Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Verknüpfungen (Symlinks) anzeigen

Verknüpfungen (so genannte symbolische Links) begegnen Ihnen häufig unter Linux. Es handelt sich eigentlich um "Attrappen" – diese Dateien tun nichts anderes als auf etwas anderes zu verweisen, ähnlich wie HTML-Links auf Webseiten. Erstellen Sie einen symbolischen Link, greifen Sie auf die Datei oder den Ordner nicht nur über den ursprünglichen Namen und Pfad zu, sondern auch über den Namen des Links.

Bekannte Vertreter dieser Gattung sind beispielsweise die Symlinks vmlinuz und initrd.img, die in / oder /boot liegen und jeweils auf den Standard-Kernel und die zugehörige Initial Ramdisk im Verzeichnis /boot verweisen, oder auch die Links zu den Start-/Stopp-Skripten in den Runlevel-Verzeichnissen [1].

Die grafischen Dateimanager haften für Symlinks meistens einen kleinen Pfeil ans Icon, der anzeigt, dass die Datei oder der Ordner auf etwas anderes verweist. Auf der Kommandozeile identifizieren Sie symbolische Links mit dem Befehl ls und dem Aufrufparameter -l für die ausführliche Darstellung (Listing 1).

Listing 1

Symbolische Links

$ ls -l /etc/rc0.d/
insgesamt 4
lrwxrwxrwx 1 root root  13 2009-02-03 14:54 K01gdm -> ../init.d/gdm
lrwxrwxrwx 1 root root  13 2009-02-03 11:22 K01kdm -> ../init.d/kdm
lrwxrwxrwx 1 root root  17 2009-02-03 11:21 K02usplash -> ../init.d/usplash
…

Der kleine Pfeil verrät, wo der Link hinzeigt. Auch die Desktopumgebungen bieten Mittel und Wege, mehr über die Verweise herauszufinden. Unter KDE und auch Gnome öffnen Sie über einen rechten Mausklick auf ein Symbol den Eigenschaften-Dialog, der Aufschluss über die Verknüpfung gibt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Einmal grafisch (unter Gnome), einmal auf der Shell: So spüren Sie symbolische Verknüpfungen und das Ziel der Links auf.

Tipp: Symbolische Links erstellen

Eine Möglichkeit, selbst solche Verweise zu erstellen, bietet der Dateimanager der Desktopumgebung: Unter Gnome fassen Sie ein Objekt mit der mittleren Maustaste an und ziehen es in Nautilus an einen neuen Ort (oder auf den Desktophintergrund). Sobald Sie die Maustaste loslassen, können Sie Verknüpfung erstellen als eine mögliche Aktion auswählen – fertig ist der Symlink. Unter KDE funktioniert das Ganze ähnlich, allerdings ziehen Sie hier das Objekt mit der linken Maustaste aus Dolphin heraus und lassen es über der Arbeitsfläche los.

Noch schneller geht's auf der Shell: Hier ist nur ein einziger Befehl notwendig, um einen Symlink zu erstellen. Die Syntax lautet ln -s Quelle Ziel. Um also beispielsweise das Verzeichnis /home/username/musik/folk/Calico/Songdogs/ für den schnelleren Zugriff auf dem Desktop abzulegen, tippen Sie:

ln -s /home/username/musik/folk/Calico/Songdogs Desktop

Diese Vorgehensweise funktioniert sowohl unter Gnome als auch unter KDE.

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