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Sieben externe Festplatten auf dem Prüfstand

Massenspeicher

Externe Speicherlösungen eignen sich ideal, um den internen Festplatten wieder etwas mehr Luft zu verschaffen. Dass dies nicht auf Kosten der Performance gehen muss, zeigt unser Testbericht.

Was tun, wenn die Festplatte voll ist? Man kauft sich eine neue. Doch so einfach diese Lösung scheint, gilt es vor dem Kauf, mehrere Parameter zu berücksichtigen, unter anderem, ob Sie den internen Speicher erweitern möchten oder besser auf eine externe Lösung setzen. Eine neue Festplatte kann Ihren Computer auch deutlich schneller machen, da Platten, die über 80 Prozent voll sind, Linux in der Regel ausbremsen. Es lohnt sich deshalb, an eine Speichererweiterung zu denken, bevor es zu spät ist. Früher waren Nutzer für höchstmögliche Leistung auf interne Harddisks angewiesen. Doch heute gibt es auch externe Lösungen zu einem erschwinglichen Preis, die genauso schnell arbeiten wie interne Platten. Entscheidend dafür ist die Auswahl der richtigen Schnittstelle.

Wahl der Schnittstelle

Sämtliche getesteten Festplatten verfügen mindestens über einen USB-2.0-Anschluss und sind somit mit sämtlichen Rechnern kompatibel (im Notfall auch abwärts mit USB-1.0). USB gehört jedoch nicht zu den schnellsten Schnittstellen. Mit Transferraten von maximal 33 MByte/s beim Lesen und 29 MByte/s beim Schreiben arbeiten externe USB-Platten etwa so schnell wie eine fünf Jahre alte interne Festplatte. Deutlich höhrere Transferraten erreichen Sie mit E-SATA- oder Firewire-800-Hardware, allerdings bringen nur sehr wenige Rechner eine dieser zwei Schnittstellen mit. Bei Firewire 800 (auch iee1394b genannt) handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Firewire-400-Schnittstelle (iee1394a). Ein Firewire-400-Anschluss gehört inzwischen bei den meisten Notebooks und etlichen Desktop-Rechnern zur Standardausstattung. Das neuere Firewire 800 ist allerdings nicht abwärtskompatibel zu Firewire 400, das heißt, dass Sie keine Firewire-400-Platte an einen Firewire-800-Steckplatz anschließen können und umgekehrt.

Mit E-SATA gibt es seit einem guten Jahr eine schnelle Alternative zu Firewire 800, die sich langsam etabliert. Bei E-SATA handelt es sich um eine spezielle Form von Serial ATA (SATA) für externe Geräte. E-SATA-Hardware lässt sich nicht an die internen SATA-Steckplätze von Mainboards anschließen, die Stecker sind nicht kompatibel.

Haben Sie die Absicht, Ihren Rechner mit einer neuen Schnittstelle für die Datenübertragung auszurüsten, kommen Firewire-800- oder E-SATA-Karten in Frage. (Firewire 400 arbeitet nicht schneller als USB 2.0.) Diese gibt es in mehreren Ausführungen. Für ältere Rechner benötigen Sie eine Karte, die in den PCI-Steckplatz passt. Geeignet dazu sind PCI- und PCI-X-Karten. In neueren Rechnern befinden sich auch PCI-Express-Steckplätze. Besitzen Sie ein Mainboard mit einem solchen, kaufen Sie besser eine PCI-E-Karte. Die Preise für Firewire-800-Adapter liegen zwischen 50 und 100 Euro, bei den SATA-Karten gibt es eine deutlich größere Preisdifferenz. Die günstigsten Karten kosten unter 50 Euro, die teuersten mehrere Hundert. Die von uns benutzte Dawicontrol-Karte im PCI-Express-Format (siehe Kasten "So haben wir getestet") bekommen Sie in diversen Internet-Shops ab 40 Euro. Eine PCI-X-Karte von Dawicontrol, die zusätzlich zwei interne SATA-Anschlüsse und RAID-Funktionalität mitbringt, kostet um die 100 Euro. Für Notebooks gibt es auch Cardbus- und Express-Cards mit Firewire-800- oder E-SATA-Anschlüssen.

Linux-kompatibel

Sämtliche von uns getesteten Festplatten und Controller funktionierten ohne zusätzliche Treiber unter den EasyLinux-Distributionen. Sie müssen beim Kauf also keine Rücksicht auf Linux nehmen. Allerdings gibt es Unterschiede, wie die einzelnen Distributionen externe Speichermedien handhaben. Während OpenSuse und Mandriva Linux den Zugriff generell gestatten, zeigt Ubuntu nach dem Anschließen einer externe SATA-Platte einen Passwortdialog an. Per USB angeschlossen, erscheint die gleiche Harddisk hingegen auch ohne Passworteingabe.

Wie schnell eine Festplatte tatsächlich arbeitet, hängt auch vom benutzten Dateisystem, der Partitionierung und den Mount-Optionen ab. Die Geschwindigkeitsmessungen führten wir unter einer Standardinstallation von Ubuntu 7.04 durch, als Dateisystem kam Ext3 zum Einsatz. Details zu den Tests finden Sie im Kasten "So haben wir getestet".

So haben wir getestet

EasyLinux setzte für die Festplattentest einen handelsüblichen PC mit einem Intel-Mainboard und einem 2,6 GHz schnellen Intel-Core-Duo-Prozessor ein. Unser Testrechner besitzt 1 GByte Hauptspeicher, als interne Festplatte kam die S-ATA-Platte Barracuda ST380211AS von Seagate mit 80 GByte zum Einsatz. Um auch die E-SATA-Schnittstelle testen zu können, bauten wir in den Rechner die PCI-Express-Karte DC 310e Raid mit einer E-SATA-Schnittstelle von Dawicontrol ein. Die Übertragungsraten per Firewire 800 maßen wir mit einer PCI-Karte von Belkin. In zwei Tests ermittelten wir die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit sowie die durchschnittliche Übertragungsrate mit MP3-Dateien. Beim ersten Test legte der Benchmark slow.c jeweils am Anfang der Platte eine 2 GByte große Datei an und maß dabei die Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Diese Werte finden Sie in der Tabelle "Testübersicht". Für den zweiten Test kopierten wir jeweils knapp 6 GByte an MP3- und Ogg-Vorbis-Dateien von der internen Samsung HD501LJ auf die externen Platten und zurück. Die Tabelle "Testwerte" zeigt, wie viel niedriger die praktischen Durchsatzraten gegenüber den Maximalwerten ausfallen. Als Dateisystem kam auf sämtlichen Platten Ext3 zum Einsatz. Bei einzelnen Dateien im Gigabyte-Bereich dürften die meisten Platten zwar etwas flotter sein, bei kleineren Dateien sinkt jedoch die Performance erfahrungsgemäß deutlich [1].

Testwerte

  schreiben (max.) schreiben MP3 lesen (max.) lesen MP3
Maxtor Firewire 800 54 39 73 50
Freecom Firewire 800 52 36 66 51
Freecom E-SATA 65 40 72 60
Seagate E-SATA 59 40 65 42
FreeAgent Go USB 28 24 31 25
Mobile Drive USB 28 27 33 24
One Touch III Mini USB 27 22 30 24

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