Eins nach dem anderen

Mit diesem simplen Arbeitsprinzip lassen sich Videoausschnitte allerdings nicht überlappend montieren. Solche Überlappungen nutzt man in der Videobearbeitung für weiche Überblendungen oder andere Übergangseffekte. Daher sind in Avidemux nur simple Schnitte möglich.

Auch stößt das Schneiden und Wiedereinfügen per Zwischenablage an seine Grenzen, wenn Sie viele Szenen an eine andere Stelle verschieben möchten. Hierfür sind Mehrspurvideoeditoren wie Kdenlive dann doch besser geeignet: Die Programme schneiden das Video zunächst in Szenen. Diese Ausschnitte erscheinen als Clips in einem Unterfenster, aus dem man sie auf eine Montagespur zieht. Dabei bleiben die ursprünglichen Clips erkennbar und lassen sich jederzeit beliebig neu anordnen. In Avidemux sind neu platzierte Szenen gleich nach dem Einfügen nicht mehr als solche sichtbar. Die Undo-Funktion macht immer nur den jeweils letzten Arbeitsschritt rückgängig.

Das simple Avidemux eignet sich daher wunderbar, um Anfang und Ende eines Videos zu beschneiden, Videodateien stärker zu komprimieren oder sie in ein anderes Format zu konvertieren. Fürs Schneiden eines Spielfilms ist das Tool aber nicht gemacht.

Dafür fällt die Benutzeroberfläche von Avidemux sehr handlich aus: Mit dem Jog Wheel (dem Drehrad rechts neben dem Zeitschieber) navigieren Sie zügig zur gewünschten Stelle: Je weiter Sie es mit der Maus nach rechts oder links ziehen, desto schneller bewegen Sie sich durch das Video. Die Pfeil-rechts- und Pfeil-links-Tasten springen ein Einzelbild weiter. Es gibt auch eine Funktion, die nach dunklen Einzelbildern sucht, wie sie in Fernsehaufnahmen oft am Anfang und Ende eines Werbeblocks zu finden sind.

Ewige Beta-Version

Der vorgestellte und auf der Heft-DVD enthaltene 2.6-Versionszweig von Avidemux trägt immer noch Beta-Status, obwohl er sich schon einige Jahre in der Entwicklung befindet. Im Vergleich zur stabilen, bei den Distributionen mitgelieferten Version fallen äußerlich wenige Änderungen auf, doch die Entwickler haben den Kern des Programms neu geschrieben: Während früher bei Schnitten oft die Synchronisation von Audio und Video verlorenging, soll dies nun nicht mehr passieren.

Allerdings sind im Test Abstürze und Fälle von mit Avidemux erzeugten AVI-Videodateien aufgetreten, die kein Linux-Videoplayer abspielen konnte. Am besten hat das Ausgabeformat Mkv Muxer funktioniert: Seine MKV-Dateien sind für die gängigen Linux-Programme kein Problem.

Immerhin lässt sich die Beta-Version parallel zur stabilen installieren. Da Videodateien mit asynchronem Ton aus der Vorgängerversion ebenfalls keinen Spaß machen, lohnt es sich, die Beta-Version auszuprobieren – zumal es keine vergleichbar handliche Alternative für Formatumwandlung oder Rekomprimierung in Kombination mit einfachen Schnittfunktionen gibt.

Die Redaktion meint

Avidemux ist und bleibt ein handliches Programm für einfache Videobearbeitung und zum Umwandeln in andere Formate. Der immer noch nicht stabile 2.6-er Versionszweig korrigiert die in Version 2.5 auftretenden Audio-/Video-Synchronisationsprobleme und ist deshalb einen Versuch wert.

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