Modulare Seagate

Die FreeAgent Pro von Seagate bietet einen USB- und einen E-SATA-Anschluss oder zwei Firewire-400-Schnittstellen. Dabei hat sich der Hersteller eine besondere Lösung ausgedacht: Sämtliche Anschlüsse befinden sich in einem Sockel unter der eigentlichen Platte. Im Sockel steckt ein Modul mit dem USB- und dem E-SATA-Anschluss. Möchten Sie die Platte über Firewire anschließen, müssen Sie dieses Modul gegen den Firewire-Einsatz austauschen (Abbildung 2). Ein Firewire-800-Modul bietet Seagate allerdings nicht an. Das Zusatzmodul eignet sich in erster Linie für Rechner, die über keinen (freien) USB-2.0-Anschluss verfügen, arbeitet Firewire-400 doch etwas langsamer als USB.

Abbildung 2: Die FreeAgent Pro von Seagate gibt es mit zwei Modulen. Das linke bringt zwei Firewire 400-Anschlüsse mit, das rechte einen USB (unten) und einen E-SATA (oben).

NTFS-formatiert

Aktuelle Seagate- und Maxtor-Modelle sind mit dem Windows-Dateisystem NTFS vorformatiert. Das bedeutet, dass Sie auf diese Platten unter Linux nicht oder nur mit speziellen Treibern schreiben können. Möchten Sie die Platte nur unter Linux nutzen, formatieren Sie sie einfach mit dem Dateisystem Ext3 neu. Dazu müssen Sie wissen, über welche Gerätedatei Linux die Platte anspricht. Details dazu lesen Sie im Kasten "Die richtige Partition". Ist die Gerätedatei bekannt, legen Sie das Dateisystem mit Administratorrechten über den Befehl

mkfs.ext3 Gerätedatei

in einem Terminalfenster an. Vorsicht: Der Befehl formatiert die Harddisk ohne Nachfrage! Unter OpenSuse können Sie die Platte auch mit YaST einrichten.

Möchten Sie die Festplatte unter Windows und Linux nutzen, formatieren Sie sie entweder mit dem Dateisystem FAT oder Ext3. Für letzteres gibt es unter [2] ein Plug-in, das auch unter Windows den Zugriff auf das Linux-Dateisystem ermöglicht (lesen und schreiben). FAT eignet sich auch für den Datenaustausch, es kann jedoch keine Dateien handhaben, die größer als 4 GByte sind, und unterstützt auch die Rechteverwaltung von Linux nicht. Für ein Backup-Medium sollten Sie deshalb Ext3 wählen. Die Maxtor One Touch III kam mit dem Mac-Dateisystem HFS+ zu uns. Auch auf dieses können Sie unter Linux nicht schreiben.

Die richtige Partition

Traditionell spricht Linux interne Platten über die Gerätedateien /dev/hda, /dev/hdb und so weiter an, externe oder SCSI-Geräte als /dev/sda, /dev/sdb etc. Auf aktuellen Rechnern mit SATA-Hardware bekommen jedoch auch interne SATA-Festplatten die Bezeichnungen /dev/sda, /dev/sdb und so weiter, so dass die Zuordnung /dev/sdX = externe oder SCSI-Festplatte definitiv nicht mehr stimmt. Aktuelle Distributionen sprechen sogar sämtliche Festplatten über die Gerätedateien /dev/sdX an. Anweisungen wie "formatieren Sie die Partition /dev/sda1" sollten Sie deshalb immer äußerst kritisch lesen und zunächst überprüfen, ob dies wirklich die gewünschte Partition ist.

Um herauszufinden, welche Partition Sie formatieren oder ändern möchten, geben Sie in einem Terminalfenster mit Administratorrechten den Befehl fdisk -l ein. Er listet sämtliche Festplatten und die sich darauf befindenden Partitionen auf. Ein Beispiel zeigt Abbildung 3. In der Regel erkennen Sie hier die gewünschte Platte über die Größe (grün markiert). Bei gleich großen Platten hilft eventuell die Ausgabe von hdparm -I Gerätedatei, wobei Sie Gerätedatei durch /dev/sda, /dev/sdb etc. ersetzen müssen. Der Befehl gibt detaillierte Informationen zur Festplatte zurück, darunter auch die Typenbezeichnung. Bei zwei baugleichen Platten hilft nur Ausprobieren.

Abbildung 3: Der Befehl fdisk -l zeigt Ihnen an, welche Festplatten das Linux-System erkannt hat.

Unter OpenSuse können Sie die NTFS-Partition auch verkleinern, wenn Sie sie nicht löschen möchten. Starten Sie dazu das Partitionierungstool von YaST:

kdesu yast2 disk

Das Warnfenster klicken Sie mit OK weg und markieren dann die Partition der NTFS-Festplatte (zum Beispiel /dev/sda1). Über Größe ändern öffnet sich ein neuer Dialog (Abbildung 4), in dem Sie über einen Schieberegler die gewünschten Einstellungen vornehmen. Achten Sie darauf, dass Sie die Größe der Partition nur ändern können, wenn sie nicht eingehängt ist. Da OpenSuse externe Platten automatisch einbindet, müssen Sie das Medium vermutlich über einen Rechtsklick im Arbeitsplatz zunächst aushängen.

Abbildung 4: Per Schieberegler legen Sie fest, wie viel Platz die alte NTFS-Partition noch bekommen soll. Die neue Partition müssen Sie danach noch einrichten.

Testübersicht

  Hersteller Platte Format Kapazität Vorformatiert mit schreiben (MByte/s)     lesen (MByte/s)     Gewicht Preis (ca.)
          USB Firewire800 E-SATA USB Firewire800 E-SATA
Seagate FreeAgent Go 2,5 Zoll 160 GByte NTFS 28 - - 31 - - 180 g 120 EUR
Freecom Mobile Drive 2,5 Zoll 250 GByte FAT 28 - - 33 - - 290g 180 EUR
Maxtor One Touch III Mini Edition 2,5 Zoll 160 GByte NTFS 27 - - 30 - - 210g 120 EUR
Seagate FreeAgent Pro 3,5 Zoll 750 GByte NTFS 29 - 59 30 - 65 1200g 220 EUR
Freecom Hard Drive Pro SHPABB 3,5 Zoll 500 GByte FAT 29 - 65 33 - 72 1500g 180 EUR
Freecom Hard Drive Pro SSOAAA 3,5 Zoll 400 GByte FAT 27 52 - 30 66 - 1500g 180 EUR
Maxtor One Touch III 3,5 Zoll 750 GByte NTFS 28 54 - 31 73 - 1700g 220 EUR
  Samsung* HD501LJ 3,5 Zoll 500 GByte -     73     80   100 EUR
* interne SATA-Platte zum Vergleich

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