Welche Linux – Version kaufen?

FragenWelche Linux – Version kaufen?
Dominik Sobacki - Montag, 10. Januar 2005 16:15 Uhr

ich habe ein siemens-notebook. i.pentium II 266 / 128 ram, mit win98 drauf

möchte gerne auf linux umsteigen (dazuinstallieren oder ersetzen),
das reinarbeiten klappt schon

ich brauche:

– word- und excelähnliches (*.doc- und *.excl-konvertierendes)
– treiber für ein externes cd-romlaufwerk haben: doch soviel ich schon
gelesen habe, ist das unter linux mit ein wenig kenntnis kein großes
problem mehr
– treiber für meiner pcmcia-karte

welche version kaufe ich mir da, welche, die billig ist und ein minimum enthält?

danke

dominik / berlin

6 Antworten
Andreas Matthus - Montag, 10. Januar 2005 17:47 Uhr

Hallo dminik,

warum gleich kaufen? Nimm mal ein knoppix und sieh es an. Kann man dann auf das NB installieren.

mfg
Andreas

Johannes Fischer - Montag, 10. Januar 2005 18:21 Uhr

Hallo Dominik,

deine Anforderungen an das System erfüllen so ziemlich alle Linux-Distributionen. Da dein Notebook schon etwas betagt ist ;-), wirst du gute Karten bei der automatischen Hardware-erkennung haben. Am besten du siehst mal bei linux-cd.info [1] nach, dort findet sich ne breite Palette der verschiedenen Distries auf CD und DVD. Knoppix bekommst du dort übrigens ab 5,-€ zugesand.

Johannes

[1] http://www.linux-cd.info

micwill - Montag, 10. Januar 2005 18:27 Uhr

Hallo Dominik,

das knoppix kann fuers erste eine gute wahl sein. wenn du in berlin wohnst, und keinen zugang zu schnellem internet hast, kannst du dir gerne an der HU eine abholen.

gruesse
mic

Sebastian B. - Montag, 10. Januar 2005 18:32 Uhr

Hallo Dominik,
deine Angaben/Anforderungen sind leider nicht sehr praezise was es schwer macht dir eine Hilfestellung zu geben.
Die Unterstuetzung fuer „aeltere“ Hardware, auch im Notebook-Bereich, ist bei den aktuellen Distributionen im allgemeinen gut, problematisch wird das ganze allerdings, weil viele Distributionen dahin tendieren die „mindest Anforderungen“ immer weiter zu erhoehen, da dein Geraet offensichtlich einer aelteren Generation angehoert werden einige „aktuelle“ Features wahrscheinlich den Rechner zu stark belasten als das ein zuegiges nutzen gewaehrleistet werden kann.
Meine erste Reaktion waere bei deinen Angaben gewesen dir eine „live-CD“ zu empfehlen, um zu testen inwieweit du mit dem System zurecht kommst oder es ueberhaupt laeuft. Aufgrund deiner Angabe das du ein Externes CD-Rom nutzt bin ich mir aber nicht sicher ob dein System ueberhaupt von einer „live-CD“ booten kann. (Live-CDs sind lauffaehige Systeme auf einer CD-ROM / DVD die nicht installiert werden muessen und deshalb sehr gut zum testen geeignet sind, viele Distributionen bieten Live-CDs kostenlos zum Download an z.B. SuSE, Kanotix, Knoppix) Inwieweit z.B. ein Knoppix System ueber den Umweg einer Diskette gestartet oder installiert werden kann, kann ich dir leider mangels Erfahrung nicht sagen.

Um auf die anderen von dir angesprochenen Punkte zurueck zu kommen:
Word und Excel Dateien importieren kann z.B. Staroffice oder auch das KOffice
Bearbeiten / Laden von doc und Excel Dateien ist mit diesen Programmen auch moeglich, der Funktionsumfang besteht entsprechend auch.
Zu dem Externen CD-Rom Laufwerk waeren naehere Angaben noetig um zu sagen ob es lauffaehig ist oder nicht. Distributionen wie z.B. SuSE bieten aber eine Umfangreiche Hardware Datenbank und zusaetzlich ist es kein Problem den Support der Distribution per Email zu kontaktieren, dieser gibt dann gerne auskunft ueber die Kompatibilitaet der Hardware mit dem System.
Fuer deine „pcmcia Karte“ gilt das selbe wie fuer das gesamte Notebook oder auch das CD-Rom, ohne genauere Angaben waere jegliche Aussage Kaffeesatz lesen.

Zum Erwerb der Distribution kann ich nur sagen: Es kommt darauf an welche Anforderungen / Vorlieben du hast. An deiner stelle wuerde ich eine Download-Version testen und bei gefallen die Entsprechende Boxed Version mit Dokumentation erwerben, allerdings veralten Dokumentationen auf Papier noch schneller als die Online-Pendanz, daher waeren sie fuer mich kein Primaeres Kauf -Argument.

Mit freundlichen Gruessen
Sebastian

RHase - Montag, 10. Januar 2005 18:53 Uhr

Hallo Dominik,

Bei Linux bekommt man eigentlich immer das Optimum und das Maximum 😉

Also, bei Linux hast Du drei Moeglichkeiten:
1. eine Distribution kaufen
2. eine Distribution aus dem Internet downloaden (oder CD/DVD aus einer Zeitung)
3. selbst ein Linux basteln (Linux from scratch)

1 = ist loeblich, mit dem Kauf wird „Linux“ unterstuetzt
2 = ist billig und bequem, sofern man eine entsprechende Internet-Anbindung hat
3 = ist etwas fuer die ganz Neugierigen

Kauft man eine Distribution, so bekommt man zumeist 1-2 DVDs und/oder bis zu 10 CDs. Alle CDs bzw. den kompletten Inhalt einer DVD wird wohl kaum jemand installieren. Ebenso verhaellt es sich beim Download einer Linux-Version.
Fuer eine Grund-Installation benoetigt man in aller Regel nur die ersten 3 CDs (manchmal reicht auch nur die erste, oft ist dann aber ein dringend benoetigtes Programm auf der dritten CD 😉
Bei der Installation selbst kann man -je nach Distribution- mehr oder minder genau auswaehlen, welche Programme man installiert haben will. Spaetere Nachinstallationen von CD/DVD/Internet sind bei allen moeglich.

Fuer welche Distribution und Version man sich letztendlich entscheidet, kann von den verschiedensten Faktoren abhaengen:
– „Geschmack“: manche bevorzugen aus idealistischen Gruenden Debian, andere geben dem deutschen Suse den Vorzug, andere wiederum stehen auf Ketchup und RedHat 😉
– Hardware-Unterstuetzung: aus meiner Sicht ein entscheidendes Kriterium (Suse hat bei 9.2 z.Bsp. einige Probleme mit USB-Sticks, viele Hersteller von Raid-Controllern unterstuetzen nur RedHat,…)
– Einsatz-Zweck: vor einigen Jahren bevorzugte ich im Graphik-Bereich Mandrake, da dieses (zur damaligen Zeit) die qualitativ besten Treiber fuer meine VGA-Karte beinhaltete. Im Server-Bereich lege ich sehr viel wert auf Stabilitaet und Sicherheit, wo mir das konservative Debian sehr entgegen kommt. Im Client (Desktop-Bereich) moechte ich moderne („topaktuelle“), anwenderfreundliche Anwendunsprogramme haben und die Sicherheits- bzw. Fehler- / Featuere-Updates sollen simpel und schmerzfrei vonstatten gehen, so das ich mich voll und ganz auf meine Arbeit/Aufgaben konzentrieren kann.

Also, meine Meinung auf den Punkt gebracht:
Im Server-Bereich Debian,
Im Client-Bereich bei schwacher Hardware-Ausstattung DeLi, Damned Small Linux; bei relativ starker Hardware Suse, RedHat, Mandrake und in Produktivumgebungen Suse , RedHat.

Bei den meisten Linux-Distributionen kann man immer die vorletzte Version kostenlos downloaden (seit kurzem auch die topaktuelle Suse 9.2), die aktuellste Version will zumeist bezahlt werden.

Ein Tip zum Schluss:
Besorg‘ Dir aus Zeitungen/von Bekannten ein paar Distributionen und installiere diese auf einem Zweit-PC / Spiel-Rechner. Such‘ Dir aus, welche Distri Dir am besten zusagt und check‘ ab, inwieweit diese Deine Laptop-Hardware unterstuetzt. Dann bist Du mit Deiner zukuenftigen Laptop-Distro schon etwas vetraut und die Gefahr, den Produktiv-Rechner/Laptop bei der (Parallel-) Installation zu versauen ist wesentlich geringer oder gleich Null.

…und ganz zum Schluss noch einen (nicht boesartigen!) Seitenhieb:
Finger weg von einer Installation von LIVE-Distributionen auf Produktivsysteme!!
Knoppix, Kanotix und wie sie alle heissen sind exzellente LIVE-Systeme, zumeist vollgestopft mit den topaktuellsten (Beta-) Programmen und umfangreicher Hardware-Erkennung/Unterstuetzung.
Letzteres ist auf einem installierten Produktivsystem unnoetiger Ballast, Beta-Programme gehoeren nicht auf ein Arbeitsplatzsystem und Software-/Security-Updates sind meistens problematisch. Live-Systeme sind zum Testen, die Installtionsroutinen sind i.a.R. mit Vorsicht zu geniessende AddOns.

Dominik Sobacki - Montag, 10. Januar 2005 20:50 Uhr

Danke erst mal an alle 5 Antworter. Das war eine ungemeine Information.

Ich denke ich werde mich an LFS ranwagen (da ist so mein ding: sich die sachen grundlegen anzueignen, sonst kann ich ja gleich bei windows bleiben, denn unteranderem aus diesem grund möchte ich auf windows verzichten).

Ich habe jetzt gelesen, dass Gerard Beekmans eine LFS 6.0 Release rausgebracht haben und die ziemlich gut sein soll.

Ist der/die Empfehlenswert?

Dominik

Dominik Sobacki - Montag, 10. Januar 2005 21:08 Uhr

gibt es auch buch-versionen von lfs auf deutsch?

Klaus Schwarzkopf - Dienstag, 11. Januar 2005 13:32 Uhr

ja, gibt es unter [1]!

[1] http://oss.erdfunkstelle.de/lfs-de/index.shtml

manatawady - Mittwoch, 12. Januar 2005 10:22 Uhr

Hallo,
man kann das Linux From Scratch Buch auch online erst mal lesen…
Du brauchst für LFS ein Host System, auf dem du dein LFS System einrichtest/installierst etc.

Ehrlich gesagt bin ich am zweifeln, ob LFS ein guter Einstieg auf einem Computer mit 266 MHz und 128 MB RAM ist. Da wird dein Laptop eine ganze Weile dran rechnen dürfen bis dein System einigermaßen nutzbar ist….
(Evtl hat jemand hier Erfahrung mit LFS auf vergleichbaren Maschinen?)

Ich würde an deiner Stelle eine „normale“ Installation der LFS als primäres System vorziehen, und LFS auf einer eigenen Partition/Festplatte ausprobieren.
Für den Anfang wäre bspw. Fedora Core sicher keine schlechte Wahl

Viel Spaß und Glück

[1] http://lfs.netservice-neuss.de/lfs/view/6.0/index.html
[2] http://fedora.redhat.com/

Benjamin Quest - Mittwoch, 12. Januar 2005 16:34 Uhr

Nicht kaufen, DamnSmallLinux besorgen und installieren, kommt deiner Hardware auch sehr entgegen, das System … LFS für den Anfang … Du gehst gerne in Sibirien baden, aber erst wenn die Behring-See zugefroren ist ?

Kürzliche Umfrage hier auf der LC fand heraus, daß die Mehrheit hier Debian nutzt und die Frageseite weist es als System mit den wenigsten Problemen aus (oder den erfahrensten Usern …).

Gerne riete ich daher zu SimplyMEPIS [1], eine der wenigen LIVE CD`s, die sich ohne nachfolgende Zicken auf HD installieren lassen (bei mir in keinen 15 Minuten) und welches auf Debian beruht. Allerdings solltest Du da ob deiner Hardware wirklich erstmal der CD eine Runde geben.

Von den aktuellen Distributionen (SuSE, Mandrake, Fedora) möchte ich eher abraten, da es da mit 128 MB RAM schon sehr zäh wird und ich weiß nicht ob Du auf YAST 10 mal so lange warten willst wie ich bis es oben ist … in deinem Fall dann knapp 2 Minuten.

Die *.docs und *.xls sollte Dir OpenOffice sauber öffnen und bearbeiten können. Allerdings ist OOorg auch ein ziemlicher Klotz an Programm … meiner Ansicht nach gibt es aber nichts besseres (auch unter Windows nicht ;-).

Also mein „Serviervorschlag“: DamnSmallLinux mit nachinstalliertem OOorg, Firefox und Thunderbird obenauf. Dann kann man gepflegt arbeiten. Alternativ ein Test von SimplyMEPIS …

… für die Einrichtung eventueller Softmodems kannst Du dann ja noch genug basteln …

[1] http://www.mepis.org/
[2] http://www.distrowatch.com/

Dominik Sobacki - Donnerstag, 13. Januar 2005 16:52 Uhr

danke an *.schwarzkopf

Zu Benjamin Quest & manatawady

danke erst ma. für die info

zu lfs: die lfs-anleitung setzt erfahrungen mit vers. oberflächen und ein wenig rumexperimentiert-haben voraus. insofern passt ja was ihr sagt.

zu 128mb: wie kommt es, dass grad linux, das individueller gestaltbar ist, das system mehr in anspruch nimmt als windows? grad deswegen will ich ja linux; möchte selbst optimieren. habe auch das ‚gefühl‘, das ich da von windows das wenigste brauche, das da ja so viel an ressourcen frißt.

YAST: damit ist gewiß ein prozess benannt, der die hochfahrtszeit bedingt / beeinflußt?
zum hochfahren braucht mein notebook (win98) zur zeit ca. 1-2 min., zum runterfahren 6 sek.
das runterfahren gefällt mir schon, das hochfahren: kritisch. verstehe nicht, braucht ein pc so lange, um maus, tastatur, 3soundkarteneingänge, modemeingang kurz u. lang, usb, infrarot, pcmcia-eingang und diskettenlaufwerk zu registrieren und festplatte, bildschirm, rams, chip, graphik- und soundkarte zu verifizieren? das kann nicht sein, mathematik ist doch schon so weit und die informatik ebenfalls = mysterium (windowsmysterium)?

danke, dominik

Benjamin Quest - Donnerstag, 13. Januar 2005 19:44 Uhr

Zu 128 MB: Wieso kommt es, daß so viele Menschen immer schnellere Rechner brauchen? Das ist ein Henne-Ei Problem. Es gibt schnellere Maschinen, also gibt es Programierer die ihre Sachen aufblasen (nicht bös gemeint). Triebfeder ist eigentlich die immer schnellere Hardware, die solche mit Augenschmeichlern vollgestopften Desktopumgebungen erst ermöglicht. Der Mensch ist ein Augentier, mit anderen Worten wenn Du ein System hast das klein schlank und häßlich ist und eines, welches aussen GUI innen Pfui ist, dann findet sich die Mehrheit der Leute bei der GUI wieder und sucht den Knopf, um die vielen Fehler zu beseitigen.

YAST ist die Systemsteuerung von SuSE Linux.

Windowssysteme werden mit der Zeit immer langsamer weil u.a. die Registry irgendwann zugekleistert ist mit Altlasten, wenn Dein Win schneller starten soll empfehle ich eine Neuinstallation.

2 min für Win 98, da wirst Du mit einer SuSE oder einer Mandrake oder einer anderen „aufgeblasenen“ Distribution Dir problemlos einen Kaffee kochen können beim booten, Win 98 war ein recht schneller Starter … 90 Sekunden brauchte eine SuSE auf meiner HW, 70 Sekunden das SphinxOS oder Mandrake. HW = 2.53 GHz Pentium, 512 RAM, 400Mhz FSB …

Meine Tips für deine Hardware gehen bei Bastelneigung zu DamnSmallLinux (DSL). MEPIS mußt Du ausprobieren ob Dir die Performance ausreicht, ist dann aber immerhin mit bunt geliebtem KDE Desktop, ich mags. DSL holt aber sicher mehr aus deiner Kiste raus, und Du wirst einiges manuell einrichten müssen, denke ich (IrDa, Modem).
b.

erich rieder - Freitag, 14. Januar 2005 11:55 Uhr

Ja und ich gebe nach dem Durchlesen aller Ratschläge und Empfehlungena noch eins drauf.
Ich habe seit der 1.Version von aurox mit dieser Distribution keine groben Probleme. Unter verschiendenen Desktop sowie unter 2 Notebooks (Maxdata älter und Dell neuer) installiert. Das alles was Du möchtest ist gelaufen (Maxdata hatte keinen Brenner).
aurox 10.0 ist mit Heft für 10 EUR zu haben (enthält 7 CD)
10.1 kommt in den nächsten Tagen raus.
(siehe auch aurox.org -> ist aus Polen – also mehr europäisch als viele andere)

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