen über eine eigene Programmiersprache, in der sich schnell und unkompliziert kleinere Skripte zur Lösung eines Problems schreiben lassen.

XFree86

Die unter Linux verwendete grafische Benutzerschnittstelle.

sed

Ein im Gegensatz zum vi oder Emacs nicht-interaktiver Editor, durch den Texte gefiltert und dabei verändert werden können.

gawk

Eine Programmiersprache.

RCS/CVS

Sogenannte Versionskontrollsysteme, die zur Verwaltung von Textdaten (z.B. Quelltexten von Programmen oder auch Webseiten) dienen.

Perl

Auch eine Programmiersprache.

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