Aus LinuxUser 11/2014

CLI-Client für Facebook

© Anatolii Babii, 123RF

Textbook

Für Twitter gibt es schon lange Kommandozeilenclients, für Facebook sah es da bisher eher mau aus. Facy ändert das.

Kommandozeilenwerkzeuge für Twitter gibt es schon längst und in vielen Spielarten. Ein entsprechendes Tool für Facebook suchte man lange vergeblich. Jetzt bringt Facy (https://github.com/huydx/facy) Facebook auf die Konsole und lässt Sie die gängigsten Interaktionen browserlos bewerkstelligen. Ein Paket der Software steht derzeit noch nicht bereit. Daher müssen Sie Facy aus den bei Github gehosteten Quellen installieren – wie das unter DEB-basierten Distributionen funktioniert, zeigt Listing 1.

Listing 1

$ sudo apt-get -fym install ruby ruby-dev build-essential libmagickwand-dev
$ sudo gem install facy

Anschließend legen Sie ein Entwicklerkonto bei Facebook an und registrieren die App dort. Dazu besuchen Sie die Seite https://developers.facebook.com/ und wählen im Reiter Apps die Option Register as a Developer aus. Nach der Eingabe des Facebook-Passworts und dem Bestätigen des Lizenzvertrags erfolgt eine Verifizierung, bei der Ihnen Facebook einen Bestätigungscode per SMS schickt. Nach dessen Eingabe schaltet der Anbieter den Account frei.

Nun finden Sie – ebenfalls unter Apps – den Eintrag Create a new app, den sie anwählen. Im Dialog Add a New App erscheint zunächst die Abfrage, für welche Plattform Sie die App entwickeln möchten. Klicken Sie hier auf advanced setup. In der neuen Maske tragen Sie den gewünschten Display Name und Namespace ein. Beide können Sie frei wählen, allerdings muss der Namensraum mindestens sieben Zeichen ohne Großbuchstaben enthalten.

Abschließend wählen Sie eine Kategorie aus und bestätigen die Eingabe mit einem Klick auf Anwendung erstellen. Danach erscheint zunächst eine Captcha-Abfrage und im Anschluss eine Seite mit zwei Zeichenketten, der App ID und dem App Secret (Abbildung 1). Um diese sichtbar zu machen, klicken Sie auf show und geben danach nochmals Ihr Facebook-Passwort ein.

Abbildung 1: Ganz ohne Schmerzen gelingt das Nutzen von Facy nicht: Sie müssen zuerst einen Entwickler-Account anlegen, danach eine App erstellen und schließlich den lokalen Client mit der App-ID und dem App-Secret authentifizieren.
Abbildung 1: Ganz ohne Schmerzen gelingt das Nutzen von Facy nicht: Sie müssen zuerst einen Entwickler-Account anlegen, danach eine App erstellen und schließlich den lokalen Client mit der App-ID und dem App-Secret authentifizieren.

Jetzt starten Sie Facy mit dem Aufruf facy1.9. Als Erstes fragt die Software die App-ID und danach das App-Secret ab, die Sie eben generierten. Im Anschluss öffnet Facy eine weitere Webseite, in der Sie der App die nötigen Berechtigungen zum Lesen und Schreiben (Posten) erteilen. Danach wechseln Sie wieder zu Facy und bestätigen darin die Eingabe, woraufhin das Programm nochmals eine Seite mit dem User Token und dem App Token öffnet. Kopieren Sie als letzten Schritt den User-Token und übergeben ihn Facy.

Einsatzbereit

Die Software baut jetzt eine Verbindung zu den Facebook-Servern auf und präsentiert Ihnen den Nachrichtenstrom (Abbildung 2). Jede Nachricht beginnt mit einer eindeutigen Variablen in eckigen Klammern, zum Beispiel [$yp]. Facy versteht eine Reihe von Kommandos, denen Sie diese Variable übergeben, um auf ein bestimmtes Posting zu reagieren. Möchten Sie beispielsweise das Posting mit der Kennung [$yp] mit „gefällt mir“ markieren, tippen Sie :like yp. Eine Übersicht über aller Kommandos, die Facy versteht, erhalten Sie durch die Eingabe von :commands. Die wichtigsten davon finden Sie in der Tabelle „Facy-Kommandos“.

Abbildung 2: Etwas gewöhnungsbedürftig und nicht ganz so bunt wie das Facebook auf der Webseite präsentiert Facy den Nachrichtenstream.
Abbildung 2: Etwas gewöhnungsbedürftig und nicht ganz so bunt wie das Facebook auf der Webseite präsentiert Facy den Nachrichtenstream.

Facy-Kommandos

Kommando Aktion
:post Beitrag posten
:like Beitrag liken
:open Beitrag im Browser öffnen
:comment Beitrag kommentieren
:mailbox Nachrichten öffnen
:seen Benachrichtigung als gelesen markieren
:view_img Bild als ASCII-Art anzeigen
:view_comments Kommentare eines Beitrags anzeigen
:clear_cache Cache leeren
:help Kommando Hilfe zu Kommando anzeigen
:exit Facy beenden

Mit :post erstellen Sie einen neuen Beitrag, mit :comment verfassen Sie einen Kommentar. Mit Bildern versehene Beiträge kennzeichnet Facy am Ende des Postings mit {photo}. Das Kommando :view_img ID (in unserem Beispiel :view_img yp) lädt die Software das Bild, rechnet es in ASCII um und stellt es dar. Dazu nutzt Facy RMagick (Ruby und ImageMagick), weshalb die Software das Paket libmagickwand-dev als Abhängigkeit benötigt. Die Darstellungsqualität zeigt, dass es sich bei dieser Funktion eher um ein Gimmick handelt, denn die Bilder erscheinen arg pixelig und in die Länge gezogen. Erfreulicherweise bietet Facy die Möglichkeit, Beiträge jederzeit mit :open ID in einem Browser zu öffnen.

Eine nicht ganz so gute Figur gab Facy im Umgang mit Nachrichten ab: Zwar öffnet :mailbox die Übersicht der persönlichen Benachrichtigungen, diese ließen sich im Test jedoch nicht öffnen.

Fazit

Sicherlich bietet Facy keinen vollwertigen Ersatz für die Webausgabe von Facebook. Um jedoch gelegentlich einmal in den Stream zu schauen, genügt das Programm allemal. 

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