DVDStyler 2.9.2 – umfangreiches DVD-Authoring-System

DVDStyler brennt aus Videodateien in vielen Formaten standardkonforme DVDs. Auch ohne Kenntnisse der technischen Hintergründe gelingen Silberscheiben mit einem Menü zur Kapitelauswahl und DVDs, die beim Einlegen von selbst starten.

Fast jede gewöhnliche Digitalkamera nimmt heutzutage neben Fotos auch Videos auf. Wer sich mit dem Thema Videocodecs auskennt, kann diese auf seinem Rechner ansehen. Doch sobald man Freunden die Dateien weitergibt, hört man oft ein nölendes "kann ich nicht abspielen". Der Hardware-DVD-Player im Wohnzimmer weigert sich erst recht, die selbst gedrehten Filme wiederzugeben.

Die beste Lösung ist es, die Clips mit DVDStyler (Abbildung 17) [9] auf eine standardkonforme Film-DVD zu brennen. Dieses Programm setzt auf eine nicht wegen patentrechtlicher Bedenken beschnittene Version von Ffmpeg [10] und sollte daher mit vielen von Kameras gelieferten Formaten klarkommen; OpenSuse-Anwender benötigen das Paket aus dem Packman-Repository.

Abbildung 17: DVDStyler schreibt Videos in zahlreichen Formaten auf eine DVD, die weder auf Hardware-DVD-Playern noch auf den Windows-Rechnern von Freunden Probleme macht.

Der Leistungsumfang von DVDStyler ist groß: Er umfasst auch professionell animierte Menüs. Dabei kann allerdings die Bedienung reichlich kompliziert werden. Doch dies gilt nicht für einfachere Projekte, zum Beispiel eine DVD mit einem Menü, das Buttons zum Starten mehrerer Videos enthält. Auch eine DVD mit nur einem Film, der sofort nach dem Einlegen startet, ist leicht umzusetzen.

Startmenü

Beim Start zeigt DVDStyler einen Dialog zum Erstellen eines neuen Projekts. Geben Sie hier der DVD einen Namen (Disklabel) und entscheiden Sie sich für das Seitenverhältnis 4:3 oder 16:9 (Breitwand-Kinoformat). Ansonsten passen in der Regel die vorausgewählten Standardeinstellungen.

Nach dem Klick auf OK öffnet DVDStyler einen Dialog mit dem sperrigen Titel Auswahl einer Vorlage für das DVD-Menü. Für den ersten Versuch ist es am besten, ihn mit einem Klick auf Ohne Vorlage unverrichteter Dinge zu schließen. Dann erzeugt das Programm lediglich ein schwarzes, leeres Menü. Ein Doppelklick auf den großen schwarzen Bereich im Hauptunterfenster öffnet seine Eigenschaften. Dort wählen Sie eine Bilddatei von Ihrer Festplatte als Hintergrund.

Bevor Sie Buttons zum Starten von Videos erstellen, müssen Sie zunächst die Videodateien in das DVD-Projekt einbinden. Dazu gibt es in DVDStyler einen Dateiwähler (den Filmstreifen mit einem Plus-Symbol in der Button-Leiste). Die Videos sind dann im Teilfenster am unteren Bildrand sichtbar und tragen die Bezeichnung Titel 1, Titel 2 usw. (Abbildung 18).

Abbildung 18: Die Funktionen der Buttons in DVD-Menüs wählen Sie in DVDStyler ganz simpel aus einer Liste aus.

Buttons zum Starten eines Videos ziehen Sie aus dem gleichnamigen Reiter am rechten Fensterrand auf das Menü. Ein Doppelklick öffnet die Button-Einstellungen: Dort bearbeiten Sie den DVD-Titel, den ein Klick auf den Button später starten soll, und das Aussehen.

Für DVDs mit nur einem Video konfigurieren Sie das Menü so, dass es das Video automatisch startet. Da das Menü dann später auf der DVD gar nicht sichtbar wird, brauchen Sie sich um sein Aussehen nicht zu kümmern. Wählen Sie dazu in den Menü-Eigenschaften (Doppelklick auf den großen schwarzen Bereich) unten im Dialog den Vorbefehl jump title 1;. Sie müssen diesen Text nicht eintippen, er lässt sich nach einem Klick auf den kleinen Pfeil rechts im Feld Vorbefehle in einer Liste auswählen.

Nun ist das DVD-Projekt schon bereit zum Brennen. Das orangefarbene DVD-Symbol in der Buttonleiste startet den Brennvorgang. Ist der Haken für die Vorschau gesetzt, öffnet DVDStyler das Projekt vorher zur Kontrolle in einem Video-Player wie Xine oder VLC. Leider dauert das Mastern der DVD lang, manchmal Stunden.

Es gibt eine deutsche Einführung, die allerdings nur die Grundlagen umfasst. Den ganzen Umfang des komplexen Programms erläutert ein älterer LinuxUser-Artikel [11].

Die Redaktion meint

Einfache DVD-Projekte gelingen in DVDStyler mit wenigen Mausklick. Raum zum Experimentieren für engagierte Anwender gibt es ebenfalls. Die Benutzeroberfläche ließe sich an manchen Stellen stimmiger gestalten.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Infos

[1] Fotoxx: http://www.kornelix.com/fotoxx.html

[2] Handbuch: file:///usr/share/fotoxx/data/userguide-en.html#menus

[3] Virtualdub: http://www.virtualdub.org

[4] Avidemux: http://fixounet.free.fr/avidemux/

[5] Kdenlive: https://kdenlive.org

[6] Gpodder: http://gpodder.org/

[7] Synfig: http://www.synfig.org/

[8] Handbuch: http://wiki.synfig.org/wiki/Main_Page/de

[9] DVDStyler: http://www.dvdstyler.org/

[10] Ffmpeg: https://www.ffmpeg.org/

[11] Fortgeschrittener DVDStyler-Artikel: Peter Kreußel, "Scheibenmeister", LinuxUser 11/2014, S. 38 ff., http://linux-community.de/31462

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