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© Spacejunkie, Photocase.com

Mach mal Pause!

Anti-Mausarm-Software

12.04.2010
Sitzen Sie viel vor dem Rechner? Dann hilft Ihnen die kostenlose Software Workrave, berufsbedingte Verspannungen zu vermeiden.

Das Krankheitsbild Repetitive Strain Injury (kurz: RSI) kennt man hierzulande eher unter dem wenig klärenden Begriff "Mausarm". Im Vergleich zum Kumpel, der unter Tage Kohle abbaut, gilt die Computerarbeit gemeinhin als eher ungefährlich. Doch neben Augenproblemen ("Trockene Augen") droht aufgrund der immergleichen Bewegungen mit der Maus und einer ungesunden Körperhaltung die Gefahr von notorischen Verspannungen und Schmerzen an Arm und Hand, die im Extremfall zur Berufsunfähigkeit führen.

Glücklicherweise gibt es ein (in der Praxis eher ungeliebtes) Mittel dagegen – die so genannte Bildschirmpause. Wer in regelmäßigen Abständen Abstand vom Computer nimmt, seinen Blick zum Beispiel über die Bürobotanik schweifen lässt oder einen Spaziergang wagt, mindert das RSI-Risiko – Sport soll auch helfen.

Im täglichen Arbeitsstress fallen Pausen allerdings schnell unter den Tisch, wenn ständig wichtige E-Mails herein flattern oder der Chef einen unter einem Berg von Papier begräbt. Hier springt Workrave [1] ein: Der Name der kostenlosen Software lässt sich in etwa mit "Arbeitsraserei" übersetzen, das Wort existiert im Englischen nicht wirklich. Es handelt sich um ein Kunstwort, das aus einem Missverständnis der Entwickler heraus entstand [2].

Workrave erinnert den Anwender unaufdringlich daran, regelmäßig ein Päuschen einzulegen und schlägt sogar – grafisch untermauert – sportliche Übungen vor, die RSI entgegen wirken. Die dabei gezeigten 3D-Figuren (Abbildung 1) erinnern ein wenig an die vor einem Flugzeugstart gezeigten Videos mit den Sicherheitsvorkehrungen – im Gegensatz zu diesen dürften sie aber tatsächlich helfen.

Abbildung 1: Mit den von Workrave vorgeschlagenen Übungen bekämpfen Sie den Mausarm.

Installation

Unter Kubuntu 9.10 installieren Sie Workrave in Version 1.9.0 wie gewohnt über den Paketmanager. Dazu rufen Sie im Startmenü den Eintrag Rechner / KPackageKit auf und geben in die Suchzeile workrave ein. Ein Klick auf den nach unten weisenden Pfeil rechts daneben installiert die Software. Wählen Sie dann Jetzt installieren, präsentiert KPackageKit eine Latte von Abhängigkeiten, die es zusätzlich installieren will. Kein Wunder: Da es sich um eine Gnome-Software handelt, spielt dieser Schritt zahlreiche Gnome-Pakete auf den Rechner. Bestätigen Sie die Auswahl mit Ok, holt der Paketmanager die Software nach Eingabe des Benutzerpassworts auf den Rechner.

Ähnlich läuft es bei OpenSuse 11.1 ab: Die Distribution verwendet allerdings YaST zum Installieren von Software. Die Softwareverwaltung erreichen Sie über den Punkt Rechner / Installieren von Software im Startmenü. Nach Eingabe des Benutzerpassworts geben Sie workrave als Suchbegriff ein und wählen dann das Paket workrave-gnome zur Installation aus. Sie finden die Software später unter Programme / Dienstprogramme / Desktop. Alternativ starten Sie Workrave über [Alt]+[F2] und die Eingabe von workrave.

Auch Mandriva hat die Version 1.9.0 an Bord. Diese spielen Sie über die Paketverwaltung ein, die Sie im Startmenü unter Installieren und entfernen von Software finden und die nach Eingabe Ihres Root-Passworts startet. Geben Sie rechts oben in die Suchzeile workrave ein, setzen Sie ein Kreuzchen beim aufgestöberten Paket und klicken Sie auf Anwenden. Nach der Installation finden Sie Workrave im Startmenü unter Werkzeuge / Zugangshilfen.

Für OpenSuse 11.2 gibt es Workrave leider (noch) nicht, die Software lässt sich hier nicht übersetzen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass externe Paketquellen irgendwann ein funktionierendes Paket für die aktuelle Version bereitstellen.

Welche Pause darf's denn sein?

Workrave bietet drei verschiedene Pausenmodi an (Abbildung 2): Nach dem Start empfiehlt die Software alle drei Minuten eine Mikropause von 30 Sekunden einzulegen, die das Symbol mit der Hand visualisiert. Kurz vor Beginn der Pause erscheint eine entsprechende Warnung in Form eines beweglichen Fensters auf dem Bildschirm. Ignorieren Sie diese und arbeiten Sie einfach weiter, verschwindet die Warnung wieder. Der Counter setzt die Zählung aber mit einem Minus vor der Zahl fort. Nach der dritten Warnung, blockiert die Software standardmäßig Ihren Bildschirm (was Sie über die Voreinstellungen ändern). Um weiter zu arbeiten, klicken Sie auf Überspringen. Unter Kubuntu müssen Sie zusätzlich eine im Kasten Kubuntu 9.10 beschriebene Änderung in den Voreinstellungen vornehmen, damit das besagte Fenster auftaucht.

Abbildung 2: Workrave bringt drei Pausenmodi mit, die Sie nach Bedarf aktivieren und deaktivieren.

Nach 45 Minuten sollten Sie eine längere Ruhepause von 10 Minuten einlegen (Kaffeetassen-Symbol). Hier reagiert die Software ähnlich wie bei der Mikropause, verziert den Bildschirm aber mit den animierten Sportübungen, um in den Ruhepausen aktiv gegen RSI vorzugehen.

Vier Stunden kontinuierliche Arbeit am Rechner betrachtet Workrave als tägliches Limit (Türsymbol) – mehr Zeit sollten Sie nicht vor dem Rechner verbringen.

Die Zeitintervalle zeigt die Software auch in einem kleinen Fenster grafisch an (Abbildung 2). Zugleich erscheinen in der Fußleiste ein Schaf – das Applet-Symbol für die Software – sowie abwechselnd die drei Symbole für die Pausentypen.

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Kommentare
Gibts schon nativ!
Peter (unangemeldet), Montag, 12. April 2010 17:26:20
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Gnome hat in den Tastatureinstellungen schon eine Tipppausenfunktion.
Genauso hat es für XFCE-Panel ein widget für Pausen namens "Time Out".


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Re: Gibts schon nativ!
JaiBee (unangemeldet), Montag, 12. April 2010 18:12:08
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@Peter:
Workrave bietet aber weit mehr Funktionen als nur das Sperren des Bildschirms, z.B. kleinere "Gymnastikübungen" und umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten.

Habe vor kurzem auch darüber gebloggt: http://www.321tux.de/2010/03/gesund-bleiben-mit-workrave/

Gruß JaiBee

PS: Ich weiß nicht, ob Links zu eigenen Blogs hier erwünscht sind. Falls nicht, bitte ich meinen Link zu entschuldigen. Die Amins können ihn ja notfalls entfernen.


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Links sind kein Problem
Marcel Hilzinger, Dienstag, 13. April 2010 11:52:06
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Im Gegenteil -- so lange sie etwas zur Sache tun sind sie sogar erwünscht. Hättest du hingegen geschrieben:

Workrave hilft sogar gegen Haarausfall, siehe:
http://link-auf-mein-tolles-haarmittel

dann hätte ich den Beitrag wohl gelöscht :-)


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