Modem-SpeedUp für Linux!?

FragenModem-SpeedUp für Linux!?
Anonymer Tux - Freitag, 09. September 2005 19:23 Uhr

Hallo!

Leider bin ich manchmal unterwegs noch auf einen Internetzugang per Modem angewiesen und hätte dazu mal ne Frage:

Unter Windows gibts ja für Modemnutzer viele Gimmicks, die eine Beschleunigung des Surfens versprechen. Da ich Windows nicht nutze, hab ich diese logischerweise nicht getestet, mich würde aber mal interessieren ob diese Programme wirklich das Surfen beschleunigen (z.B. durch Kompression der Daten, …) und eure Meinung dazu hören.

Das eigentlich wichtige wäre dann auch, ob es solche Sachen auch unter Linux gibt, und der Einsatz selbiger auch merklich die Geschwindigkeit des Internetzugangs erhöhen kann!?

Danke für Eure Hinweise und Kommentare.

P.S.: Ich nutze Gentoo Linux mit Kernel 2.6.12 auf einem Toshiba Satellite M30X Laptop (1,6GHz. Centrino) mit den slmodem Treibern fürs integrierte Modem und wähle mich mit kppp ins Internet ein.

3 Antworten
Jan Kandziora - Samstag, 10. September 2005 10:36 Uhr

Unter Windows gibts ja für Modemnutzer viele Gimmicks, die eine Beschleunigung des Surfens versprechen. Da ich Windows nicht nutze, hab ich diese logischerweise nicht getestet, mich würde aber mal interessieren ob diese Programme wirklich das Surfen beschleunigen (z.B. durch Kompression der Daten, …) und eure Meinung dazu hören.

Es gab auch mal SoftRAM 95. Ich habe mal eine Packung aus dem Computerschrott des RRZN(!) Hannover gefischt, die steht hier jetzt aus Nostalgiegründen im Regal.

Das ganze ist heiße Luft. Alle Modems ab V.34 (etwa 14.4kBaud) komprimieren die Daten beim Versenden selbsttätig, mehr ist nur per Modulation drin, was die 56k-Modem nahezu perfekt beherrschen. Was tatsächlich geht hängt von der Leitung und ihren Nachbarn im Kabel ab – bei DSL ist das nicht viel anders, nur haben die Modems mehr Kanäle und eine andere Modulation.

Das eigentlich wichtige wäre dann auch, ob es solche Sachen auch unter Linux gibt, und der Einsatz selbiger auch merklich die Geschwindigkeit des Internetzugangs erhöhen kann!?

Schlangenöl-Software gibt’s für Linux kaum, denn das Publikum ist ja technisch vorgebildet und informiert sich im Web, bevor es so einen Mist kaufen würde. Also fallen da 99% der potentiellen Käufer weg, und dem Rest kann man mit gewöhnlichem Spam eh‘ noch schneller die Taschen leeren.

Jan

Tobias Hunger - Samstag, 10. September 2005 15:00 Uhr

Hey, SoftRAM95 hat funktioniert: Hinterher war das Swapfile deutlich größer und damit steht natürlich auch mehr RAM bereit… SoftRAM eben;-)

Dann sprichst Du mit einem Gentoo Nutzer, die sind empfänglich für Schlangenöl. Wie wäre es damit: Du solltest alles was mit dem Modem zu tun hat mit „-Os“ (Optimize for size) kompilieren, insbesondere den pppd. Der Kompiler produziert dann kleinere Nullen und Einsen und davon passen dann logischerweise mehr durch die Leitung.

Im Ernst: Du hast natürlich völlig recht. Laß das Modem machen, das optimiert genug. Du solltest evtl. drauf achten, das die serielle Schnittstelle die Daten schnell genug bereitstellt, aber das trifft eigentlich nur bei seriell angeschlossenen Modems und alten Rechnern noch zu. Bei Softmodems (wie in Laptops oft eingebaut), bei denen ein Programm die Modulation der Daten übernimmt und die dann mit einer einfachen Soundkarte (dem „WinModem“) in’s Telephon flötet kannst Du noch darauf achten, dass nicht andere Programme die ganze Rechenzeit auffressen… aber bei einem 1.6GHz Prozessor sollte auch das bei normalen surfen nicht der Fall sein.

Reinhard Holler - Samstag, 10. September 2005 15:03 Uhr

Die Geschwindigkeit der Datenübertragung des Modems wirst Du nicht per Software verbessern können. Allerdings kannst Du mit mehr oder weniger Aufwand die zu übertragenden Datenmengen reduzieren und damit die subjektive Geschwindigkeit beim Surfen nach oben optimieren. Dazu gibt es folgende Werkzeuge:

– Festplatten-Cache des Browsers erhöhen (Browser abhängig)
– Proxy-Server davorschalten (z.B. Squid, Browser unabhängig, auch für FTP-Transfers per wget oder anderen Tools verwendbar)
– evtl. mit Adblock-Einstellungn verhindern, dass viele grafische Werbebanner geladen werden

Vielleicht kann jemand die Liste noch ergänzen.

Anonymer Tux - Samstag, 10. September 2005 19:57 Uhr

Hi!

Danke für Eure Meinung. Ich ging ja selbst auch davon aus, dass die Kompression des Modems so gut sein sollte dass da auch ne Software nicht „kleinere Nullen und Einsen“ 😉 produzieren kann.

Beim surfen liest man eben halt mal so nebenbei was es beim „Feind“ so neues gibt, und da einiges davon auch als Freeware für Windows (oder versteckte Adware!?) angeboten wird, wollte ich mal hören ob jemand Erfahrungen damit hat und vielleicht doch die „Zaubersoftware“ existiert.

Werner

Jan Kandziora - Samstag, 10. September 2005 22:56 Uhr

Software ist niemals Zauberei. Deswegen ist Linux ja so anziehend — es gibt keinen doppelten Boden, man kann überall in die Töpfe gucken. Wer irgendwas verheimlicht ist in der Linuxumgebung kein Zauberer, sondern zumindest ein Blender, meist schlimmer.

Jan

C__FAN - Sonntag, 11. September 2005 17:49 Uhr

also was du noch machen kannst ist den MTU Wert richtig einzustellen, dass bringt dir möglicherweise einen kleinen Speedgewinn. Allerdings weiß ich jetzt ausm Kopf nicht heraus wie man das unter Linux ändert. Kannst aber ja mal googeln.

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