Opensource-Software kann keine Blurays brennen!

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So. Nachdem das Thema keinen außer mir zu interessieren scheint, werfe ich mal den Fehdehandschuh mittels einer provokanten Überschrift, um endlich mal eine möglichst medienwirksame Diskussion diesbezüglich loszutreten.

Folgendes: OSS-Brennprogramme wie K3B, Brasero und die verwendeten Backends können seit Monaten angeblich „Bluray brennen“. Was die Macher dabei allerdings klammheimlich verschwiegen haben: Man kann damit KEINE Blurays brennen, die in irgendeinem Player lauffähig sind! Es ist lediglich das Brennen auf BD-Medien mit Bluray-Brennern möglich – was allerdings noch nicht ausreicht, um eine Video-Bluray zu erstellen!

Wo liegt das Problem? Im UDF-Support: Obwohl der Kernel seit Version 2.6.26 UDF Level 2.5/2.6 lesen kann, gibt es nach wie vor kein Opensource-Brennprogramm, das UDF 2.5 erzeugen undschreiben kann – und UDF 2.5 ist für (Video)-Blurays (oder auch die etwas abgespeckte DVD-Version AVCHD) zwingend vorgeschrieben!

Verantwortlich dafür ist das Programm mkudffs aus dem udftools-Paket, das sämtliche Opensource-Brennprogramme zur Erstellung von UDF-Strukturen nutzen. Das Paket wurde schon seit 2004 nicht mehr aktualisiert und unterstützt maximal UDF Level 2.01. Es scheint auch niemanden zu interessieren, dass mkudffs bei neueren UDF-Leveln komplett versagt. UDF -Level 2.5 wurde schon 2003 spezifiziert, die Spezifikation findet sich hier.

Linderung für den Linux-User kommt übrigens in Form der kommerziellen Software Nero 4 Linux, dem meines Wissens nach einzigen Programm, das unter Linux das Einstellen des UDF-Levels erlaubt (auch 2.5 und 2.6!).

Die Fehlermeldung ist seit Kernel 2.6.26 irreführend: Das Brennen und Lesen funktioniert einwandfrei
Die Fehlermeldung ist seit Kernel 2.6.26 irreführend: Das Brennen und Lesen funktioniert einwandfrei

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12 Kommentare auf "Opensource-Software kann keine Blurays brennen!"

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Hallo Daniel, generell gebe ich Dir recht, dass es für viele Wechselwillige (Win/Mac zu Linux) sicher wesentlich ist, dass nicht alle Tools die Sie unter Windows und Mac kennen, auch unter Linux existieren. Das hält nach ein zwei fehlenden Funktionalitäten/Programmen, sehr den ein oder anderen davon ab wirklich auf Linux um zu steigen. ABER – Wenn man genauer hinschaut, braucht man die Programme wirklich? Gibt es nicht elegantere Möglichkeiten, dass geplante umzusetzen? Sicher ist es auch immer eine Frage des wollens und des Aufwandes, aber es ist auch eine Frage des bedarfes? Was willst Du denn wirklich tun? Wahrscheinlich möchtest… Mehr »
Hey Uli! Der erste Teil deiner Antwort hat mich zuerst etwas verwirrt, aber dann wurde es klar, worauf du hinauswillst! 😉 Natürlich gibt es elegantere Lösungen, ich hab hier allein vier verschiedene Geräte, die HD-Video abspielen können und in der Redaktion nochmal mindestens 5-6. Mediaplayer (WDTV, Seagate Theater), Playstation 3, Acer Revo, Wyplayer usw/usf… Wir haben auch unser Redaktions-Nero, also wäre UDF brennen kein Problem für mich! Aber das ist nicht der Punkt. Meine persönlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten zählen hier nicht, als Redakteur denk ich immer an den Leser und dass die Leute -insbesondere Linuxuser- in der Summe immer grundsätzlich… Mehr »
Welche User braucht Linux? Apple macht’s vor: Der User braucht XYZ nicht, also wird es nicht angeboten. Auch Windows drängt den User mehr oder weniger unterschwellig dazu, doch bitteschön die vorgetrampelten Lösungswege zu gehen (wie – Ihr Problem ist nicht von uns vorgesehen? Sie wollen eine Aufgabe anders lösen? Sie wollen nicht unsere tollen proprietären Dateiformate nutzen?) und legt dem User massiv Steine in den Weg. Klar kann Linux genauso eine Richtung vorgeben. Nur wird mit jeder Einschränkung der Nutzerkreis kleiner, und irgendwann reduziert sich der auf eine Handvoll Nerds. Ich ärgere mich immer wieder über Kleinigkeiten, die unter Linux… Mehr »

Ich brauche Linux,
aber auf gar keinen Fall brauche ich Apple,
den neuen Inbegriff der Gängelung und schlimmer als Microsoft.
In meinen Haushalt kommt sicher NICHTS von Apple.

Bin manchmal auch genervt, daß unter Linux nicht alles auf Anhieb läuft, bereue es aber nicht, mich für die Linux- Vielfalt entschieden zu haben.

Meine Meinung: Freiwillige vor für die Implementierung von UDF 2.5!
Das ist doch hoffentlich vollständig öffentlich und frei verwendbar?
Dann würde bestimmt (zumindest) das Erstellen von Bluray-Videos
problemlos funktionieren. Oder wird sich etwa vor der Implementierung gefürchtet, wegen (welcher?) Folgen?

Grüße

Matthias Brinke

ImgBurn.exe und Wine…!

alle diese blöden videos würde ich gar nicht speichern. text, am besten ascii-zeichen ist doch das schönste!

BD auf Linux zu brennen ist schon sehr speziell und für die meisten User uninteressant. Nero kann das, Nero kostet 19,99. Problem gelöst.
Eine neue Video-BD kostet schon mehr…

https://bugs.kde.org/show_bug.cgi?id=257602

Wer ein Konto beim KDE Bugtracker hat kann gerne dafür stimmen! 😉

Nach dem ich diverse Versuche gestartet habe eine Video-BD zu erstellen die alle samt scheiterten, habe ich langsam geglaubt ich bin zu blöd. Da sich MiniBDs ( also DVDs als AHCHD Scheiben ) mit 2.01 erstellen ließen, bin ich nicht auf die Idee gekommen das es an der fehlenden UDF 2.5 Unterstützung liegt. Nun gut man lernt nicht aus :). Daher besten Dank an Daniel für die Info. Also muss ich wohl doch noch Windows installieren, für die beim Brenner mitgelieferte Software, damit ich die BD brennen kann.

Gruß Dirk

Unter Ubuntu 11.04 stürzt Nero 4 Linux bei wirkoich JEDER Gelegenheit ab, auch beim Brennen von Blu-ray’s. Bei den Kosten der Rohlinge ist das keine angenehme Sache!
Ich habe es nicht geschafft auch nur eine einzige Blu-ray zu Ende zu schreiben!!!

Leider wird Nero 4 nicht mehr weiter entwickelt und von Nero auch nicht mehr beworben/angeboten.