„Speedreading“ an der Kommandozeile

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In unserem hektischen Alltag bleibt kaum noch Zeit, um lange Anleitungen oder Bücher zu lesen. Dem begegnet auf Mobiltelefonen die App Spritz. Sie nutzt einen Kniff, mit dem Leser einen Text schneller erfassen: Zunächst stellt sie jedes Wort einzeln an einer fixen Position dar. Damit muss sich das Auge nicht zeitaufwendig über eine Zeile bewegen. Des Weiteren richtet die App das gerade angezeigte Wort an einem Buchstaben aus, den sogenannten „Optimal Recognition Point“. Das entsprechende Zeichen hebt die App farblich hervor. Dies soll dafür sorgen, dass das Gehirn das Wort schneller als Ganzes erfasst. Abschließend wechseln die Wörter auf dem Schirm recht schnell, so dass man den gesamten Text schneller liest. Angeblich soll man mit dieser Methode die 309 Seiten eines Harry Potter Buchs in nur 77 Minuten lesen können.

Der Tscheche Petr Baudis hat diesen Mechanismus mit einem kleinen Perl-Skript nachgebaut. Es nimmt über die Standardeingabe eine Textdatei an und spielt sie wie Spritz auf der Kommandozeile ab. Sein Skript speedread steht auf GitHub kostenlos zum Download bereit. Dort gibt es auch eine Test-Datei namens tea.txt.

Hier fräst sich speedread durch die Datei tea.txt.
Hier fräst sich speedread durch die Datei tea.txt.

Um speedread einzusetzen, lädt man sich besagtes Skript einfach herunter – am besten schnappt man sich gleich alle Dateien als ZIP-Archiv via Download ZIP (auf der rechten Seite). Anschließend macht man die Datei speedread ausführbar, etwa via chmod +x speedread. Des Weiteren muss man noch über den Paketmanager sicherstellen, dass Perl installiert ist. Dies sollte jedoch auf weitgehend allen großen Distributionen der Fall sein.

Jetzt kann man eine Textdatei an speedread verfüttern:

cat tea.txt | ./speadread -w 250

Dieses Beispiel schiebt (cat) den Text aus der Datei tea.txt in speedread. Die Zahl hinter -w gibt an, wie viele Wörter pro Minute (kurz „WPM“) speedread anzeigt. Die 250 sind ein guter Anfangswert, wer Übung hat, kann diesen Wert auch langsam erhöhen.

Neben speedread gibt es übrigens auch noch OpenSpritz, eine Implementierung des Algorithmus in JavaScript.

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1 Kommentar auf "„Speedreading“ an der Kommandozeile"

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Auch hier ist kein cat nötig,
„./speadread -w 250 tea.txt“

jm2c,
lutz