GIMP und CMYK

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Nachdem ich mich jetzt schon sehr gut an GIMP gewöhnt habe, heute ein Thema, das nicht gerade GIMPs Stärke darstellt: CMYK und die Unterstützung von Farbprofilen.

Hintergrund

Anstatt wie bei RGB die Farben Rot, Grün und Blau additiv zu Weiß zu überlagern, ergeben unter CMYK die Farben Cyan, Magenta, Gelb einen Schwarzton. Da so aber in der Praxis kein sattes Schwarz erreicht wird, wird ein zusätzlicher Schwarzanteil (K, Key) festgelegt. Bei den meisten Druckverfahren kommt Vierfarbendruck zum Einsatz, weshalb Dateien dort in CMYK vorliegen müssen.

CMYK in GIMP – Separate+

GIMP selbst bietet keine Möglichkeit mit CMYK-Bildern zu arbeiten, einige nützliche Funktionen können aber mit dem Plugin Separate+ [1] nachgerüstet werden.

Nach der Installation gibt es einen zusätzlichen Eintrag namens Separate im Menü Bild:

Separate+
Separate+

Farbprofile

Zur Beschreinung von Farbräumen werden sogenannte ICC-Profilen verwendet. Unter Linux werden Farbprofile global unter /usr/share/color/icc oder im Benutzer-Heim-Verzeichnis unter .color/icc abgelegt. Das benötigte Farbprofil wird am besten bei der Druckerei erfragt oder es man verwendet Standard-Profile, wie sie beispielsweise Adobe zum Download [2] anbietet.

Verwendung des Plugins

Searate - Einstellungen
Searate – Einstellungen

Die wichtigsten Einstellungen sind das Ausgangs- und des Zielfarbraums. Auch ist wesentlich, auf welche Art und Weise die Farben beschränkt werden wenn der Zielfarbraum kleiner als der Ausgangsfarbraum ist. Dies wird durch den rendering intent bestimmt und perceptual, also auf die menschliche Wahrnehmung angepasst, ist hier meist die beste Wahl. Soll das Ergebnis als Farbbild in GIMP angezeigt werden muss noch Make CMYK pseudo-composite aktiviert werden.

Ebenen des Separierten CMYK-Bildes
Ebenen des Separierten CMYK-Bildes

Alternative

Auch wenn sich auf diesem Wege in GIMP mit CMYK-Dateien arbeiten lässt ist es bequemer, Bilder nicht in GIMP sondern erst ganz Schluss beim Export aus dem verwendeten Layoutprogramm nach CMYK zu konvertieren. So kann auch der Qualitätsverlust durch zu früh nach CMYK gewandelte Bilder vermieden werden.

Fazit

Müssen ständig Bilder im CMYK-Modus bearbeitet werden, so ist GIMP bestimmt nicht die erste Wahl. Auf die allermeisten Anwender dürfte das aber nicht zutreffen. Vor allem wenn man auf einen durchgehenden RGB-Workflow mit Konvertierung nach CMYK als letzten Arbeitsschritt setzt, stellt die fehlende CMYK-Integration von GIMP auch bei der Zusammenarbeit mit Druckereien kein großes Problem dar. Wenn ab und zu CMYK-Bilder bearbeitet werden, hilft das Separate+ Plugin weiter.

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3 Kommentare auf "GIMP und CMYK"

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Hallo, wie hast Du es fertig gebracht das Plugin zu installieren? Ich bekamme immer nur diese Fehlermeldung: OS ist Ubuntu 10.04!! gcc -g `pkg-config gimp-2.0 –cflags` `pkg-config gimpui-2.0 –cflags` `pkg-config gtk+-2.0 –cflags` `pkg-config lcms –cflags` -DENABLE_COLOR_MANAGEMENT -DENABLE_NLS -DGETTEXT_PACKAGE=“\“gimp20-separate\““ -DUSE_ICC_BUTTON -c separate-core.c Package gimp-2.0 was not found in the pkg-config search path. Perhaps you should add the directory containing `gimp-2.0.pc‘ to the PKG_CONFIG_PATH environment variable No package ‚gimp-2.0′ found Package gimpui-2.0 was not found in the pkg-config search path. Perhaps you should add the directory containing `gimpui-2.0.pc‘ to the PKG_CONFIG_PATH environment variable No package ‚gimpui-2.0′ found Package gtk+-2.0 was not found… Mehr »

Dir scheinen sämtliche dev Pakete zu fehlen.

sudo apt-get build-dep gimp
sudo apt-get install libgegl-0.0-dev libgimp2.0-dev

Das sollte schon mal die meisten Pakete installieren die du benötigst.

Wenn es danach noch nicht klapp schreib einfach noch mal

Super vielen Dank hat alles geklappt 🙂