Linux für Anwender

Diesem im MITP-Verlag erschienenen Buch beigelegt ist eine Evaluationsversion der SuSE-Distribution, deren Installation auch den Anfang bildet. Schritt für Schritt bekommt der Leser eine knappe, aber übersichtliche und durch entsprechende Screenshots leicht mitzuverfolgende Anleitung. Leider bleibt bei dieser Vorgehensweise nur selten – und das gilt für die meisten der vorgestellten Bücher! – Raum für die Beantwortung von Fragen oder die Lösung von Problemen, die abseits der beschriebenen Hardware etc. liegen. Hat man jedoch keine allzu exotische Rechner-Konfiguration und freie Partitionen oder eine ganze Platte zur Verfügung, dann landet man schon bald im Kapitel "Linux für DOS-Umsteiger", welches einen kurzen Blick auf äquivalente Kommandos bieten soll. Für Nur-Windows-Nutzer, die gar nicht wissen, was eine MS-DOS-Eingabeaufforderung ist, hält dieser kurze Ausflug allerdings keine Informationen zur Verfügung. Im weiteren Verlauf folgen die Einrichtung von X, KDE, Hinweise zur Sound-Unterstützung, und im Kapitel "Grafik" wird neben Software wie Gimp auch das Scannen unter Linux angesprochen. Dann folgen ausführliche Kapitel zu Office-Anwendungen wie StarOffice, LyX, Tabellenkalkulation mit Applixware und sogar ein paar Seiten zum aktuell noch nicht als stabil deklarierten KOffice. Den Abschluss bilden mehrere Kapitel, die auf Netzwerke und die Anbindung ans Internet eingehen.

Grundsätzlich hält dieses Buch eine Menge an Informationen bereit und deckt wirklich ein breites Spektrum ab. Manchmal aber ist es mir einfach zu bildlastig. Unterkapitel, in denen neben einem Bild, welches die halbe Seite in Anspruch nimmt, nur ein oder zwei Sätze stehen, finde ich unangebracht – sie erwecken in mir einen unvollständigen Eindruck. Der interessante Preis aber fegt den einen oder anderen Schatten wieder weg.

David Herminghaus

Linux – Der rote Faden

Eine sehr bildhafte Einführung bekommt der Leser in diesem Buch aus dem Sybex-Verlag. In insgesamt elf Kapiteln soll dem Linux-Neuling die unbekannte Welt mit vielen Beispielen und Screenshots nahe gebracht werden. Dabei weist der Autor selbst schon im Vorwort darauf hin, dass dieses Buch auf die Grundlagen fokussiert und eben nicht gleich alles auf einmal vermitteln will. Vor der Installation des mitgelieferten SuSE-Linux (Evaluationsversion) findet man sogar eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umgang mit fips, einem Programm zur Umpartitionierung von Festplatten – gesetzt den Fall, Sie wollen eine Platte benutzen, die bislang ausschließlich für ein anderes Betriebssystem gedacht war. Vermittelt wird die Information im ganzen Buch übrigens durch Text und viele, viele Bilder, die die nach Meinung des Autoren entscheidenden Punkte verständlicher machen sollen.

Nach der Installation folgt eine Einführung in die Benutzung der Shell, des Dateisystems und des X-Window-Systems. Dann kommen KDE und Informationen zu Dateirechten, Benutzern und Gruppen an die Reihe. Die Verbindung zum Internet wird über kppp beschrieben – Informationen zu ISDN sucht man dagegen vergeblich. Den Abschluss bilden der Anschluss eines Druckers und eine etwas oberflächliche Abhandlung über die Installation weiterer Software. Am Ende eines Kapitels finden sich jeweils eine stichpunktartige Zusammenfassung und ein paar Fragen, deren Lösungen im Anhang untergebracht sind.

Wer schon immer ein Bilderbuch zu Linux gesucht hat, wird mit diesem Werk fündig. Mir liegt dieser Stil weniger, da ich ihn an vielen Stellen für unübersichtlich halte. Natürlich kann ich mir aber auch Leser vorstellen, die sich freuen, wenn an der einen oder anderen Stelle ein Bild auftaucht, was ihnen verrät, ob sie auch wirklich da sind, wo der Autor glaubt, sie hingeführt zu haben. So richtig nervig finde ich allerdings den roten Faden, der dem Buch den Titel gibt und sich nicht nur sprichwörtlich sondern tatsächlich im Buch von Seite zu Seite schlängelt.

Stefan Fellner

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