Kartenleser einrichten

Der Kartenleser ist für die Nutzung eines HBCI-Zugangs notwendig. Die HBCI-Karte erhalten Sie von Ihrer Hausbank. Für die Nutzung unter Linux empfiehlt sich ein Kartenleser von Reiner SCT: Diese sind einfach und unkompliziert einzurichten. Unter [3] finden Sie aktuelle Linux-Treiber (Abbildung 2) im RPM- und Debian-Paketformat. Die Pakete spielen Sie einfach mit dem Installtionsassistenten Ihrer Linux-Distribution ein. Sie finden sie auf der Webseite unter Support-Download / Treiber-und Softwareupdates / cyberJack. Scrollen Sie bis zum Abschnitt Linux. Hier gibt es unter anderem Treiber für OpenSuse, Kubuntu und Mandriva. Laden Sie das passende Treiberpaket auf Ihren Rechner und installieren Sie es.

Abbildung 2: Auf der Webseite des Herstellers Reiner SCT finden Sie auch Kartenlesertreiber für alle großen Distributionen.

Starten Sie Linux neu. Verbinden Sie den Kartenleser via USB-Kabel mit dem Rechner. Bevor Sie den Kartenleser nutzen können, müssen Sie sich in die neue Benutzergruppe cyberjack aufnehmen.

Wenn Sie Kubuntu nutzen, achten Sie darauf, dass Sie den Paketmanager Gdebi installiert haben. Mit diesem lassen sich Debian-Pakete auch unter Kubuntu verwenden. Die KDE-Erweiterung für dieses Programm ist in der Vorgabe bereits installiert. Laden Sie den Linux-Treiber des Kartenlesers herunter. Markieren Sie diesen im Dateimanager Dolphin oder auf der Arbeitsfläche, je nachdem, wo Sie ihn beim Download abgelegt haben. Öffnen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü und wählen Sie Öffnen mit / Gdebi Package Installer. Der Paketmanager überprüft die Abhängigkeiten und installiert das Treiberpaket nach einem Mausklick. Wählen Sie im KDE-Menü Programme / System / Benutzerverwaltung und geben Sie Ihr Passwort ein. Wechseln Sie in der Benutzerverwaltung in den Register Gruppen. Scrollen Sie ein wenig nach unten, bis Sie die Gruppe cyberjack gefunden haben, und klicken Sie auf diese. Es öffnet sich der Dialog Eigenschaften der Gruppe. Links sehen Sie alle auf dem System bekannten Benutzer. Scrollen Sie nach unten, bis Sie Ihren Benutzernamen finden. Markieren Sie diesen und fügen Sie ihn mit Hinzufügen der Gruppe cyberjack hinzu (Abbildung 3). Bestätigen Sie mit OK und schließen Sie den Dialog.

Abbildung 3: Nach der Installation des Kartenlesertreibers starten Sie den Rechner neu und tragen sich in der Gruppe "cyberjack" ein.

Unter OpenSuse starten Sie das Administrationstools YaST. Wechseln Sie in den Bereich Sicherheit und Benutzer und klicken Sie auf Benutzer- und Gruppenmanagmement. Im Register Gruppen wählen Sie Hinzufügen. Wählen Sie die Gruppe cyberjack aus und bestätigen Sie.

Verwenden Sie Mandriva Linux, öffnen Sie das Mandriva-Kontrollzentrum. Unter System / Benutzer und Gruppen finden Sie die Benutzerverwaltung der Distribution. Wechseln Sie nach Gruppen und setzen Sie ein Häkchen in das Optionskästchen vor cyberjack. Bestätigen Sie mit OK und schließen Sie das Kontrollzentrum.

Chipkartenklassen

Es gibt vier Klassen von Chipkartenlesern. Dabei gilt: Je höher die Klasse ist, desto sicherer ist das Gerät. Für Privatnutzer genügt ein Gerät der Klasse 2 oder 3. Kartenleser der Klasse 1 besitzen keine eigene Tastatur, so dass Anwender die PIN hier über die PC-Tastatur eingeben müssen. Geräte der Klasse 2 haben eine Tastatur. Die hiermit eingegebene PIN ist für Trojaner (auf dem Rechner) nicht abgreifbar. Lesegeräte der Klasse 3 sind zusätzlich vom ZKA (Zentraler Kreditausschuss) zertifiziert und versiegelt. Geräte der Klasse 4 haben biometrische Sensoren: Anwender identifizieren sich mit ihren Fingerabdrücken.

Erstinitialisierung

Bevor Sie die HBCI-Karte verwenden können, um den aktuellen Kontostand abzurufen oder Geld zu überweisen, müssen Sie die Karte "personalisieren" und den HBCI-Zugang einrichten. Verschiedene Banken nutzen unterschiedliche HBCI-Protokoll-Versionen. Die richtige Einstellung fragt das Programm in wenigen Schritten ab, es geht hier um die Erstinitialisierung. In wenigen Fällen liefert die Bank eine vorpersonalisierte HBCI-Karte. Ist dies so, können Sie auf die Erstinitialisierung verzichten.

Starten Sie Moneyplex und wählen Sie im Anmeldefenster den Einrichtungsassistenten. Schalten Sie die Option Bankverbindung einrichten an. Tragen Sie die Bankleitzahl Ihrer Hausbank ein und wählen Sie im Listenfeld das Verfahren HBCI-Internetbanking mit Chipkarte. Schalten Sie dann die Option Neuen Schlüssel erstellen (Erstinitialisierung) an. Mit einem Mausklick auf die Schaltfläche Weiter geht es in den nächsten Dialog des Assistenten.

Moneyplex fragt ab, welchen Bankzugang Sie verwenden wollen. Mit unbelegt erstellen Sie einen neuen. Geben Sie im nächsten Dialog Ihre Kontodaten, als Bankleitzahl, Benutzererkennung und die HBCI-Internetadresse der Hausbank, ein. Diese Daten erhalten Sie mit der HBCI-Karte von Ihrer Bank. Im Beispiel der Deutschen Bank ist die Adresse fints.deutsche-bank.de richtig. Nun nimmt Moneyplex eine Verbindung zum Bankserver auf und erstellt ein Schlüsselpaar. Gelegentlich forder das Programm Sie auf, Ihre PIN einzugeben, die ebenfalls von Ihrer Bank kommt. Moneyplex übertragt Ihre Zugangsdaten zum Bankserver und überprüft sie. Wenn alles stimmt, wird ein Hash-Wert erstellt. Vergleichen Sie diese Zeichenfolge mit der auf dem INI-Brief (Erstinitialisierungsbrief) von Ihrer Bank. Wenn die Daten übereinstimmen, bestätigen Sie. Der Assistent fragt, ob ein Chiffreschlüsselpaar und ein Signierschlüssel vorhanden sind. Im Allgemeinen ist dies nicht der Fall, und beide werden erstellt. Wählen Sie nachfolgend die HBCI-Version, die Ihre Bank verwendet. Diese Angaben finden Sie in den Unterlagen Ihrer Bank. Die Deutsche Bank arbeitet in unserem Beispiel mit HBCI-Version 2.01. Chiffre- und Signierschlüssel überträgt das Programm jetzt zum Bankserver. Nun können Sie den Assistent mit Fertig stellen verlassen. Drucken Sie den INI-Brief aus und senden Sie ihn unterschrieben an Ihre Bank. Nach kurzer Zeit schaltet sie den HBCI-Zugang frei.

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