Aus LinuxUser 02/2018

Paketmanagement mit XBPS bei Void Linux (Seite 2)

Das in XBPS integrierte Buildsystem erlaubt zudem Unit-Tests mithilfe von Travis CI [5] auszuführen und so die Integrität und Konsistenz der Repositories zu überprüfen.

Einen Überblick über die gebräuchlichsten Befehle von XBPS und deren Entsprechungen bei Debian vermittelt die Tabelle „Befehlsreferenz“.

 

XBPS

Debian

Quellen aktualisieren

xbps-install -S

apt update

System aktualisieren

xbps-install -u

apt dist-upgrade

Paket installieren

xbps-install Paket

apt install Paket

Paket entfernen

xbps-remove Paket

apt remove Paket

Paket samt Abhängigkeiten entfernen

xbps-remove -R Paket

Paket samt Konfiguration entfernen

apt purge Paket

Bestandteile eines Pakets auflisten

xbps-query -f Paket

dpkg -L Paket

Pakete suchen

xbps-query -Rs Text

apt search Text

Pakete erstellen mit Xbps-src

Wie bereits erwähnt, ermöglicht Void Linux Ihnen über Xbps-src, Programme selbst aus dem Quellcode nach vordefinierten Rezepten zu bauen. Die Vorlagen lassen sich dabei an die persönlichen Vorstellungen anpassen. Das Wiki bietet dazu eine Schnellanleitung [6], auf Github findet sich eine technisch detaillierte Beschreibung [7].

Um es vereinfacht zu skizzieren, lädt Xbps-src zunächst von Github das Repository Void-Packages (Abbildung 4) mit den Paketvorlagen lokal auf den Rechner. Dann erstellt das System eine Bootstrap-Umgebung sowie eine Chroot, in der es die Pakete baut.

Abbildung 4: Um selbst Pakete zu bauen, müssen Sie zunächst ein Github-Repository ins Home-Verzeichnis klonen.
Abbildung 4: Um selbst Pakete zu bauen, müssen Sie zunächst ein Github-Repository ins Home-Verzeichnis klonen.

Anwender dürfen aber nicht nur Pakete nach den Void-Rezepten selbst bauen, sondern auch neue Vorlagen für Pakete erstellen. Nach eigenen Vorlagen selbst erstellte Pakete lassen sich dann über einen Pull-Request für das offizielle Repository bereitstellen.

Allerdings herrscht bei Void eine um einiges strengere Qualitätskontrolle als etwa für das – vom Prinzip her vergleichbare – AUR bei Arch Linux. Der Grund dafür liegt unter anderem darin, dass akzeptierte Pakete offiziell zur Distribution gehören.

Zum Bauen der Pakete benötigen Sie keine Root-Rechte, da der ganze Build-Prozess in einer Chroot abläuft. Auch Cross-Compiling, also das Erstellen für eine andere Architektur als der zum Bauen verwendeten, stellt kein Problem dar.

Fazit

XBPS stellt eine umfassende Paketverwaltung dar, die nicht nur das Einrichten, Aktualisieren und Entfernen von Paketen beherrscht, sondern auch alle Pakete der Distribution erstellt. Für Anwender bietet XBPS die Möglichkeit, Vorlagen für eigene Pakete zu erstellen und diese zu bauen. Die daraus resultierenden Pakete eignen sich für den Einsatz auf den eigenen Rechnern, lassen sich aber auch den Entwicklern zum Einbinden in die offiziellen Repositories vorschlagen.

XBPS arbeitet schnell, der Unterschied zu anderen Paketverwaltungen ist nicht zu übersehen. Die Installation von Paketen dauert oft nur einen Wimpernschlag. XBPS bietet zudem Funktionen, von denen sich andere Paketmanager eine Scheibe abschneiden könnten. Die umfangreiche Dokumentation erklärt alle Funktionen [8]. Eine sehr ausführliche Dokumentation von XBPS in deutscher Sprache [9] hilft bei der Erforschung des Paketmanagers weiter, falls die Englisch-Kenntnisse zum Studium der Originaldokumentation nicht ausreichen.

Wer ein blitzschnelles Linux sucht, das auch auf älteren Rechnern flott unterwegs ist, Run-it anstatt Systemd verwendet und neben XBPS noch weitere innovative Ansätze bietet, der sollte sich Void Linux genau ansehen. 

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