Aus LinuxUser 02/2018

Mit Nootka klassische Notation schnell und sicher trainieren (Seite 2)

Dazu betätigen Sie die Leertaste, um eine Frage gestellt zu bekommen, und drücken nach der (hoffentlich richtigen) Antwort auf die Eingabetaste. Die Übungslevel lassen sich jederzeit durch einen Klick auf die Schaltfläche Beenden links oben abbrechen. Anschließend zeigt ein Klick auf Statistik eine Übersicht zur Qualität der gegebenen Antworten und zur benötigten Zeit (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die Statistik zeigt Hinweise auf die Bedeutung der Kurven, sobald der Mauszeiger über einem Element steht.
Abbildung 5: Die Statistik zeigt Hinweise auf die Bedeutung der Kurven, sobald der Mauszeiger über einem Element steht.

Spickzettel

Die Notenzeile zeigt im Übungsmodus und den Examen keinerlei Vorschau für den Wert eingefügter Noten an. Wenn die Frage verlangt, einen Ton auf dem Griffbrett der Animation unten in die Zeile einzusetzen, wäre eine Vorschau für Einsteiger sinnvoll. Ein Trick hilft dabei, die Lernkurve sanfter zu gestalten: Spielen Sie im freien Grundmodus in der Einstellung für Melodie auf einer angeschlossenen Gitarre nacheinander die Töne für einen C-Dur-Akkord, und blenden Sie bei Bedarf die Namen der Noten ein. Vom so erstellten Notenblatt machen Sie einen Screenshot, den Sie im Übungslevel CDur Tonleiter aufrufen.

Die Funktion zum Auswerten der Übungen enthält eine Automatik, die ab einer bestimmten Qualität bei den Ergebnissen eine Prüfung zum gleichen Thema mit härteren Vorgaben vorschlägt. Wer beim Testen die meisten Fragen relativ zügig beantwortet, bekommt eine putzig gestaltetes Zertifikat angezeigt.

Das etwas umständliche Bedienkonzept der Übungen und Prüfungen mit je einem Druck auf Leer- und Eingabetaste zum Bestätigen der Antwort deaktivieren Sie bei Bedarf in den Einstellungen zu Übungen und Prüfungen. Dann stellt das Programm nach kurzer Wartezeit automatisch neue Fragen und akzeptiert das Einfügen einer Note oder das Spielen eines Tons direkt als Antwort.

Fazit

Insgesamt wirkt Nootka nach kurzer Eingewöhnung in seine sehr umfangreichen Einstellungsdialoge logisch und leicht bedienbar. Die einfache, übersichtliche Gestaltung und die freundlich formulierten Dialoge motivieren zu langen Übungen. Der freie Modus erlaubt auch das Erarbeiten von Notationen für eigene Melodien. 

Alternativen

Genügt Nootka Ihren Ansprüchen nicht ganz, bieten einige weitere Projekte zusätzliche Möglichkeiten. Das Java-Programm ScoreDate [2] etwa bietet zwar deutlich weniger Einstellungsmöglichkeiten, ermöglicht dafür aber auch Rhythmustraining inklusive Schlagzeugnoten. Zudem beschränkt es seine Übungsnoten nicht auf gleichmäßige Zählzeiten. Zwar stammt das letzte Update des Programms aus dem Jahr 2012, das Paket aus Ubuntu „Universe“ funktioniert allerdings problemlos.

Sehr umfangreiche Übungsmöglichkeiten bietet ImproVisor [3], das sich allerdings nicht unbedingt für Einsteiger eignet, sondern sich vor allem an ambitionierte Jazzmusiker richtet. Das Programm erlaubt das Zusammenstellen virtueller Begleitbands für eigene Improvisationen und hat dazu mehr als 400 MByte musikalisches Material an Bord. Notenbeispiele bekannter Jazzlegenden wie Dizzy Gillespie oder Charlie Parker erlauben dabei die Analyse stilprägender Kompositionsmethoden des Genres. Anders als die angestaubt wirkende Webseite vermuten lässt, pflegen die Entwickler ImproVisor nach wie vor regelmäßig. Die aktuelle Version stammt vom Juni 2017.

Der Autor

Hartmut Noack arbeitet in Celle und Hannover als Dozent, Autor und Musiker. Er findet schon immer, dass freie Software und selbst gemachte Musik prima zusammenpassen. Unter http://lapoc.de finden Sie einige CC-lizenzierte klingende Ergebnisse seiner Arbeit mit freier Musiksoftware.

Glossar

Skalen

Tonleitern, die Töne enthalten, deren gemeinsame Verwendung in Akkorden und Melodien einen zusammenpassenden harmonischen Eindruck schafft.

Enharmonische Verwechslungen

Es gibt einige Töne, die in verschiedenen Skalen unterschiedliche Namen tragen, obwohl sie in temperierter Stimmung (wie bei Klavier und Gitarre üblich) identisch klingen. So ist Ces auf der Gitarre identisch mit H, kann aber auf einer Violine tatsächlich mit anderer Frequenz gespielt werden.

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