Aus LinuxUser 09/2016

Shell-Befehle für die Administration von Cups (Seite 2)

Lpadmin

Schalter Aktion
-p Name Druckername angeben
-D "Beschreibung" Beschreibung des Druckers angeben
-E Drucker oder Klasse aktivieren
-v URL Geräte-URL angeben
-P /Pfad/Drucker.ppd PPD-Datei angeben
-c Klasse Drucker einer Klasse hinzufügen
-x Drucker Drucker löschen
-o Option weitere Optionen
-u allow:Nutzer,Nutzer,@Gruppe Benutzerzugriff erlauben
-u deny:Nutzer,Nutzer,@Gruppe Benutzerzugriff verbieten
-u allow:all Benutzerzugriffsteuerung abschalten

Im Beispiel aus Listing 2 geben Sie mit der Option -p den Namen des Druckers an. Dafür sollten Sie eine kurze und einprägsame Bezeichnung wählen. Mit dem Schalter -D legen Sie die Beschreibung fest, am besten in Form einer vollständige Angabe des Druckermodells. Für die Angabe des Druckerstandorts verwenden Sie -L, die Geräte-URL übergeben Sie mit der Option -v. Die Angabe der PPD-Datei muss mit der kompletten Pfadangabe nach -P erfolgen – PPD-Dateien lagern üblicherweise unter /etc/cups/ppd/. Ordnen Sie den Drucker mithilfe von -c in eine noch nicht existierende Klasse ein, legt Cups diese automatisch an.

Listing 2

# lpadmin -p Druckername/Warteschlange \
          -D "Beschreibung" \
          -L "Aufstellungsort" \
          -v Gerate-URL \
          -P /Pfad/zur/PPD-Datei/PPD-Datei \
          -E

Der Schalter -E entspricht den Kommandos cupsenable und cupsaccept (mehr dazu später im Abschnitt „Cups administrieren“), er aktiviert das neue Gerät. Anschließend nehmen Sie mit dem Befehl lpstat -a zur Kontrolle eine Statusabfrage aller vorhandenen Drucker durch.

Einstellungen

Mithilfe von lpoptions nehmen Sie gerätebezogene Einstellungen vor. Den Standarddrucker bestimmen Sie beispielsweise über das Kommando lpoptions -d Drucker. Ohne -d gibt Lpoptions diverse Geräteeinstellungen des Standarddruckers aus.

Systemweit speichert die Druckerverwaltung vorgenommene Einstellungen unter /etc/cups/lpoptions/, für den einzelnen Anwender unter ~/.cups/lpoptions/. In den entsprechenden Dateien finden Sie unter anderem Informationen über den Standarddrucker und gegebenenfalls eine abweichende Auflösung.

Mit dem Schalter -o Option=Wert legen Sie bestimmte Eigenschaften fest, wie beispielsweise die Trennseite, das Papierformat oder den Simplex/Duplex-Druck. Alle Schalter und Optionen zeigen die Aufrufe man lpadmin und man lpoptions.

Statusinformationen ermitteln

Lpstat erlaubt es, den Status von Druckern, Aufträgen und des Cups-Diensts abzufragen. So ermittelt lpstat -r, ob der Daemon läuft; der Schalter -d gibt den Standarddrucker aus. Eine Zusammenfassung über den Standarddrucker, die Geräte-URLs und den jeweiligen Status zeigt lpstat -t (Abbildung 3). Alle verfügbaren Kommandos fasst die Manpage (man lpstat) zusammen.

Abbildung 3: Das Kommando Lpstat gibt alle relevanten Geräteeinstellungen zum angesprochenen Drucker aus.
Abbildung 3: Das Kommando Lpstat gibt alle relevanten Geräteeinstellungen zum angesprochenen Drucker aus.

Daneben gibt es noch den auf Statusabfragen reduzierten Befehl Lpc. So listet das Kommando lpc status alle verfügbaren Drucker auf. Ergänzen Sie den Befehl um | grep : | tr -d \:, reduziert sich die Ausgabe auf den Druckernamen. Um die Ausgabe auf ein Gerät zu beschränken, tippen Sie lpc status Drucker. Rufen Sie lpc ohne Parameter auf, gelangen Sie in den Befehlsinterpreter, der allerdings im Gegensatz zum Original aus der BSD-Welt nicht viel bietet.

Cups administrieren

Mit den beiden Kommandozeilenwerkzeugen cupsdisable und cupsenable kontrollieren Sie eine Druckerwarteschlange. Die Tabelle „Warteschlangen steuern“ listet die wichtigsten Kommandos für Cupsenable und Cupsdisable auf (Abbildung 4).

Warteschlangen steuern

Anweisung Aktion
cupsenable Drucker Warteschlange starten
cupsdisable Drucker Warteschlange stoppen
cupsdisable -r "Begründung" Drucker oder cupsreject -r "Begründung" Drucker Warteschlange stoppen mit Begründung
cupsaccept Drucker Aufträge annehmen
cupsreject Drucker Aufträge ablehnen

Mit Cupsdisable stoppen Sie eine Druckerwarteschlange und deaktivieren damit das Gerät, etwa wenn Sie den Druckerstandort verändern oder eine Reparatur ansteht. Sie sollten allerdings die von Ihnen betreuten Anwender auf den anstehenden Ausfall hinweisen. Alle Druckjobs bleiben beim Deaktivieren der Warteschlange erhalten und lassen sich anschließend via Cupsenable wieder fortsetzen. Möchten Sie stattdessen alle Druckjobs abbrechen, stoppen Sie die Warteschlange mit cupsdisable -c.

Damit Spezialdrucker (Satzbelichter, Farblaser, Etikettendrucker) keine unnötigen Kosten verursachen, können Sie die Annahme von Druckjobs verweigern (cupsreject) oder vorübergehend zulassen (cupsaccept). Einmal angenommene Druckjobs gibt Cups auch dann vollständig aus, wenn Sie nach deren Zugang die Annahme neuer Jobs wieder verweigern – beim Starten und Anhalten von Druckerwarteschlangen mit Cupsenable und Cupsdisable ist das nicht so.

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