Aus LinuxUser 05/2015

Freie Software für Rätsel und Denksportaufgaben

© sxwx, 123RF

Rätselhaft

Buchstaben- und Zahlenrätsel bringen Spannung in den Alltag. Zeit also, zu prüfen, ob die entsprechenden Programme unter Linux den Ansprüchen genügen.

Nicht nur in der dunklen Jahreszeit besteht ein großes Interesse an kniffligen Rätseln, Wortspielen oder ungelösten Fragen: Ingenieure, Mathematiker, Tüftler und (Software-)Entwickler teilen die damit verbundene Fähigkeit, sich einer Aufgabe vollends zu widmen und die Umgebung komplett auszublenden, als ausgeprägten Bestandteil der Persönlichkeit.

Wissenschaftliche Forschungen zeigen zudem, dass die Leidenschaft, mit der Menschen Knobel- und Denksportaufgaben seit Anbeginn der Geschichte betrachten, über die Grenzen von Nationen, Alter und Sprache gleichermaßen hoch ist. Die Faszination ergibt sich aus den verschiedenen Varianten der Rätsel bezüglich Inhalt, Anordnung, Form oder Größe. Zu den beliebtesten Varianten zählen Bilder-, Silben-, Kreuzwort- und Zahlenrätsel sowie Geduldsspiele. Häufig kommen Sie mithilfe logischer Kombination oder der Graphentheorie auf die Lösung, wie bei den bekannten Zahlenquadraten, den Sudokus.

War das ursprüngliche Ziel nur die Freude am Lösen und Knacken von Rätseln, gilt es heute als Zeitvertreib mit intellektuellem Anspruch, Gehirntraining („fit bleiben“) sowie der Festigung und Vergrößerung des Allgemeinwissens. Das gilt sowohl für das Erstellen des Rätsels, als auch das Finden der Lösung.

Rätselvarianten

Kreuzworträtsel kamen zuerst am Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA als Bestandteil der Tageszeitungen auf [1] und feierten danach in Europa ihr Debüt [2]. Als Varianten mit Buchstaben sind Kreuzgitter, Schweden-, Silben- und Zahlenrätsel in Umlauf. Gilt es stattdessen, Ziffern einzutragen, handelt es sich um ein Kreuzzahlen- oder Logikrätsel. Während auf das Zahlenrätsel Sudoku in Japan ein Copyright besteht, bleiben die anderen genannten Rätsel weltweit frei von Einschränkungen.

Die Grundlage bilden Felder oder Quadrate, in die Sie einzelne Buchstaben oder Ziffern eintragen, aus denen sich vollständige Worte oder bestimmte Summen ergeben. Die Anordnung der Felder und Begriffe kann wahlweise waagerecht, senkrecht, diagonal oder im Kreis erfolgen und ist jeweils entsprechend bezeichnet.

Mitunter gilt es, zusätzliche Kriterien zu beachten, wie die Häufigkeit einzelner Zeichen oder das Überlappen einzelner Buchstaben oder ganzer Silben. Das Abgrenzen der Begriffe erfolgt entweder durch Blindfelder, integrierte Abbildungen, dickere Trennlinien, Begrenzungen oder farbliche Hervorhebungen beziehungsweise über das Ausgestalten der einzelnen Felder.

Rätsel ausdenken

Zunächst erfolgte das Erstellen der Rätsel manuell. Das ist immer noch weit verbreitet, seit den 1980ern kommt aber verstärkt ausgefeilte Software mit ins Spiel. Als Parameter fließen die Größe und die Form („shape“) sowie die Anzahl der Blindfelder mit ein (siehe Kasten „So entstehen Kreuzworträtsel“). Ausfüllhilfen und Lösungsgeneratoren helfen dabei, die passenden Begriffe für die bis dato leeren Felder zu finden. Die Liste der dazu erhältlichen Programme für Linux fällt bislang recht übersichtlich aus: Als Platzhirsch gilt das X11-basierte QXW [3], gefolgt von Crossfire [4], XWCE*[5] und Klest-crossword [6].

So entstehen Kreuzworträtsel

Die Gepflogenheiten, die das Erscheinungsbild eines Kreuzworträtsels bestimmen, fallen regional unterschiedlich aus. Während Briten und Amerikaner Symmetrien und eine ausgefallene Anordnung besonders wertschätzen, ist in Deutschland das klassische Rechteck üblich.

Neben der Größe und Form spielt das Verhältnis der Blindfelder zu den Buchstabenfeldern eine große Rolle – als üblich gilt hier 1:4. Die Begriffe und Fragen orientieren sich an der Publikation und umfassen vielfach Allgemeinwissen, Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Technik, geografische Bezeichnungen und weitere, branchenspezifische Begriffe.

Der Klassiker

QXW steht als gleichnamiges Paket für Debian und Ubuntu bereit. Das GTK-basierte Programm startet zunächst mit leeren Feldern, die Sie mit Buchstaben füllen (Abbildung 1). Mit einem Mausklick auf das graue Dreieck bestimmen Sie die Ausgangsposition und Richtung zum Ausfüllen – je nach Form des Rätsels waagerecht, senkrecht oder diagonal. In der Liste auf der rechten Seite sehen Sie die Worte, die an der gewählten Position noch in das Gitter passen.

Abbildung 1: Der Klassiker QXW hilft Ihnen beim automatischen Ausfüllen von Vorlagen für ein Kreuzworträtsel.
Abbildung 1: Der Klassiker QXW hilft Ihnen beim automatischen Ausfüllen von Vorlagen für ein Kreuzworträtsel.

Das Programm bevorzugt dabei möglichst lange Wörter, um die Anzahl an Blindfeldern und Trennern gering zu halten. Es aktualisiert die Liste je nach Position und Eintragung. Trenner fügen Sie vor der jeweiligen Position mit der Eingabetaste hinzu. Als hilfreich erweist sich die Möglichkeit, das Gitter automatisch auszufüllen. Über den Eintrag Autofill | Autofill starten Sie den Vorgang. Es kommt dabei durchaus vor, dass die Applikation kein vollständiges Ergebnis findet. In diesem Fall legen Sie selbst Hand an.

Die Software bietet Ihnen als Form neben Rechtecken und Kreisen auch Waben in diversen Varianten an (Abbildung 2). Dazu wählen Sie Form und Größe unter Properties | Grid Properties aus. Des Weiteren legen Sie den Stil und insbesondere die Anzahl der Blindfelder sowie der Symmetrie fest. Für die oben bereits genannte Wortliste wertet das Programm die Datei /usr/share/dict/words aus. Weitere Listen mit Begriffen fügen Sie bei Bedarf unter dem Menüpunkt Autofill | Dictionaries hinzu.

Abbildung 2: Ein mit QXW erzeugtes Rätsel, hier in der klassischen Form eines Quadrats.
Abbildung 2: Ein mit QXW erzeugtes Rätsel, hier in der klassischen Form eines Quadrats.

Crossfire

Das kommerzielle Java-Programm Crossfire liegt derzeit nicht als Paket für eine Distribution vor. Es steht für Windows, Linux und Mac OS X bereit. Um die Software zu nutzen, laden Sie zunächst das JAR-File von der Webseite des Herstellers herunter, packen es aus und starten es mit dem enthaltenen Shell-Skript. Danach dürfen Sie sofort loslegen.

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