Apps an Bord

Die Webstation bringt eine relativ kleine Auswahl an Anwendungen mit. Dazu gehört der Standard-Bildbetrachter und Medienplayer von Android und ein paar weitere Tools, die bei Android-Handys auch vorinstalliert sind. Bereits über den Home-Bildschirm erreichbar ist auch ein Task-Manager, über den sich nicht mehr benötigte Anwendungen beenden lassen. Zu den Besonderheiten der Webstation gehört der E-Book-Reader Aldiko. Er lädt freie und kostenpflichtige Bücher aus dem Internet herunter. Es lassen sich aber auch E-Pub-Dateien über die SD-Karte importieren. Während die Bücherregal-Ansicht in den Test im Hoch- und Querformt funktionierte, ging das Lesen hingegen nur im Querformat. Das ist insofern irritierend, da die meisten Bücher eigentlich im Hochformat daherkommen. Noch besser kam es mit dem Update: mit der allerneuesten Firmware zeigt Aldiko sämtliche Bücher im Hochformat an.

Abbildung 1: Die E-Book-Anwendung der Webstation sieht hübsch aus und macht Spaß.

Unter den Apps aus dem Camangi-Market fanden wir den Internet-Browser Dolphin (nicht zu verwechseln mit dem KDE-Dateimanager) am besten. Er bringt ein sehr gutes Kontextmenü mit, über das sich zum Beispiel Downloads besser durchführen lassen als mit dem Standard-Browser von Android. Seltsamerweise fanden wir im Market keine einzige Anwendung, die den integrierten GPS-Empfänger nutzt (der vorhandene Open GPS Tracker ist nur für Android 1.6 und höher), somit konnten wir davon in den Tests keinen Gebrauch machen. Der GPS-Sensor beißt sich zudem nach unseren Erfahrungen mit dem WLAN-Modul. Sind beide aktiv, kommt keine WLAN-Verbindung zu Stande.

Erwähnenswert fanden wir noch die Wetter-App, die gleich mehrere Städte beherrscht und man somit einfach zwischen dem Wohn- und Ferienort wechseln kann (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Wetter-Programm kann beliebig viele Städte anzeigen.

Neu mit dem dritten Update gibt es auch einen News-Reader, der nach Land und Sprache sortiert die wichtigsten Tageszeitungen und Magazine anbietet und einen digitalen Notizblock, der auch Sprachnachrichten aufzeichner. Zudem hat Camangi den Google-Bildbetrachter durch die App FunFrame ersetzt.

Die Camangi Webstation eignet sich in der aktuellen Version nicht wirklich als Video-Player. Von unseren Testdateien spielte sie kaum eine ab. Die Webstation beschränkt sich hier auf die von Android 1.5 von Haus aus unterstützten Formate und das sind nicht viele. Suchen Sie also einen portablen Medienplayer, dann ist die Webstation das falsche Produkt.

Viele Kleinigkeiten

Den ersten kleinen Fehler bei der Webstation mussten wir bereits bei der ersten Inbetriebnahme feststellen: Wenn man den Stecker des Ladegeräts nicht genug fest einstöpselt, dann kommt dieser von alleine wieder heraus. Anstatt eines voll geladenen Akkus erwartete uns deshalb am folgetag ein leerer Akku. Diesen wieder aufzuladen, dauert jedoch selbst über das mitgelieferte Ladegerät rund fünf Stunden. Über ein USB-Kabel (fehlt allerdings im Lieferumfang) dauert der Vorgang noch länger. Apropos Lieferumfang: In der Box befindet sich neben der Webstation noch ein paar Ohrhörer mit Mikro, die sich auch zum telefonieren über eine Voip-Anwendung nutzen lassen (vorinstalliert ist dazu Fring), sowie eine per Saugnapf zu fixierende Stütze für das Tablet (Abbildung 3). Von der Nutzung diese Stütze raten wir dringend ab, da sie nicht über die dazu nötige Stabilität verfügt und die Saugwirkung in der Regel spätestens nach 10 bis 15 Minuten dahin ist.

Abbildung 3: Die per Saugwirkung arbeitende Stütze verschafft dem Tablet nicht die gewünschte Stabilität.

Halten Sie das Gerät waagerecht vor sich hin, dann befinden sich zur Rechten die drei Knöpfe Home-Bildschirm, Einstellungen und Zurück und auf der Seite die Anschlüsse für das Ladegerät, USB und die Kopfhörer. Zur Linken hat Camangi an der Seite die Tasten für die Lautstärkeregelung untergebracht, oben links befindet sich der Einschalt-Knopf. Die Webstation verfügt über einen Bewegungssensor, der allerding nur zwei Lagen kennt: waagerecht und um 90° im Gegenuhrzeigersinn gedreht hochkant. Sie müssen also das Gerät quasi kopfüber halten, sodass sich die Knöpfe oben befindet, intuitiv dreht man die Webstation jedoch genau in die umgekehrte Richtung, damit sich die Knöpfe unten befinden. Einhergehend damit stellt sich ein zusätzliches Problem: Die Webstation eignet sich nicht für eine Docking-Station, da sich die wesentlichen Anschlüsse an der rechten Seite oder an der Oberseite des Geräts befinden (im Hochkant-Format). Bei einem Tablet ist aber eine Docking-Station ein Muss, da man damit erst sinnvoll Musik-Hören, Filme betrachten oder zum Beispiel über eine Tastatur chatten kann.

Obwohl das Android-System in den Tests einen guten Eindruck machte und flüssig auf Eingaben reagierte, wachte das Gerät relativ oft nicht korrekt aus dem Standby-Modus auf. Das System arbeitete dann zwar im Hintergrund (Das Last.fm-Modul spielte weiterhin Musik ab), lediglich das Display blieb dunkel. Nach einer gewissen Zeit wurde dieses Verhalten sogar zum Standard und erst nach dem neuesten Update vom Juli 2010 trat das Problem kaum noch auf. RAM-Probleme stellten sich in den Tests hingegen auch bei fünf oder sechs parallel arbeitenden Anwendungen keine. Für den Notfall ist ein Taskmanager vorinstalliert, über den sich bei Bedarf Anwendungen abschießen lassen.

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