Aus LinuxUser 08/2016

Fedora 24 Workstation im Überblick (Seite 2)

Abbildung 1: Derzeit gibt es erst wenige Bewertungen in Gnome Software, wie hier für die Astronomie-Software Stellarium.
Abbildung 1: Derzeit gibt es erst wenige Bewertungen in Gnome Software, wie hier für die Astronomie-Software Stellarium.

Die Suchfunktion des Dateimanagers arbeitet nicht nur robuster: Zudem können Sie nun die Möglichkeit, die Ergebnisse jetzt danach filtern, wann die Datei zuletzt geändert oder verwendet wurde (Abbildung 2). Darüber hinaus lässt sich die Suche auf weitere Kategorien einschränken, wie etwa ausschließlich alle Dokumente.

Abbildung 2: Der Dateimanager zeigt die Icons standardmäßig riesig an.
Abbildung 2: Der Dateimanager zeigt die Icons standardmäßig riesig an.

Klappen Sie am oberen Bildschirmrand den Tray-Bereich mit dem Kalender auf, finden Sie dort jetzt zusätzliche Steuerelemente für die Wiedergabe von Medien (Abbildung 3). Die Foto-Verwaltung Gnome Fotos bringt jetzt zudem einfache Bearbeitungsfunktionen mit. Das Einrichten und Verwalten von Eingabegeräten und Druckern sowie die Kontrolle von Druckjobs klappt jetzt besser.

Abbildung 3: Neben dem Kalender finden sich im entsprechenden Bereich der Leiste Elemente, über die Sie bei Bedarf schnell ein Musikstück stoppen. Die Musikverwaltung übernimmt Rhythmbox.
Abbildung 3: Neben dem Kalender finden sich im entsprechenden Bereich der Leiste Elemente, über die Sie bei Bedarf schnell ein Musikstück stoppen. Die Musikverwaltung übernimmt Rhythmbox.

Die Einstellungen für die Maus zeigen zudem immer die passenden Optionen zur angestöpselten Hardware. Darüber hinaus präsentieren viele Gnome-Anwendungen nun auf Wunsch eine Übersicht aller verfügbaren Tastaturkürzel (Abbildung 4).

Abbildung 4: Hier die Übersicht über alle Tastenkürzel des Dateimanagers.
Abbildung 4: Hier die Übersicht über alle Tastenkürzel des Dateimanagers.

Die spinnen, die Fedoras

Wer Gnome nicht mag, greift zu einer der Varianten der Workstation-Ausgabe. Diese sogenannten Spins [6] gab es zum Redaktionsschluss mit den vorinstallierten Desktop-Umgebungen Cinnamon 3.0, KDE Plasma 5.6.4 (Abbildung 5), LXDE, Maté (mit Compiz), SOAS und XFCE.

Abbildung 5: Fedora 24 gibt es unter anderem auch mit vorinstalliertem Plasma-Desktop.
Abbildung 5: Fedora 24 gibt es unter anderem auch mit vorinstalliertem Plasma-Desktop.

Der Plasma-Spin enthält die KDE Applications 16.04. Die neue QGnomePlatform erleichtert dabei nach den Plänen der Entwickler schrittweise den Austausch von Einstellungen zwischen Gnome und Plasma [7]. Dies macht sich vor allem beim parallelen Betrieb der entsprechenden Programme beziehungsweise dem Mischen von Applikationen aus beiden Welten angenehm bemerkbar. In Fedora 24 funktioniert der Austausch allerdings vorerst einmal nur mit den Einstellungen für die Schriften.

Die Fedora-Labs bieten noch weitere Varianten der Distribution für spezielle Zwecke an, darunter etwa eine maßgeschneiderte Version für Spieler oder Wissenschaftler [8]. Neu dabei ist mit dem Astronomy Lab eine Fedora-Geschmacksrichtung für Astronomen und Astrophysiker (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Fedora Labs stellen maßgeschneiderte Varianten für verschiedene Zwecke bereit.
Abbildung 6: Die Fedora Labs stellen maßgeschneiderte Varianten für verschiedene Zwecke bereit.

Wayland

Fedora 24 Workstation nutzt weiterhin das X11-System und somit den X-Server für die Ausgabe. Sie haben jedoch die Möglichkeit, beim Anmelden auf Wayland umzuschalten. Dazu klicken Sie neben dem Eingabefeld für das Passwort auf die Schaltfläche mit dem Zahnrad und wählen dann Wayland aus. Dies ermöglicht die in Gnome 3.20 deutlich verbesserte Unterstützung des X11-Nachfolgers, die sich mittlerweile für die tägliche Arbeit eignen soll.

Anders als bei früheren Fedora-Versionen funktioniert endlich Drag & Drop; ein Klick mit der mittleren Maustaste fügt den Text aus der Zwischenablage ein. Wayland unterstützt nun vernünftig mehrere Bildschirme und gibt Videos ohne Streifen wieder. Allerdings funktioniert es nach wie vor nicht auf allen Rechnern. Insbesondere die proprietären Nvidia-Treiber erlauben noch nicht alle benötigten Funktionen. Darüber hinaus steht die Wayland-Unterstützung vorerst nur in der Fedora-Variante mit Gnome-Desktop bereit.

Außerdem haben die Entwickler noch nicht alle Funktionen implementiert: So gibt es beispielsweise noch keine Bildschirmtastatur, eingesteckte USB-Geräte erkennt Gnome noch nicht automatisch (Hotplug), und die Remote-Desktop-Funktion steht erst zur Hälfte. Im Fedora-Wiki findet sich eine Liste mit allen noch ausstehenden Funktionen [9].

Dennoch überlegen die Fedora-Entwickler, im kommenden Fedora 25 vollständig auf Wayland zu wechseln, sofern die Nutzer keine gravierenden Fehler mehr melden.

Weitere Software

Auf den Medien für die Installation liegt noch Kernel 4.5.5, die Entwickler wollen jedoch schon bald Version 4.6 nachreichen. Die Bibliothek Glibc kommt in Version 2.23, 3D-Software greift auf Mesa 11.2 zurück.

Zu den aktualisierten Software-Paketen zählen der Webbrowser Firefox 47 sowie die Mail-Clients Evolution 3.20.2 und Thunderbird 45. Zum Verwalten von Fotos und Bearbeiten von Bildern kommen Darktable 2.0 sowie Shotwell 0.23.1 zum Einsatz, Musik spielen Sie mit Rhythmbox 3.3.1 ab.

Entwickler freuen sich über die GNU Compiler Collection in der Version 6.1. Der enthaltene C++-Compiler kennt die Standards C++14 und OpenMP 4.5. Der Konkurrent LLVM meldet sich in Version 3.9. Die Fedora-Entwickler haben zudem die Basispakete der Distribution mit GCC 6 neu übersetzt. Python-Programmierer dürfen zwischen Python 2.7.11 und Python 3.5.1 wählen. Als weitere Skriptsprachen finden sich im Angebot unter anderem Perl 5.22, PHP 5.6.22, Ruby 2.3 und Go 1.6. Mono kommt in der Version 4.2.

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