Schritt für Schritt

Trotz allem ist das Einspielen mit einem an den Rechner angeschlossenen MIDI-Keyboard immer noch deutlich schneller als über die Computertastatur. Die meisten Keyboards, die in einfachen Varianten bereits für unter 50 Euro zu haben sind, funktionieren als MIDI-over-USB-Gerät, mit dem Linux und auch Musescore problemlos klarkommen.

Allerdings übernimmt Musescore nur die Tonhöhe vom Keyboard. Die Notendauer müssen Sie, wie bei der Tastatureingabe über den Ziffernblock vorwählen (Einzelschritteingabe). Das mag zunächst als Nachteil erscheinen, doch die so genannte Echtzeiteingabe, bei der die Software auch den Notenwert aus der Dauer des Tastendrucks erschließt, enttäuscht in der Praxis, weil selbst geübte Keyboarder die Notendauer dafür meist nicht exakt genug einhalten können. Wichtig ist, dass Musescore gleichzeitig angeschlagene Töne als Akkord erkennt.

Statt den eingebauten Soundgenerator zu nutzen, der ohne Konfiguration bereit steht, arbeitet die Software auch mit externen Synthesizerprogrammen wie Fluidsynth [3] zusammen. Allerdings ist und bleibt Musescore ein Spezialist für die optische Darstellung von Noten, nicht für deren klangliche Wiedergabe.

Die technischen Voraussetzungen für eine ausdrucksvolle Interpretation, wie sie die dafür ausgelegten Sequencer mitbringen, fehlen ihm. Schon darum ist es das Beste, beim out of the box funktionierenden eingebauten Klangerzeuger zu bleiben, der zur Kontrolle der eingegeben Noten ausreicht.

Die Anwahl von Einfügen / Text / Liedtext startet die Texteingabe. Mit Bindestrichen zwischen den Silben verteilen Sie diese auf die Noten. Ein Unterstrich ("_") streckt eine Silbe per Bindebogen über mehrere Noten.

Alle Sonderzeichen, egal ob Wiederholungszeichen, Dynamikangaben oder klassische Verzierungen, ziehen Sie aus einer Palette am linken Fensterrand an die gewünschte Stelle. Die per Drag & Drop platzierbaren Elemente unterteilt das Programm in 20 Kategorien, die sich unabhängig voneinander ein- und ausklappen lassen.

Feinschliff

Musescore gestattet ein differenziertes Finetuning des Notenbildes. So lassen sich die normalerweise automatisch sinnvoll gewählten Notenabstände per Hand modifizieren, auch Ausnahmen für den Sprung von aufwärts zu abwärts gerichteten Notenhälsen ab "H" sind möglich. Selbst der für lange Läufe auf dem Klavier beim Sprung aus dem Bass- in das Diskantsystem durchgezogene Achtelnotenbalken lässt sich umsetzen.

Musescore dokumentiert seine vielen Funktionen verständlich auf Deutsch [4], die zahlreichen Tastaturshortcuts können Sie verändern. So dürfen deutsche Anwender auch den international üblichen Notennamen "B" für die Tastatureingabe durch das hierzulande übliche "H" ersetzen. Eingegebene Noten können Sie drucken oder als PDF-Seiten und Bitmap-Grafiken exportieren.

Die Redaktion meint

Es gibt unter Linux kein besseres Notensatzprogramm: Musescore beherrscht selbst die Feinheiten klassischer Partituren. Dennoch bleibt seine Benutzeroberfläche übersichtlich; nicht gebrauchte Paletten blenden Sie mit einem Mausklick aus.

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