Wozu ist das gut?

Welchen Vorteil bringt es nun, verschiedene Geräte über Unterverzeichnisse statt über Laufwerksbuchstaben anzusprechen – ist die Vergabe verschiedener Laufwerksnamen wie C: und D: für Diskette, Festplatte und DVD nicht logischer?

Wie schon weiter oben beschrieben, ist das ein vernünftiger Ansatz, solange man genau eine Festplatte (genauer: eine einzige Partition) und ein DVD-Laufwerk hat und an der Hardware nichts ändert – das garantiert nämlich unter Windows, dass die Laufwerksbuchstaben sich nie ändern.

In ein Linux-System können Sie jederzeit zusätzliche DVD-Laufwerke, Festplatten oder andere Speichermedien integrieren oder beispielsweise die Reihenfolge der Festplatten ändern, auch der Ausbau einer internen Platte und anschließende Anschluss über ein externes USB-Gehäuse ist relativ problemlos: Dadurch ändern sich zwar die Namen der Gerätedateien, über die Linux diese Geräte anspricht – nach einer entsprechenden Anpassung in der Zuordnungsdatei /etc/fstab ist aber wieder alles beim Alten: Die Inhalte der Datenträger finden sich erneut in den Verzeichnissen, in die sie gehören.

Linux unterstützt außerdem die Verwendung von eindeutigen Datenträger-IDs (UUID: Universally Unique Identifier): Damit können Sie die Platten sogar umstrukturieren, ohne etwas an der Zuordnungsdatei zu ändern, wenn auch diese mit IDs arbeitet (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kubuntu merkt sich in der Datei "/etc/fstab" nicht die Gerätedateien, sondern die UUIDs.

Platz schaffen

Die Flexibilität, die einem das Mounten verschafft, nutzt man auch, wenn der Platz auf einer Partition knapp wird: Arbeiten Sie z. B. mit einer einzigen Linux-Partition, die zu 95% gefüllt ist, können Sie als normaler Anwender keine Dateien mehr speichern. Eine neue Platte löst dann das Platzproblem auf einfache Weise: Kopieren Sie ein gesamtes Unterverzeichnis, wie z. B. /home, auf die neue Platte und löschen Sie die Inhalte des ursprünglichen Verzeichnis – dann mounten Sie die Kopie einfach in das jetzt leere Verzeichnis, erzeugen einen passenden Eintrag in der Datei /etc/fstab und nutzen ab sofort beide Platten.

Bei Verwendung von Laufwerksbuchstaben müssten Sie beispielsweise C:/home/benutzer nach dem Verschieben als D:/benutzer ansprechen, was vielleicht nicht jedem Programm gefällt, das Dateien "auf" C: gespeichert hat – unter Linux bemerken Programme gar nicht den Unterschied: Was vorher /home/benutzer war, ist auch nach dem Umbau /home/benutzer; dass die Dateien jetzt auf einer anderen Partition liegen, interessiert die Software nicht.

Infos

[1] Microsoft Technet: Zuweisen eines Mountpoint-Ordners zu einem Laufwerk, http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc753321.aspx

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