Musescore – Klassiktaugliches Notensatzprogramm

Musikliebhaber, die den Umstieg auf Linux gewagt haben, werden Windows-Notensatzprogramme wie Capella [1] vermissen. Zum Glück läuft das freie Programm Musescore unter Linux und Windows und ist inzwischen so weit ausgereift, dass es klassische Partituren genauso gut meistert wie Popmusik.

Man muss lange suchen, um ein freies, grafisch zu bedienendes Linux-Notensatzprogramm zu finden, das selbst den Anforderungen klassischer Musiker gerecht wird. Der Redaktion ist nur ein Programm bekannt, das diese Anforderungen erfüllt: Musescore [2] (Abbildung #).

Abbildung #: Mit seinen einklappbaren Paletten am linken Fensterrand macht es das Notensatzprogramm Musescore jedem Recht: Fans alter Musik halten die vielen im 17. Jahrhundert üblichen Verzierungszeichen griffbereit, der Heavy-Metal-Freak stattdessen Schlagzeugnotation.

Weder mit klassischen Trillern oder Vorschlagnoten noch mit mehreren selbständigen Stimmen in einem Notensystem ist die Software überfordert. Auch Anhänger moderner Musik kommen auf ihre Kosten: Mit Musescore lassen sich Liedtexte spielend leicht eingeben. Außerdem beherrscht das Programm die für Schlagzeug übliche vereinfachte Notation mit nur einer Notenlinie.

Kurzschrift

Kern des Programms ist ein ausgeklügeltes Eingabesystem für die Computertastatur. Dabei wählen Sie mit der rechten Hand auf dem Ziffernblock die Notendauer. Mit der linken Hand geben Sie die Noten mit Hilfe der Buchstabentasten [C],[D],[E],[F] usw. ein.

Wie jeder Musiker weiß, gibt es mehrere Oktavlagen eines Tons, aber nur ein [C] auf der Computertastatur. Musescore wählt daher immer die Oktave, die dem zuletzt eingegebenen Ton am nächsten liegt. Damit trifft das Programm oft, aber nicht immer den richtigen Ton. Das stört aber nicht allzu sehr, denn mit [Strg] und [Pfeil hoch] bzw. [Pfeil runter] lässt sich die Note schnell in die gewünschte Oktavlage verschieben.

Ähnlich leicht geht das Korrigieren einer falschen Notendauer von der Hand: [W] verdoppelt, [Q] halbiert den Notenwert. [Pfeil rauf] und [Pfeil runter] verschieben die Note einen Halbton nach oben oder unten. Das ist besonders dann hilfreich, wenn Sie Melodien nach Gehör eingeben.

Der eingebaute Synthesizer, der die Noten unmittelbar nach der Eingabe kurz anspielt, bietet dabei eine wertvolle Hilfestellung. Mit ihm kann man auch ein ganzes Stück zusammenhängend wiedergeben. Der Synthesizer enthält die 128 Instrumente des General-MIDI-Standards (Klavier, Gitarre, Gesang und viele andere), so dass sich der Klang der Noten gut abschätzen lässt.

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