Aus LinuxUser 12/2015

Ubuntu 15.10 im Überblick (Seite 2)

Die Sparsamen

Linux ist und bleibt erste Wahl für alte Hardware. Dafür eignen sich Ubuntu-Flavours mit ressourcenschonenden Desktop-Umgebungen wie Xubuntu [9] mit XFCE (Abbildung 4) oder Lubuntu [10] mit LXDE.

Abbildung 4: Im Vergleich zum Vorgänger gewinnt Xubuntu 15.10 nur ein neues Feature hinzu: die Backup-und-Restore-Funktion für Desktopleisten-Layouts.
Abbildung 4: Im Vergleich zum Vorgänger gewinnt Xubuntu 15.10 nur ein neues Feature hinzu: die Backup-und-Restore-Funktion für Desktopleisten-Layouts.

Dabei kommt XFCE den großen Geschwistern KDE und Gnome am nächsten: Mit übersichtlichen Konfigurationswerkzeugen lassen sich viele Aspekte an die eigenen Wünsche anpassen; ein nativer Dateimanager und eine Konsole im Desktop-Look gehören zum Standardrepertoire. Dennoch begnügt sich Xubuntu 15.10 nach dem Start mit etwa 350 MByte Arbeitsspeicher. In „Wily“ springt XFCE im Vergleich zum Vorgänger von Version 4.12 auf 4.12.1. Neben Bugfixes kam nur ein nennenswertes neues Feature hinzu, eine Backup-Funktion für das Layout der Desktop-Leisten.

Bei Lubuntu hat sich in Sachen Desktop außer einigen Fehlerkorrekturen rein gar nichts getan: Ein neues LXDE-Release lässt bereits seit dem Frühjahr auf sich warten, weil die Entwickler der Arbeitsoberfläche den Desktop zurzeit vom grafischen Toolkit GTK auf Qt portieren.

Neuerungen

Neben den Desktops frischt Ubuntu 15.10 auch die mitgelieferten Anwendungen und den Kernel auf. Eine Übersicht der aktuell enthaltenen Programme zeigt die Tabelle „Neue Software“. Die für Anwender greifbarste Neuerung am Linux-Kernel 4.2 stellt die Unterstützung für neue AMD-Grafikkarten dar. Diese Kernel-Ausgabe unterstützt erstmals auch NVDIMM-Speicherbausteine, die ihren Inhalt bei einer Unterbrechung der Stromversorgung behalten. Außerdem kommt sie mit Intels neuem Mobil-Chipsatz Broxton zurecht, der auf den bislang ARM-dominierten Smartphone- und Tablet-Markt abzielt.

Besonders hervorzuheben ist das Update auf LibreOffice 5.0.1. Neben der aufpolierten Optik kamen einige Verbesserungen hinzu, die die tägliche Arbeit spürbar erleichtern. Das gilt allem voran für das entstaubte zentrale Kontextmenü: Seine Höhe schrumpfte in LibreOffice 5 so weit, dass sich seine Einträge auf einen Blick erfassen lassen. Auch das nun erstmals verfügbare Beschneiden von Grafiken direkt im Dokument steigert die Produktivität. Weitere Verbesserungen und Bugfixes, die sich über die ganze Anwendung vom Microsoft-Office-Import über den Formeleditor bis zur Tabellenkalkulation erstrecken, listen die Release Notes auf [11].

Neue Software

Programm Ubuntu 15.04 Ubuntu 15.10
Kernel 3.19 4.2.0
Amarok 2.8.0 2.8.0
Ardour 2.8.16 2.8.16
Audacity 2.0.6 2.0.6
Avidemux 2.5.4 2.5.4
Brasero 3.12.0 3.12.1
Calligra 2.9.0 2.9.7
Chromium laufende Versionsupgrades
Darktable 1.4.2 1.6.8
Digikam 4.7.0 4.12.0
Evolution 3.12.11 3.16.5
Firefox laufende Versionsupgrades
Gimp 2.8.14 2.8.14
Handbrake 0.9.9 0.10.2
Inkscape 0.91 0.91.5
K3b 2.0.3 2.0.3
Kdenlive 0.9.10 15.08.1
LibreOffice 4.4.1 5.0.2
Owncloud-Client 1.7.0 1.8.1
Rhythmbox 3.1 3.2.1
Scribus 1.4.4 1.4.5
Thunderbird 31.5 38.2
VirtualBox 4.3.26 5.0.4
VLC 2.2.0 2.2.1
Wine 1.6.2 1.6.2

Fazit

Beim aktuellen Ubuntu-Release fallen wieder einmal die angekündigten Revolutionen ins Wasser. Meist profitiert man als Anwender allerdings ohnehin mehr davon, wenn die Entwickler ihre Hausaufgaben machen, als von neuen, visionären Konzepten.

Anwender des Unity-Desktops erhalten immerhin zahlreiche kleine, lange überfällige Bugfixes. Auch Kubuntu 15.10 gibt sich reifer als die Vorgängerversion. Einen großen Sprung bedeutet der Schritt auf Plasma 5.4 für den Anwender zwar nicht, doch wie bei Unity bringt er eine ganze Reihe von Nachbesserungen. Auch unter den Anwendungen dominieren die Bugfix-Releases.

Insgesamt erscheint Ubuntu 15.10 eher langweilig und wirkt wie das, was es wohl auch ist: die letzte Abrundung einer Entwicklungsgeneration. Da darf man schon gespannt sein auf den im April erscheinenden Nachfolger Ubuntu 16.04 „Xenial Xerus“, das gastfreundliche Borstenhörnchen, bei dem es sich obendrein wieder einmal um eine langzeitunterstützte LTS-Version handelt. 

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