Aus LinuxUser 02/2016

QNAP-NAS TVS-471 mit Serverfunktionen (Seite 2)

Abbildung 3: Im Dateimanager sehen Sie alle hochgeladenen Inhalte.
Abbildung 3: Im Dateimanager sehen Sie alle hochgeladenen Inhalte.

Sicherungskopien

Das QNAP TVS-471 ermöglicht auch das Anfertigen von Sicherungskopien auf Datei-, Ordner- und Laufwerksebene. Dazu wechseln Sie im Hauptfenster ins Menü Sicherungs-Manager. Im anschließend geöffneten Dialog lassen sich auch NAS-zu-NAS-Sicherungen in beiden Richtungen anstoßen. Zusätzlich erlaubt die Software auch Backups auf externen Datenträgern, wie etwa Festplatten, die an den USB-Schnittstellen des TVS-471 hängen. Außerdem lassen sich Backups auch in Amazons S3-Cloud ablegen.

Sofern in Ihrem LAN ein weiterer Server läuft, können Sie darauf einen Snapshot des QNAP-Systems anfertigen. Für das Replizieren der NAS-Datenbestände muss das TVS-471 allerdings über mehr als 4 GByte Arbeitsspeicher verfügen. In IT-Infrastrukturen, die sich auf mehrere Standorte verteilen, ermöglicht das QNAP-NAS außerdem das Synchronisieren freigegebener Ordner via FTP. Diese Option lässt sich sowohl manuell als auch zeitgesteuert samt Versionskontrolle vornehmen. Für Rechner unter Mac OS X kann das QNAP-NAS obendrein als Zielmedium für die Time-Machine-Backup-Funktion dienen – auch das stellen Sie im Sicherungs-Manager in einem übersichtlichen Dialog ein (Abbildung 4).

Abbildung 4: Das TVS-471 bietet verschiedenste Optionen zur Datensicherung.
Abbildung 4: Das TVS-471 bietet verschiedenste Optionen zur Datensicherung.

Zentralistisch

Das QNAP-NAS ermöglicht zusätzlich eine Datensynchronisierung mithilfe des Qsync-Diensts. Dazu müssen Sie bei Verwendung kommerzieller Betriebssysteme auf den Clients zunächst ein entsprechendes Programm installieren. Das erhalten Sie direkt am Client im Menü Qsync Central Station 2.0. Auch Mobilgeräte lassen sich in die Synchronisation miteinbeziehen, indem Sie den Qfile-Client über den jeweiligen App-Store einrichten. Unter Linux benötigen Sie dagegen keine spezielle Software: Hier verwenden Sie den Dateimanager im Browser-Modus im Menü Qsync Central Station 2.0 | Qsync-Dateien vom Browser, um die Datenbestände im Qsync-Ordner zu verwalten.

Qsync nimmt einen permanenten Abgleich aller im Qsync-Ordner befindlichen Daten auf allen an das NAS angeschlossenen Geräten vor. Die maximale Dateigröße im LAN beträgt dabei 50 GByte, wobei Qfile auf Mobilgeräten jedoch nicht die Daten selbst herunterlädt, sondern ausschließlich die Dateiliste synchronisiert. Um die Daten lokal auf dem Tablet oder Smartphones verfügbar zu haben, müssen Sie diese explizit herunterladen. Einzelne freigegebene Dateien lassen sich auch an Nutzer ohne Qsync-Client verschicken. Das erledigen Sie über die Option Teilen, die Sie im Qsync-Ordner über einen Rechtsklick auf die fragliche Datei erreichen. Als Optionen stehen hier der Versand per E-Mail, das Teilen über ein Social Network oder die Weitergabe eines Freigabelinks zur Wahl.

Über das Werkzeug-Symbol oben mittig im Dateimanager des Qsync-Ordners rufen Sie weitere Optionen für das Bearbeiten der Datei oder des Ordners auf. Diese lassen sich löschen, verschieben oder im Fall von Video- oder Audio-Files über einen entsprechenden Player abspielen. Das NAS stellt dazu wahlweise einen eigenen Mediaplayer bereit oder greift auf VLC zurück. Zudem können Sie entsprechende Dateiformate auch in Google Docs anzeigen lassen.

Über eine integrierte Versionskontrolle, die Sie über den Menüeintrag Vorherige Versionen erreichen, erhalten Sie außerdem beim kollaborativen Bearbeiten einer Datei einen Überblick über die Bearbeitungsschritte. Gelöschte Datenbestände überblicken Sie mithilfe des Menüpunkts Gelöschte Dateien anzeigen. Über den Menüpunkt Speicherinfo rufen Sie eine Liste der einzelnen Ordner und Laufwerke mit den jeweils noch freien Speichergrößen ab.

QNAP hat das TVS-471 zusätzlich mit zahlreichen Netzwerkdiensten bestückt. So finden Sie in der Systemsteuerung unter Netzwerkdienst sowie Anwendungen neben diversen Verzeichnisdiensten für den Einsatz in heterogenen Umgebungen auch einen Webserver, einen RADIUS-Server sowie einen SQL-Server. Darüber hinaus unterstützt das TVS-471 die Protokolle FTP, NFS, SMB, NTP, LDAP und SNMP, sodass es sich universell einsetzen lässt. Auch entsprechende Werkzeuge zur Systemwartung fehlen nicht: Der im Untermenü Anwendungen beheimatete Syslog-Server protokolliert nach entsprechender Konfiguration den Verlauf der einzelnen Dienste, sodass Sie im Problemfall Fehlfunktionen schnell erkennen und beheben können.

Zu Diensten!

QNAP integriert in seine aktuellen NAS-Systeme auch unterschiedlichste Dienste, die einen dedizierten Server im Intranet für kollaborative Aufgaben überflüssig machen sollen. Als Linux-basiertes Betriebssystem bietet QTS dafür nicht nur die nötige Zuverlässigkeit, sondern kann auch auf den entsprechenden Fundus an freier Software zurückgreifen. Durch die aufrüstbare Hardware lässt sich das TVS-471 zudem bei steigender Auslastung auch erhöhten Anforderungen anpassen.

Einen Überblick über die verschiedenen Server-Dienste, die Sie auf dem NAS installieren können, erhalten Sie als Administrator im App Center des Hauptmenüs. Links sehen Sie vertikal angeordnet eine Liste von Applikationsgruppen. Ein Mausklick auf einen der Einträge blendet rechts die zugehörigen Dienste und Programme ein. Beim Durchstöbern fällt auf, dass QNAP eine Vielzahl von Anwendungen bereits integriert hat, die Sie sonst erst aufwendig manuell installieren müssten.

So finden Sie in den Kategorien Unterhaltung, Überwachung und Bildung eine stattliche Anzahl von Anwendungen, die das NAS zu einem Media-Server oder zur Schaltzentrale einer Videoüberwachungsanlage machen. Auch in den Kategorien Inhaltsverwaltung und Kommunikation finden Sie Applikationen, für die man sonst meist eigene Server einsetzt. Im Bereich Unternehmen finden Sie sogar komplette ERP-Systeme für kleinere Organisationen (Abbildung 5).

Abbildung 5: An Zusatzprogrammen und Diensten herrscht im <code>App Center</code> kein Mangel.
Abbildung 5: An Zusatzprogrammen und Diensten herrscht im App Center kein Mangel.

Als Administrator richten Sie die Programme durch einen Mausklick auf Zu QTS hinzufügen ein. Das System lädt die Software aus dem Internet herunter, installiert sie auf dem NAS und legt eine passende Desktop-Verknüpfung an. Sie starten dann die Grundkonfiguration der Applikation mit einem Klick auf den Schalter Öffnen im App-Center. Kommerzielle Programme müssen Sie unter Umständen vor der Nutzung über den Lizenz-Shop von QNAP kostenpflichtig lizenzieren [3]. Sie erreichen ihn über den Menüpunkt Meine Lizenzen im App-Center.

Aus Anwendersicht integrieren sich die Programme nahtlos ins Gesamtsystem. Die Bedienung via Webbrowser macht eine zusätzliche Installation auf den einzelnen Clients überflüssig. Das vermindert zudem den Wartungsaufwand für den Administrator, weil fehlerhaft konfigurierte Client-Programme als Problemquelle wegfallen.

Neben den schon als finales Release angebotenen Software-Paketen bietet das QNAP-NAS im Menü Beta Lab mehrere Dutzend Applikationen an, die bereits in das Betriebssystem QTS integriert wurden, sich jedoch noch im Beta-Status befinden. Hier finden Sie beispielsweise Cloud-Software einträchtig neben Entwicklerwerkzeugen oder Spielen (Abbildung 6). Es empfiehlt sich nicht, diese Software auf Produktivsystemen zu installieren, da enthaltene Fehler im schlimmsten Fall zu Datenverlusten oder gar einem unbrauchbaren System führen können.

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