Aus LinuxUser 04/2017

GeckoLinux auf Basis von OpenSuse

© Computec Media GmbH

Geschmeidige Eidechse

GeckoLinux will OpenSuse für Einsteiger leichter zugänglich machen. Der Spin nutzt daher sowohl „Leap“ als auch „Tumbleweed“ als Unterbau. Bei den insgesamt acht resultierenden Varianten aus zwei Repos findet sich für fast jeden Anspruch an Auswahl und Aktualität das Passende.

Der Gecko, Namensgeber der Distribution GeckoLinux [1], ist gleichzeitig das Maskottchen von Suse Linux („Geeko“) und dessen Community-Variante OpenSuse. Von Letzterer stammt GeckoLinux ab, das vor etwas mehr als einem Jahr erstmals erschien, womit sich die schillernde Eidechse im Namen erklärt.

Ohne das System auch nur einmal zu booten, fällt auf, dass es sich bei GeckoLinux um eine Ausnahmeerscheinung handelt. Die Distribution zählt zu den wenigen Ablegern, die derzeit von OpenSuse existieren. Auch in der Vergangenheit regte Suse (im Gegensatz zu anderen großen Distributionen wie etwa Ubuntu) erstaunlicherweise nur sehr selten zu Neuauflagen an.

Im Prinzip lässt sich GeckoLinux auch eher als Spin einordnen, denn es setzt (wenn auch inoffiziell) direkt auf den Build-Service von Suse auf und verwendet unter anderem die offiziellen Paketquellen von OpenSuse (siehe Tabelle „Paketquellen von GeckoLinux“). Das System teilt sich daher einen Großteil der Pakete mit seinem Unterbau.

Der Hauptentwickler von GeckoLinux nutzt Suse und OpenSuse nach eigenem Bekunden seit 2001 und war immer von der innovativen Infrastruktur und der Flexibilität der Suse-Produkte angetan. Allerdings hielten ihn viele kleine Unstimmigkeiten in der Konfiguration davon ab, die Distribution auch weiter zu empfehlen. Diesen Umstand möchte er mit GeckoLinux ändern.

Repo

Static

Rolling

Next

OpenSuse Leap 42.1 (1)

X

OpenSuse Leap 42.2 (1)

X

OpenSuse Tumbleweed (1)

X

Packman-all_Leap-42.2

X

X

Packman-all_Tumbleweed

X

KDE Frameworks 5

X

Leap_42.1_KDE-Applications

X

KDE_extra Leap_42.1

X

Solus Project (Budgie)

X

Google Chrome

X

X

Google Talkplugin

X

X

X

Skype

X

X

X

(1) OSS_updates, non-OSS_updates, OSS, non-OSS

Vielfalt

Derzeit bietet GeckoLinux pro Veröffentlichung 17 verschiedene Images an. Das ist rekordverdächtig und bedarf näherer Erläuterung: Grob teilt sich das Angebot in die Sparten „Static“ und „Rolling“ ein. Die Images der Abteilung „Static“ basieren auf dem jeweils aktuellen OpenSuse Leap, die Rolling-Images setzen dagegen auf Suses Experimentierküche Tumbleweed [2]. In jeder der beiden Abteilungen finden sich Images mit den Desktop-Umgebungen Budgie, Cinnamon, Gnome, LXQt, Maté, Plasma und XFCE.

Hinzu kommt jeweils ein Image mit der Bezeichnung „Barebones“, das sich an Anwender richtet, die ihr System gerne selbst einrichten oder mit dem mitgelieferten Fenstermanager Openbox zufrieden sind. An 17. Stelle kommt mit GeckoLinux „Next“ eine weitere Variante ins Spiel, die derzeit allerdings nur ein veraltetes Plasma-Image anbietet.

Die aktuellen Abbilder stammen vom 25. Januar 2017. Neue Images erscheinen in einem Abstand von einem bis zu wenigen Monaten. Das klingt bei so vielen Desktops nach sehr viel Arbeit, wobei das Bauen der Abbilder mit SUSE Studio [3] noch den geringsten Aufwand verursachen dürfte.

Wir wollen prüfen, ob die Entwickler bei der gebotenen Vielfalt mit der nötigen Sorgfalt vorgehen, und schauen uns dazu aus der Abteilung „Static“ das Image mit Cinnamon, bei der rollenden Variante das mit Budgie als Desktop genauer an.

Unterschiede

Der erste Unterschied zu OpenSuse Leap sticht ins Auge, sobald man ein Medium mit einem Abbild ins Laufwerk einlegt oder an den Rechner ansteckt: Bei OpenSuse kommt sofort die Aufforderung zur Installation. Alle Images von GeckoLinux dagegen bieten sowohl einen Live-Modus wie auch einen integrierten Installer an.

Für Neueinsteiger fällt somit eine Hürde weg: Um OpenSuse beurteilen zu können, müssten Sie zumindest eine Installation in Virtualbox oder einem anderen Virtualisierungsprogramm vornehmen, um das Ganze bei Gefallen dann auf Ihrer realen Festplatte zu wiederholen.

Obendrein gestaltet sich die Installation von GeckoLinux dank des seit Kurzem auf dem Calamares Framework [4] basierenden Installers weniger aufwendig und zudem wesentlich zügiger als jene von OpenSuse (Abbildung 1). Davon profitieren besonders Ein- und Umsteiger, da man sich nicht durch eine langwierige Installation quälen muss. Es gibt einige Gemeinsamkeiten über alle Images hinweg: Das Passwort für den Live-Modus lautet für User und Root überall linux.

Abbildung 1: Der Calamares-Installer erleichtert besonders Einsteigern die Installation des Systems.
Abbildung 1: Der Calamares-Installer erleichtert besonders Einsteigern die Installation des Systems.

Alle Images weisen dasselbe, von OpenSuse entlehnte Hintergrundbild auf. Das macht die Unterscheidung auf den ersten Blick etwas schwierig, falls Sie mehrere Desktop-Umgebungen testen möchten. Andererseits lässt sich diese Entscheidung bei der Menge der Abbilder gut nachvollziehen. Auch bei der Größe ähneln sich die unterschiedlichen Images. Sie pendeln sich alle bei knapp über 1 GByte ein, lediglich das „Barebones“-Image mit dem Fenstermanager Openbox fällt mit rund 860 MByte etwas kleiner aus.

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