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Linux-Einstieg mit Video

OpenSuse-10.3- und Ubuntu-7.04-Trainings auf DVD

10.01.2008
Eine neue Form der Wissensvermittlung macht jetzt auch vor Linux nicht länger halt. Die Kombination von Anleitungsvideos mit Kommentaren soll einerseits einen visuellen Eindruck vom Betriebssystem und andererseits fundierte Hintergrundinformationen vermitteln. Wir testen zwei Videotrainings, die den Einstieg in eine Linux-Distribution vereinfachen.

Kurz vor Weihnachten erschien das OpenSuse-10.3-Videotraining mit 100 Lektionen in acht Stunden aus dem Hause Addison-Wesley. Wir hatten die Möglichkeit, eine Vorabversion der DVD zu testen. Schon seit Mitte des Jahres ist dagegen das Videotraining zu Ubuntu 7.04 von Galileo Computing zu erwerben. Wie das OpenSuse-Training richtet es sich an Ein-/Umsteiger und Fortgeschrittene. 84 Lektionen füllen die über acht Stunden lange Spielzeit.

Inhalt

Das Training zu OpenSuse 10.3 befindet sich auf einer DVD und teilt sich in einen Video-Teil und in das eigentliche Videotraining, das Sie am Computer betrachten. Dazu gibt es eine DVD mit OpenSuse 10.3. Die DVD-Videos eignen sich nicht zum Anschauen auf dem Computerbildschirm. Sie sind dazu gedacht, einen Teil des Trainings auch auf dem heimischen Fernseher zu betrachten. Das Ubuntu-Training enthält ebenfalls zwei DVDs: eine für das Training und eine mit installierbarem Ubuntu 7.04.

Beide Trainings sind unter Linux, Windows und Mac OS X lauffähig. Unter Linux benötigen Sie dazu einen Browser und das proprietäre Shockwave Flash. Dieser Umstand hat zur Folge, dass das Abspielen der Trainingskapitel zu hoher Ressourcenbelastung führt. Für das Addison-Wesley-Produkt benötigen Sie einen Computer mit Pentium-4-Prozessor. Ähnlich hoch sind die Anforderungen des Ubuntu-Trainings (siehe Tabelle Produktinformationen).

Produktinformationen

  OpenSuse 10.3 Videotraining Ubuntu 7.04 Videotraining
Spieldauer 8 Stunden 8:30 Stunden
Systemanforderungen Pentium 4 ab 2,6 GHz oder G4 ab 1 GHz, 512 MByte RAM, Linux, Windows Vista/2000/XP/98 oder Mac OS X ab 10.1 keine Angaben zu PC-Anforderungen, G4 ab 800 MHz, 512 MByte RAM, Linux, Windows Vista/XP/2000/98 oder Mac OS X ab 10.1
Verlag Addison Wesley Galileo Computing
Webseite http://www.addison-wesley.de/main/main.asp?page=software/bookdetails&productid=122183 http://www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-1366
ISBN 978-3-8273-6087-8 978-3-89842-866-8
Preis 39,95 Euro 34,90 Euro

Die Oberflächen beider Produkte sind sehr übersichtlich gestaltet. Über klar strukturierte Menüs gelangen Sie zu den Haupt- und Unterkapiteln (Abbildung 1). Eine Sidebar hilft Ihnen während der Wiedergabe eines Trainingskapitels dabei, schnell zu einem anderen zu springen (Abbildung 2). Im unteren Bereich des Fensters haben Sie die Möglichkeit, das Video zu pausieren, vorzuspulen und ein Lesezeichen zu setzen (Abbildung 3). Ein Manko bei der Anzeige tritt beim OpenSuse-Training auf: Bei einer Bildschirmauflösung kleiner als 1280 x 1024 fehlen selbst im Vollbildmodus des Browsers Teile der oberen Infozeile wie auch der unteren Steuerungsleiste (Abbildung 4).

Abbildung 1: Klar und übersichtlich: die Kapitelauswahl (links Ubuntu-Training, rechts OpenSuse-Videotraining).
Abbildung 2: Ausblendbare Sidebars ermöglichen die schnelle Auswahl von Kapiteln.
Abbildung 3: Übersichtlich und einfach zu steuern: die Trainingsfenster (links Ubuntu, rechts OpenSuse).
Abbildung 4: Fahren Sie eine Auflösung mit weniger als 1280x1024, treten Probleme bei der Darstellung auf.

Die Inhalte der Trainings sind ebenso gut und verständlich gegliedert wie die Oberflächen: Alle Kapitel teilen sich in mehrere Unterkapitel, die eine Spieldauer von maximal 12 Minuten haben. Beim Ubuntu-Videotraining sind es acht im OpenSuse-Training neun Hauptkapitel, die Sie auf den Webseiten der Verlage genau aufgeführt sehen (siehe Kasten Produktinformationen). Die Themengebiete erstrecken sich von der Installation der beiden Distributionen, die rund eine Stunde in Anspruch nimmt, über die Bedienung der Desktops KDE und Gnome, die Systemadministration bis hin zur Netzwerkkonfiguration. Multimedia und Internet sowie eine umfangreiche Einführung in die Arbeit mit OpenOffice gehören ebenso zum Repertoire. Im OpenSuse-Videotraining nimmt darüber hinaus die Arbeit mit der Konsole einen gewichtigen Teil ein. Dazu gehören der Umgang mit dem Texteditor vi, dem ein ganzes Kapitel gewidmet ist, wie auch die Arbeit mit Dateien, Verzeichnissen, Pipes oder das Anlegen von Links und das Linux-Rechtesystem. Nicht so umfangreich beschäftigt sich das Ubuntu-Videotraining mit der Konsole. Dafür beschreibt es Installation und Einrichtung des 3D-Desktops um so ausführlicher. Ein besonderes, aber nicht gerade praktisches Feature des Ubuntu-Videotrainings ist der Live-Modus, der es Ihnen erlaubt, das Video zu verkleinern, um das Gesehene gleich auf dem eigenen Desktop umzusetzen. Verkleinern Sie aber das Trainingsfenster nicht zu stark, sonst erkennen Sie nicht mehr viel davon.

Sehr hilfreich ist hingegen die integrierte Suchfunktion im Ubuntu-Training. Sie ermöglicht, die DVD später auch als Nachschlagewerk zu nutzen. Dieses Feature fehlt dem OpenSuse-Training. Was dieses dafür bietet, ist, dass es stärker vermittelt, wie Linux im Innern funktioniert, und nicht "nur" wie man es installiert und bedient. Oft erklärt das Video den Zusammenhang, aus dem Befehle, Anwendungen und Einrichtungswerkzeuge entstanden sind und geht über die Grundlagen hinaus. Auch beschränkt sich die DVD nicht auf die zwei großen Desktops KDE und Gnome, sondern widmet den kleinen Alternativen twm und fvwm ein eigenes Unterkapitel.

Am Ende eines jeden Kapitels haben Sie bei beiden Produkten die Möglichkeit, alles Gesehene und Gehörte in kompakter Form als Text nachzulesen und bei Bedarf Ihr Wissen mit einem Multiple-Choice-Test nachzuprüfen. Das macht Spaß und hilft dem Langzeitgedächtnis.

Die Trainer

Die Linux-Spezialisten Dieter Thalmayr (OpenSuse) und Rainer Hattenhauer (Ubuntu) sind die Trainer auf den DVDs. Sehr deutlich tritt Thalmayrs zehn-jährige Linux-Erfahrung, die er u. a. als Leiter des Münchener Suse-Schulungszentrum verbrachte, hervor. Der Suse-Spezialist führt mit leichtem (bayerischen oder fränkischem) Akzent durch die Kapitel, nie wortkarg und manchmal sogar mit lockeren Bemerkungen. So heißt der Computer schon mal "Kiste", die Anwendung XEyes sind "Glotzaugen" oder die unter Gnome verfügbaren Schubladen sind einfach nur "cool". Sehr gefallen haben die aus der praktischen Arbeit entstandenen Tipps Thalmayrs, die zeigen, dass er intensiv und effektiv mit Linux arbeitet. Rainer Hattenhauer, von Haus aus Physiker, beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Computern und vefügt über eine lange Erfahrung als Systemadministartor. Aus dieser Arbeit heraus kennt er die verschiedenen Linux-Distributionen aus dem Effeff. Sehr kompetent führt er Schritt für Schritt durch die Kapitel des Videotrainings. Zuweilen stünde seiner recht monotonen Stimme mehr Esprit gut zu Gesicht, um den Linux-Einsteiger auch in schwierigen Passagen des Trainings zu motivieren. Besonderes Augenmerk legt er auf die Bedürfnisse von Linux-Neulingen.

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