Prozesse anhalten und beenden mit kill

Prozesse anhalten und beenden mit kill

Gast in der Shell (Teil 2)

25.08.2014
Ein Linux-System bietet komfortable GUI-Tools für fast alle Zwecke. Schneller und direkter läuft die Kommunikation über die Shell. Was auf den ersten Blick kryptisch ausschaut, gerät schnell zum gewohnten Handwerkszeug. Die Reihe "Gast in der Shell" hilft mit Tipps in loser Folge beim Einstieg.

Läuft ein Programm oder ein Dienst Amok, lässt er sich mit dem Befehl kill lahmlegen. Dazu ruft man zunächst mit ps -A die Liste aller Prozesse auf, merkt sich die zum Programm gehörende Prozessnummer (PID) aus der ersten Spalte und schießt den Querulanten dann mit kill ab:

kill 1234

Dabei ist 1234 die PID. kill kann aber noch mehr: Es sendet auf Wunsch beliebige Signale an den Prozess. Mit dem obigen Aufruf verschickt kill das SIGTERM-Signal. Dieses bittet den Prozess, sich zu beenden. Wenn der nicht hören will, kann man auch das SIGKILL-Signal senden. Damit beendet das System den Prozess auf jeden Fall:

kill -s SIGTERM 1234

Dafür gibt es auch die Kurzschreibweise kill -9 1234.

Prozesse einfrieren und auftauen

Was viele nicht wissen: Ein Prozess lässt sich auch vorübergehend anhalten. Das erledigt das SIGSTOP-Signal:

kill -s SIGSTOP 1234

Dieser Befehl würde das Programm mit der PID 1234 anhalten, es friert dabei vollständig ein. Möchte man es später weiterlaufen lassen, schickt man ihm das Signal SIGCONT:

kill -s SIGCONT 1234

Allerdings haben einige Programme mit dieser Form des Einfrierens Probleme.

Weitere Informationen zu kill und den Prozessen liefern die Artikel Prozesse im Griff und Prozesse, hört die Signale! aus der Zeitschrift EasyLinux.

Ähnliche Artikel

  • Prozess beobachten und beenden auf der Kommandozeile
    Zahlreiche Prozesse tummeln sich auf einem Linux-System: Dieser Artikel bringt Licht ins Prozessdunkel, zeigt, wie Sie Tasks anhalten, fortsetzen oder beenden und verrät, wie Sie Überbleibsel von abgestürzten Programmen ins Jenseits befördern.
  • Klar signalisiert
    Statt Prozesse einfach abzuschießen, fangen Profis deren Kommunikation geschickt ab und lenken mit den passenden Signalen die Arbeit des Rechners gekonnt in die gewünschte Richtung.
  • Zu Befehl
    Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, wo es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Viel zu tun
    Was ist los auf dem Linux-Rechner? Verschiedene Shell-Kommandos verraten etwas über die Prozesse des Systems und helfen bei der Steuerung.
Kommentare

Aktuelle Fragen

WLan mit altem Notebook funktioniert nicht mehr
Stefan Jahn, 22.08.2017 15:13, 0 Antworten
Ich habe ein altes Compaq-6710b Notebook mit Linux Mint Sonya bei dem WLan neulich noch funktioni...
Würde gerne openstreetmap.de im Tor-Browser benutzen, oder zu gefährlich?
Wimpy *, 21.08.2017 13:24, 1 Antworten
Im Tor-Netzwerk (Tor-Browser) kann ich https://www.openstreetmap.de/karte.html# nicht nutzen....
Samsung VG-KBD1500 - Bluetooth-Tastatur mit Touchpad mit Xubuntu 16.04.2 LTS
Linux- & BSD-UserGroup im Weserbergland, 16.08.2017 19:16, 0 Antworten
Bin grad mit "meinem Latein am Ende" darum hier mal so in den Raum geworfen. Samsung VG-KBD1500 -...
Tails verbindet nicht mit WLan
Georg Vogel, 30.07.2017 15:06, 5 Antworten
Hallo zusammen! Habe mir von Linux Mint aus einen Tails USB-Stick erstellt. Läuft soweit gut,...
Genivi for Raspberry Pi 3
Sebastian Ortmanns, 28.07.2017 10:37, 1 Antworten
I try to build a Genivi Development Platform for Rasberry Pi 3. But I always get the failures bel...