Aus LinuxUser 01/2017

Neue Backup-Software für Linux (Seite 2)

Mit dem im Test in etwas über 20 Minuten erstellten Image (Abbildung 4) lassen sich später entweder einzelne Dateien, ganze Verzeichnisse, komplette LVM-Volumes oder die gesamte Installation wiederherstellen.

Nach der Installation von rund 500 MByte an zusätzlichen Paketen erstellten wir ein weiteres Systemabbild. Der Veeam Agent schrieb es inkrementell in knapp 2 Minuten mit einem Datendurchsatz von rund 78 MByte/s, das Image hatte anschließend eine Gesamtgröße von 1,3 GByte.

Abbildung 4: Die GUI informiert über den Fortschritt des Backups. In unserem Fall war die Sicherung nach gut 20 Minuten erfolgreich beendet.
Abbildung 4: Die GUI informiert über den Fortschritt des Backups. In unserem Fall war die Sicherung nach gut 20 Minuten erfolgreich beendet.

Wir ließen dann zunächst den Rechner über Nacht laufen. Um 3 Uhr morgens erstellte der Veeam Agent wie gewünscht eine weitere inkrementelle Sicherung des gesamten Systems.

Daten wiederherstellen

Die Bedienoberfläche des Tools bietet am unteren Ende des Fensters das R für Recover Files an. Nach einem beherzten Druck auf [R] sehen Sie – sofern bereits Sicherungen vorliegen – eine Liste der verfügbaren Backup-Jobs. Unten in der Funktionsleiste weist ein I auf die Funktion Import Backup zum Einbinden der Sicherungen hin.

Drücken Sie jetzt [I], hängt der Veeam Agent das ausgewählte Backup nach /mnt/backup/ ein (Abbildung 5). Das lässt Ihnen die freie Wahl, mit welchem Werkzeug Sie Dateien oder Verzeichnisse wiederherstellen möchten. Auf der Konsole bietet sich dazu beispielsweise der Midnight Commander an (Abbildung 6), alternativ nutzen Sie einen beliebigen grafischen Dateimanager.

Abbildung 5: Beim Wiederherstellen hängt der Veeam Agent die Sicherungsdateien unter <code>/mnt/backup/</code> ins System ein.
Abbildung 5: Beim Wiederherstellen hängt der Veeam Agent die Sicherungsdateien unter /mnt/backup/ ins System ein.
Abbildung 6: Zum Wiederherstellen von Dateien und Ordnern verwenden Sie einen beliebigen Dateimanager, etwa den bewährten Midnight Commander.
Abbildung 6: Zum Wiederherstellen von Dateien und Ordnern verwenden Sie einen beliebigen Dateimanager, etwa den bewährten Midnight Commander.

Recovery Image

Um stattdessen ein komplettes System zurückzusichern, müssen Sie es von einem Live-Image starten. Hierzu findet sich im ursprünglichen Download-Ordner von Veeam ein Wiederherstellungssystem in Form eines 75 MByte großen ISOs, das Sie auf einen USB-Stick kopieren und den Rechner damit booten.

Das Recovery-Image startet automatisch in eine GUI und bietet unter anderem die Option Restore volumes an, die wir in unserem Test verwendeten (Abbildung 7). Da sich unsere Sicherung auf einem NAS befand, gaben wir die gleiche Adresse wie anfangs bei der Erstellung des ersten Backups an, wählten die wiederherzustellende Sicherung aus und starteten den Prozess. Veeam überschrieb daraufhin das auf dem Rechner installierte System bootfähig mit der gewählten Sicherung.

Abbildung 7: Das Wiederherstellen einer Systemsicherung erledigt Veeam Agent for Linux mithilfe eines Live-Images.
Abbildung 7: Das Wiederherstellen einer Systemsicherung erledigt Veeam Agent for Linux mithilfe eines Live-Images.

Fazit

Mit Veeam Agent for Linux betritt eine komfortable Backup-Lösung für lokale wie auch entfernte Instanzen den Markt. Man merkt dem Produkt an, dass es von einem Unternehmen mit Erfahrung zusammengestellt wurde. Die Entwickler haben sich in die künftigen Nutzer hineinversetzt und liefern intelligente Lösungen. Dazu gehört nicht zuletzt die Tatsache, dass der Agent zur Wiederherstellung die gewünschte Sicherung so einhängt, dass dem Benutzer hinsichtlich der Wahl der Mittel freie Hand bleibt.

Veeam zielt mit dem Veeam Agent auf Kunden in Unternehmen, die eventuell später andere Produkte der Firma kaufen. Das klappt freilich nur mit einem ausgereiften Produkt, was wiederum den Anwendern des kostenfreien Veeam Agent for Linux zugutekommt: Sie können auf professionellem Weg Backups sowohl lokal, im privaten Heimnetzwerk oder auf Servern und in der Cloud erstellen.

Obwohl sich die Software noch in der Beta-Phase befindet, löste sie im Test alle gestellten Aufgaben mit Bravour. Sowohl das Wiederherstellen von Dateien und Ordnern via Dateimanager als auch die Systemwiederherstellung mittels des Recovery-Images gelangen ohne jedes Problem. Für das frühe Stadium fällt die Dokumentation [2] bereits recht umfangreich aus, liegt aber größtenteils nur in Englisch vor. Zusätzliche Informationen liefert ein bereits recht gut genutztes Forum [3]

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