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© Galina Peshkova, 123RF

OpenMandriva 2013 und Mageia 4 im Vergleich

Wahl des Mandriva-Nachfolgers

Nachdem Mandriva Linux über einige Jahre fast ganz von der Bildfläche verschwunden war, bewerben sich nun mit Mageia 4 und OpenMandriva Lx 2013 zwei interessante Linux-Distributionen um die Nachfolgerrolle. Mit grafischen Konfigurationswerkzeugen und traditionellem Fokus auf den Desktopeinsatz sprechen beide auch Einsteiger an.

Die 1998 von Gaël Duval in Frankreich entwickelte, einsteigerfreundliche Linux-Distribution Mandrake war Anfang des Jahrtausends so populär, dass das im Fahrwasser des Erfolges gegründete Unternehmen MandrakeSoft im Sommer 2001 an der Börse notierte, allerdings bereits 2003 zum ersten mal zahlungsunfähig war. Umstrukturierungen und die Mithilfe der Gemeinschaft ermöglichten MandrakeSoft 2004 den Fortbestand, und Mandrake Linux entwickelte sich sehr erfolgreich weiter. So war die Distribution bis 2005 neben Suse und Red Hat häufig unter den Top 3 zu finden.

Nachdem sich Firma und Distribution aufgrund eines Markenrechtsstreits 2005 in Mandriva bzw. Mandriva Linux umbenannt hatten, schloss sich Mandriva mit der brasilianischen Conectiva-Distribution zusammen. Im Herbst 2005 erschien Mandriva Linux 2006 als offizieller Mandrake-Nachfolger. Gleichzeitig fand Mandriva SA im russischen Unternehmen Rosalab einen Investor, der sich allerdings nach der Veröffentlichung von Mandriva Powerpack 2011 im Jahr 2012 vor allem für die Vermarktung von Enterprise-Produkten wie Mandriva Business Server interessierte. Die eigentliche Distribution wurde ähnlich wie bei Red Hat/Fedora, bzw. Suse/OpenSuse 2012 in ein Gemeinschaftprojekt ausgelagert, das seit Ende 2013 unter dem Namen OpenMandriva Lx firmiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich aber schon ein Großteil der unzufriedenen Mandriva-Community mit dem Gemeinschaftsprojekt Mageia Linux selbständig gemacht, das sich sehr erfolgreich entwickelt hat. Somit stehen Anhängern der französischen Distribution mit Mandrake-Wurzeln aktuell zwei potenzielle Nachfolger zur Verfügung.

Login

Mageia Linux [1] ist Ende 2010 als Abspaltung von Mandriva entstanden und erscheint einmal im Jahr. Die aktuelle Version Mageia 4 [2] vom Februar dieses Jahres enthält neben den Desktopumgebungen KDE 4.11.4 und Gnome 3.10.2.1 erstmals auch Cinnamon und Mate, außerdem gibt es LXDE und Xfce. Wir empfehlen KDE und haben auch nur diese Variante ausführlich getestet. OpenMandriva unterstützt traditionell KDE, in der aktuellen Version aber auch Gnome. Außerdem steht die Distribution auf der Downloadseite [3] des Projektes als installierbare Live-DVD für 32- und 64-Bit-PCs mit 1,4 GByte Umfang oder als installierbare Live-CD für 32- und 64-Bit-PCs, wahlweise mit KDE oder Gnome, zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es eine klassische Installations-DVD mit 3.7 GByte Umfang, eine 1-GByte-Xfce-Variante sowie eine Netinstall-Version mit oder ohne unfreie Firmware.

OpenMandriva 2013.0 [4] vom November letzten Jahres ist als 1,5 GByte großes DVD-Image auf der Projektseite erhältlich [5]. Sie finden beide Distributionen auf unserer Heft-DVD.

Auf die Platte, fertig …

Mageia zu installieren, ist nicht schwieriger als bei anderen modernen Linux-Distributionen. Lassen Sie sich nicht davon verunsichern, dass der Installer im letzten Schritt in der Übersicht der von Ihnen bis dahin getätigten (Vor-)Einstellungen bei jedem Punkt eine Schaltfläche Konfigurieren anbietet: Diese Möglichkeit versteht sich als Angebot an fortgeschrittene Nutzer, ihr System vor dem ersten Start individuell anzupassen. Das betrifft zum Beispiel die auf DHCP voreingestellte Netzwerkkonfiguration.

Der ebenfalls auf dem Mandrake-Installer basierende Installationsassistent von OpenMandriva präsentiert sich in einem etwas moderneren Outfit und verlangt Ihnen weniger Eingaben ab, ist also geringfügig einsteigerfreundlicher.

Anleitungen zur Installation beider Distributionen finden Sie ab Seite 32 in dieser Ausgabe.

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