Aus LinuxUser 06/2017

Elektronisches Büro Makagiga

© destinacigdem, 123RF

Multitalent

Viele Anwender verwalten Termine und Aufgaben noch mit einem Taschenkalender und einem Stapel Notizzetteln. Viel bequemer und übersichtlicher klappt das mit Makagiga.

Auf fast jedem Linux-Desktop finden sich kleine Productivity-Applikationen vom elektronischen Notizblock über den Bildbetrachter bis hin zum RSS-Reader. Sie sollen die tägliche Arbeit im Büro erleichtern, lassen sich allerdings oft nur einzeln aufrufen und nicht miteinander verknüpfen. Eine fehlende einheitliche Menüführung verursacht zudem Einarbeitungsaufwand und eine umständliche Handhabung mehrerer simultan betriebener Werkzeuge.

Das unter der freien Apache-2.0-Lizenz verbreitete Makagiga dagegen verfolgt einen integrativen Ansatz: Hier schlüpfen vielfältige kleine Programme für den täglichen Bedarf unter eine einheitliche Oberfläche und verzahnen sich eng, sodass sie sich effizient nutzen lassen.

Installation

Sie erhalten Makagiga als 7Z-Archiv unter http://makagiga.sourceforge.net. Nach dem Herunterladen des rund 33 MByte großen Archivs extrahieren Sie es in ein beliebiges Verzeichnis. Nutzern von RPM- und DEB-basierten Systemen bietet das Projekt entsprechend paketierte Versionen an.

Da Makagiga in Java geschrieben wurde, setzt es eine installierte Java-Laufzeitumgebung voraus, die aber moderne Distributionen von Haus aus mitbringen. Das beim Entpacken neu angelegte Verzeichnis makagiga-5.8.1/ verschieben Sie in den Ordner /opt/, der gewöhnlich Zusatzsoftware enthält. Anschließend legen Sie in der Menüstruktur einen entsprechenden Starter an, wofür die Entwickler ein kleines Shell-Skript namens makagiga.sh mitliefern.

Erster Start

Nach dem Start öffnet sich das Programmfenster mit einer Baumansicht im linken Bereich, die später die individuell angelegten Ordner und Feeds aufnimmt, sowie rechts einem großen Pinboard, das durch Reiter auszuwählende wechselnde Inhalte anzeigt. Eine darüber horizontal angeordnete Menüleiste rundet die Ansicht ab (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Programmfenster von Makagiga, hier mit geöffnetem Kalender.
Abbildung 1: Das Programmfenster von Makagiga, hier mit geöffnetem Kalender.

Die drei Reiter Widgets, Kalender und To-Do des Pinboards bilden dabei teilweise miteinander verknüpfte Aufgaben ab. Über das Menü Anzeigen | Vollbildansicht oder durch Drücken von [F11] schalten Sie die Software in den Vollbildmodus, der sie quasi als eigenen Desktop erscheinen lässt.

Unkonventionell

Um die Applikation nach der Installation zu konfigurieren, finden Sie in den Menüs Anzeigen und Werkzeuge unter dem jeweiligen Eintrag Einstellungen gleich zwei Konfigurationsdialoge. Da sich die Menüstruktur jedoch je nach aktiviertem Reiter im Pinboard ändert, erscheint der Einstellungsdialog zum Gestalten der Ansicht nur bei aktiviertem Widgets-Reiter. In diesem Dialog stellen Sie in den drei kontextsensitiven Menüs Wallpaper, Colors and Border und Workspaces das Erscheinungsbild des Pinboards ein.

Einige grundlegende Anpassungen erreichen Sie dagegen unter Werkzeuge | Einstellungen. Im Dialog Allgemein definieren Sie das Verhalten der Software im laufenden Betrieb und beim Beenden. Außerdem legen Sie im Segment Browser auch fest, welcher Webbrowser beim Aufruf von Links in Makagiga startet. Unter Aussehen und Verhalten (Skin) wählen Sie ein Theme, während Sie im Tasks-Dialog bestimmte Optionen zum Aussehen und den Benachrichtigungsfunktionen der To-do-Listen definieren.

Im Bereich Notepad legen Sie die Einstellungen des integrierten Notizblocks fest, etwa die Standardschriftart und diverse Farbgebungen. Die automatische Update-Funktion passen Sie im gleichnamigen Dialog an Ihre Wünsche an. Möchten Sie den RSS-Reader nutzen, empfiehlt es sich, im Dialog RSS Feeds einige Parameter anzupassen, wie etwa die Aktualisierungsintervalle oder auch den Zeitraum, für den Makagiga neue Nachrichten lokal speichern soll (Abbildung 2).

Abbildung 2: Makagiga fasst in den Einstellungsdialogen alle wichtigen Optionen zusammen.
Abbildung 2: Makagiga fasst in den Einstellungsdialogen alle wichtigen Optionen zusammen.

Widgets

Voreingestellt öffnet Makagiga bei jedem Start die Widgets-Seite auf dem Pinboard. Sie stellt die eigentliche Arbeitsfläche dar und lässt sich durch Arbeitselemente füllen. Dazu zählen unter anderem Notizzettel, die Sie über das Konfigurationsmenü (Einstellungen) mit individuellen Titeln versehen. Optional drucken Sie den Inhalt der einzelnen Notizzettel über das Druckersymbol am unteren Rand des aktiven Zettels aus.

Weitere Widgets mit anderen Funktionen fügen Sie hinzu, indem Sie im freien Bereich mit einem Rechtsklick ein Kontextmenü aufrufen und dort Widget hinzufügen wählen. Dabei stehen vier unterschiedliche Widgets zur Wahl. Alternativ binden Sie diese auch über den Button Widget hinzufügen oberhalb des Pinboards ein. Die Miniprogramme lassen sich dabei auf zwei Arbeitsflächen verteilen, die Sie über die Schalter 1 und 2 über dem Pinboard aufrufen.

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